Stuttgart & Region

Linden-Museum will eigene Geschichte hinterfragen

Ines de Castro, Direktorin des Stuttgarter Linden-Museums
Ines de Castro, Direktorin des Linden-Museums in Stuttgart, steht in der Dauerausstellung "Wo ist Afrika" im Linden-Museum. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © dpa

Stuttgart.
Das Stuttgarter Linden-Museum, eines der bedeutendsten Völkerkundemuseen in Europa, will sich in seiner nächsten Ausstellung der umstrittenen eigenen Vergangenheit stellen. Von Mitte Oktober an widmet sich das Haus den ersten Jahrzehnten seiner Geschichte und den Spuren, die der Kolonialismus auch in Württemberg und den Sammlungen hinterlassen hat. "Es soll um koloniale Verbindungen in der Zeit zwischen 1882 und 1928 gehen", kündigte die Direktorin Inés de Castro am Dienstag an. "In jener Zeit hat das Museum viele Sammlungen aufgenommen."

Damals habe das Museum unter anderem Kulturen Europas von denen außerhalb des Kontinents getrennt und diese Trennung etabliert, sagte die Museumsleiterin. "Wir werden mit Sicherheit unschöne Seiten des Museums aufdecken."

Das Linden-Museum wurde vom damaligen Württembergischen Verein für Handelsgeographie konzipiert und 1911 eingeweiht. Heute beherbergt das Haus mehr als 160 000 Objekte aus allen Erdteilen außerhalb Europas. Bekannt ist es auch für seine fortgeschrittene Provenienzforschung. Seit 1973 befindet es sich im Besitz von Stadt und Land.