Stuttgart & Region

Kurden demonstrieren gegen türkische Militäroffensive

Kurden-Demo in Hamburg
Das Symbolbild zeigt protestierende Kurden in Hamburg. Foto: Axel Heimken/dpa © dpa

Stuttgart.
In Stuttgart demonstrieren am Wochenende wieder viele Kurden gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien. Eine Privatperson habe eine Demonstration mit 600 Teilnehmern in der Innenstadt angemeldet, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Polizei wappnet sich für einen Großeinsatz mit möglichen Ausschreitungen und will mit Hunderten Beamten im Einsatz sein.

Eine Demonstration von Türken für den Militäreinsatz sei abgesagt worden, sagte der Sprecher weiter. Dennoch rechnet die Polizei damit, dass nationalistische Türken heute in Stuttgart demonstrieren werden. Es habe Aufrufe im Internet gegeben. "Wir müssen uns darauf einrichten, dass es zum Zusammentreffen von gewaltbereiten Gruppierungen kommt", sagte ein Polizeisprecher. Gleichzeitig dürfte die Innenstadt wegen der langen Einkaufsnacht gut gefüllt sein.

Der Kurdenprotest soll heute nach Angaben der Stadt in der Lautenschlagerstraße starten. Die Demonstranten wollen demnach ab 15.00 Uhr über die Schillerstraße und die Olgastraße zum Wilhelmsplatz marschieren, wo eine Abschlusskundgebung geplant ist. Die Protestveranstaltung soll um 18.00 Uhr enden. Die Schillerstraße soll wegen des Demozugs vorübergehend gesperrt werden.

Die Polizei stellt sich erneut auf hochemotionalisierte Demo-Teilnehmer und auf Gruppierungen ein, die sich nicht an Recht und Gesetz halten. Die Polizei Stuttgart werde von Beamten aus dem ganzen Land und anderen Bundesländern unterstützt. Man werde mit deutlich mehr Polizisten im Einsatz sein als die vergangenen beiden Wochen, hieß es - darunter ganze Hundertschaften mit Körperschutzausstattung. Auch ein Polizeihubschrauber werde über der Stadt kreisen. Es könne Verkehrsbehinderungen geben.

Seit zweieinhalb Wochen demonstrierten Kurden täglich in Stuttgart, die Polizei sei jeden Abend teils mit bis zu 400 Beamten im Einsatz. Leider sei es dabei immer wieder zu Straftaten wie Körperverletzungen, Sachbeschädigungen oder Landfriedensbruch gekommen. Vor zwei Wochen waren mehr als zwanzig Polizisten leicht verletzt worden. "Wenn es keinen anderen Gegner gibt, ist die Polizei immer wieder Kristallisationspunkt", sagte der Polizeisprecher.