Stuttgart & Region

Kriminalstatistik 2021: Straftaten in Stuttgart auf niedrigstem Stand seit 1984

Schlossplatz
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Der Stuttgarter Polizeipräsident Franz Lutz hat am Mittwoch (16.03.) die Kriminalstatistik für das Jahr 2021 vorgestellt. "Die Zahl der Straftaten in Stuttgart ist erneut zurückgegangen und hat den niedrigsten Stand seit 1984 erreicht", resümierte Lutz.

Hauptsächlich verringert hätten sich die Fälle in den Deliktsbereichen Diebstahl, Rauschgift, Rohheitsdelikte und Betrug. In Baden-Württemberg, wie auch im Bundesvergleich, behauptet Stuttgart unter den Großstädten somit den viertniedrigsten Platz in der Kriminalitätsrate. Bei der Aufklärungsquote liege die Stuttgarter Polizei mit 67,1 Prozent sogar deutlich über dem landesweiten Durchschnitt, heißt es in einer Mitteilung aus dem Polizeipräsidium der Landeshauptstadt. 

Rückgang im Bereich der sogenannten Rohheitsdelikte

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich demnach deutlich beim Rückgang der erfassten Fälle der sogenannten Rohheitsdelikte. Allein in Bad Cannstatt könne ein Rückgang von 276 Fällen mit dem Ausfallen der Großveranstaltungen Frühlingsfest und Volksfest in Verbindung gebracht werden. Aber auch in der Stuttgarter Innenstadt sind die Zahlen stark gesunken. 

Anstieg im Bereich der Sexualdelikte

Der Anstieg von knapp 22 Prozent, ein Plus von 155 Straftaten, sei dem Umstand der Verbreitung pornografischer Schriften - gemeint ist hier der digitale Bereich - und vermehrten Hinweisen an die Polizei geschuldet. Weshalb das Polizeipräsidium Stuttgart mit Beginn des Jahres 2021 auch die Ermittlungsgruppe "Upload" gegründet hat. Diese kümmert sich explizit um die Verdachtsmeldungen, wie das Verbreiten kinderpornografischer Schriften, welche von den Betreibern sozialer Netzwerke aber auch von unabhängigen Stellen gemeldet werden.

Zudem stellt die Polizei eine Zunahme des Verbreitens inkriminierten Bild- und Videomaterials über Smartphones, vielfach unter Schülern, fest. Zunehmend werden beispielsweise kinderpornografische Inhalte in Gruppenchats ausgetauscht. Schwere Sexualstraftaten, hierzu zählen Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen und sexuelle Übergriffe in besonderen Fällen, liegen mit 102 Delikten im Bereich der Vorjahresniveaus.

Trickbetrug

Das immer noch anhaltende Phänomen der sogenannten Telefontrickbetrüger mit ihren verschiedenen Facetten konnte laut Polizeipräsidium im Bereich der vollendeten Taten eingedämmt werden. Im Jahr 2021 wurden bei der Polizei elf Fälle angezeigt, bei denen die unterschiedlichen Opfer Wertsachen im Gesamtwert von 330.000 Euro an die Täter herausgaben. 

Diebstahlsdelikte

Beim Laden- und Taschendiebstahl sind die Fallzahlen deutlich rückläufig. Dieser Rückgang hängt mit der Pandemie zusammen, infolge derer weniger Passanten in der Innenstadt und den Geschäften unterwegs waren.

Zahl der Wohnungseinbrüche nochmals gesunken

"Nachdem die Zahlen seit 2014 rückläufig sind, liegen die Fallzahlen für 2021 nochmals um fast die Hälfte unter denen des Vorjahres", gab der Leiter der Kriminalpolizei Rüdiger Winter bekannt. Während es im Jahr 2014 noch über 1.200 Einbrüche gab, reduzierte sich diese Zahl im Jahr 2021 auf 257 Fälle. Viele Menschen nutzen mittlerweile die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten und reduzieren so die Gelegenheit für Einbrecher.

Aggression und Gewalt gegen Polizeibeamte auf hohem Niveau

Die Zahl der Straftaten gegen Polizeibeamte lag geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Neben tätlichen Angriffen und Widerstandshandlungen gab es auch 142 Fälle von Köperverletzungen zum Nachteil von Polizeibeamten. Durch diese Angriffe wurden insgesamt 448 Beamte im Dienst verletzt. Weit über die Hälfte der meist männlichen Tatverdächtigen stand bei der Tat unter Alkoholeinfluss.

Betäubungsmittelkriminalität

Bei den Rauschgiftdelikten gab es sowohl im Bereich der Konsum- und Besitzstraftaten als auch im Handel und Schmuggel einen Rückgang von über 18 Prozent. Wie in den vergangenen Jahren machen Cannabisprodukte den Großteil der Rauschmittel aus. Aufgrund der Rauschgiftsicherstellungen muss weiterhin von einer hohen Drogenverfügbarkeit im Raum Stuttgart ausgegangen werden. Allein im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen Handels, beschlagnahmte das Rauschgiftdezernat im letzten Jahr über 200 Kilogramm Marihuana und mehr als 17 Kilogramm Haschisch im Verkaufswert von über einer Million Euro.

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