Stuttgart & Region

Macheten, Hakenkreuze, falsche Impfpässe: Mann im Kreis Böblingen festgenommen

Impfpass
Symbolfoto. © ZVW/Gaby Schneider

Drogen, Waffen, Hakenkreuze, mutmaßlich gefälschte Impfpässe und „mögliche explosionsgefährliche Stoffe“ – all das hat die Polizei am Mittwoch (12.01.) bei einem 33-Jährigen in Weil im Schönbuch gefunden. Ein Zufallsfund: Die Polizisten waren eigentlich wegen eines Streits angerückt.

Zugeknallte Türen: Nachbarn alarmieren die Polizei

Laut Pressemitteilung sollen sich der 33-jährige Tatverdächtige und seine 36 Jahre alte Frau am Mittwochabend in ihrer gemeinsamen Wohnung gestritten haben. Gegen 21.40 Uhr soll der 33-Jährige dort „vermutlich […] in Rage“ eine Tür demoliert haben. Anschließend verließ er laut Polizei die Wohnung – und eine Nachbarin alarmierte die Polizei.

Beamten des Polizeireviers Böblingen seien vor Ort „diverse verdächtige Gegenstände“ aufgefallen. Darunter laut Pressemitteilung mehrere, vermutlich gefälschte Impfpässe, sowie „Flaggen, Bilder und Aufkleber mit verfassungsfeindlichen Symbolen“ sichergestellt.

Wollte der Tatverdächtige die Impfpässe verkaufen?

Wie eine Sprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums Ludwigsburg auf Nachfrage mitteilt, wurden insgesamt fünf Impfpässe in der Wohnung des Mannes beschlagnahmt.

„Derzeit deutet alles darauf hin, dass es sich tatsächlich um Fälschungen handelt“, so die Sprecherin. „Es gilt als wahrscheinlich, dass der Tatverdächtige die Absicht hatte, diese zum Verkauf anzubieten“.

Polizei hält rechtsextreme Gesinnung für wahrscheinlich

Auf die Frage, welche verfassungsfeindlichen Symbole auf den Flaggen, Bildern und Aufklebern zu sehen gewesen seien, heißt es: „Es waren beispielsweise Hakenkreuze auf den Gegenständen abgebildet.“

Insgesamt handle es sich um rechtsextreme Inhalte. „Dem Tatverdächtigen dürfte eine entsprechende Gesinnung zu unterstellen sein“, so die Sprecherin weiter.

"Explosionsgefährliche Stoffe": Experten des LKA untersuchen Pulver

Außerdem wurden laut Polizei sichergestellt: Verschiedenen Drogen, Bargeld in vierstelliger Höhe, mehrere Waffen (Macheten, Messer, Steinschleudern) und „mögliche explosionsgefährliche Stoffe“.

Bei den Stoffen handle es sich um Böller sowie – möglicherweise – um Schwarzpulver. „Die Gegenstände wurden den Spezialisten des Fachbereichs Waffen und Sprengstoff des LKA Baden-Württemberg zur weiteren Untersuchung und Beurteilung übergeben“, sagt die Polizeisprecherin.

33-Jähriger widersetzt sich: Weitere Drogen in der Kleidung versteckt

Nach einer zwischenzeitlichen Fahndung nahm die Polizei den Tatverdächtigen am Donnerstag (14.0.) gegen 01.40 unweit seiner Wohnung fest. „Er verhielt sich unkooperativ, aggressiv und hatte starke Stimmungsschwankungen“, heißt es in der Pressemitteilung.

So soll der 33-Jährige die Beamten „fortwährend“ beleidigt haben. Er habe versucht, sich „einer Durchsuchung zu entziehen.“ Letztlich habe man bei ihm weitere Betäubungsmittel in der Kleidung entdeckt. Nach Beendigung der Maßnahmen sei er auf freien Fuß gesetzt worden.

Ermittlungen laufen: Tatverdächtiger ist polizeibekannt

Gegen den Mann werde nun unter anderem wegen des Handels mit Betäubungsmitteln, dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, unbefugtem Ausstellen von Gesundheitszeugnissen und des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

In der Pressemitteilung heißt es, der 33-Jährige sei polizeibekannt. Dazu die Polizeisprecherin: „Der Tatverdächtige wurde bereits mehrfach wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Körperverletzungsdelikten angezeigt.“