Stuttgart & Region

Magellan-Dampfschiffenten in Wilhelma eingezogen

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Die Magellan-Dampfschiffenten teilen sich ihre Anlage in der Wilhelma mit den Brillenpinguinen und fühlen sich bereits nach wenigen Tagen sichtlich wohl. © Laura Edenberger
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Die Magellan-Dampfschiffenten teilen sich ihre Anlage in der Wilhelma mit den Brillenpinguinen und fühlen sich bereits nach wenigen Tagen sichtlich wohl.
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Die Magellan-Dampfschiffenten teilen sich ihre Anlage in der Wilhelma mit den Brillenpinguinen und fühlen sich bereits nach wenigen Tagen sichtlich wohl.

Stuttgart. Die Brillenpinguine der Wilhelma in Stuttgart haben gefiederte Gesellschaft bekommen: Das türkisblaue Badewasser dürfen sie künftig mit einem Pärchen Magellan-Dampfschiffenten teilen.

Die Halbgänse stammen ursprünglich aus Südamerika und sind dort in den felsigen Küstenregionen von Chile bis Feuerland zuhause. Die Dampfschiffenten haben ein graumeliertes Federkleid. Ihre stämmigen Beine und kurzen Schnäbel leuchten orange.

Bis zu sechs Kilogramm schwer

Das Paar stammt aus dem Zoo Zürich und soll auch im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart zukünftig Nachwuchs bekommen. Doch die Haltung der Vögel ist nicht ganz einfach: „Viele Zoos haben Teiche, auf denen sie verschiedene Entenarten gemeinsam halten“, erklärt Kurator Dr. Günther Schleussner. „Dafür eignen sich die Dampfschiffenten nicht, weil sie ein Revier meist komplett für sich beanspruchen und schnell auf Konfrontation gehen.“ Ein ausgewachsener Erpel wiegt bis zu sechs Kilogramm. Mit solch einer massigen Gestalt können sich diese Enten ihren Verwandten gegenüber, die in der Regel deutlich kleiner sind, problemlos durchsetzen.

Dampfschiffenten können nicht fliegen

Doch das Gewicht bringt auch einen Nachteil mit sich: Zum Fliegen sind die Dampfschiffenten zu schwer. Damit gehören sie - genau wie die Pinguine - zu den flugunfähigen Vogelarten. Die Halbgänse nutzen ihre Flügel als Paddel, indem sie diese abwechselnd ins Wasser tauchen. Dabei sorgen sie für Wirbel in ihrem Fahrwasser und erinnern damit an einen Raddampfer. So erklärt sich auch der Name dieser Entenart.

Mit ihrer Paddelmethode können die Dampfschiffenten erstaunliche Geschwindigkeiten erreichen. Der schaufelnde Sprint ist jedoch extrem kraftraubend und wird daher vor allem auf der Flucht eingesetzt. In ihrer südamerikanischen Heimat haben die Enten allerdings nur wenige Feinde. „Es gibt dort keine Greifvögel oder Raubtiere, die eine Ente dieser Größe fangen“, meint Schleussner. Das Fliegen ist für die Dampfschiffenten daher zum Überleben gar nicht notwendig. „Sie müssen auch keine größeren Entfernungen zum Futter oder Wasser zurücklegen“, so der Kurator. „Es gibt viele Beispiele dafür, dass Vögel in solchen Fällen die Fähigkeit zu fliegen im Verlauf ihrer Entwicklungsgeschichte verloren haben.“

Das neue Revier in der Wilhelma hat das Entenpaar jedenfalls sehr schnell für sich beansprucht und erfolgreich gegen lauernde Graureiher verteidigt. Auch die vorbeischwimmenden Pinguine werden noch kritisch begutachtet und gelegentlich angefaucht, wenn sie sich in die Nähe der orangefarbenen Entenfüße wagen. Da die Dampfschiffenten aber bereits Pinguinerfahrung aus Zürich mitbringen, gestaltet sich das Zusammenleben insgesamt unproblematisch. Nur den einen oder anderen Fisch müssen die Pinguine ihren eigensinnigen Mitbewohnern zur Wahrung des Hausfriedens überlassen.