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Max-Eyth-See: Wie Stuttgart ein neues Fischsterben im Sommer verhindern will

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Im Sommer 2019 verendeten 50 000 Fische im Max-Eyth-See (Archiv) © SDMG/Werner

Letzten Sommer stank eines der beliebtesten Ausflugs- und Naherholungsziele in Stuttgart im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel: Zehntausende Fische waren wegen des radikal niedrigen Sauerstoffgehaltes im See verendet. Obwohl der Anglerverein viele der toten Rotaugen, Zander, Hechte und Barsche eingesammelt und entsorgt hatten, waren etliche Fische auf den Seegrund gesunken und ihr Verwesungsgeruch strapzierte die Geruchsnerven erheblich. 


Weil im nur 2,5 Meter bis 3 Meter tiefen Gewässer ohne Zufluss der Sauerstoffgehalt regelmäßig bei Hitze dramatisch absinkt, will die Stadt nun vorbeugen. Ein Mähboot soll ab Juni Wasserpflanzen schneiden und entnehmen. Grund sei, so die Stadt Stuttgart in einer Pressemiteilung, dass sich auch in diesem Jahr wieder großflächig das "Krause Laichkraut" gebildet habe. Die Wasserpflanzen dienten dem See als Sauerstofflieferanten und bildeten einen Gegenspieler zur Algenblüte. Breche der Bestand jedoch bei zu hohen Wassertemperaturen zusammen, würden die abgestorbenen Pflanzenreste im See unter Sauerstoffverbrauch abgebaut und könnten so zu einem Sauerstoffmangel führen. Genau dies soll die Mähakton verhindern.


Das Tiefbauamt als Hauptverantwortliche für die städtischen Gewässer hatte diese und andere Maßnahmen nach einem "Runden Tisch" und einem Gutachten entwickelt. Zuvor hatte der Württembergische Anglerverein der Stadtverwaltung Unfähigkeit vorgeworfen. Nach einem Bericht der dpa hatte der Anglerverein sich als Pächter des Sees beschwert, dass die Stadt seit Jahren das Problem nicht in den Griff bekäme. 

Mehr Hechte im Karpfenteich

Das Gutachten habe auch einen "für die Wasserqualität kritischen Fischbestand in Artenzusammensetzung und Menge" aufgezeigt. Zu viele Karpfenund Giebel seien im Wasser, neue Raubfische müssten also her. Auf Empfehlung der fischbiologischen Gutachter fand daher als Sofortmaßnahme bereits eine Besatzaktion am Max-Eyth-See mit rund 15.000 Junghechten auf Kosten der Stadt Stuttgart statt. Die Jungfische wurden durch den Gutachter und Mitglieder des Württembergischen Anglervereins in den See eingesetzt. So erhält der See wieder einen nützlichen Raubfisch.

Mit stationären Messgeräten am Max-Eyth-See will die Stadt die Qualität des Wassers überwachen. Zudem soll eine wirksame Wasserableitung geschaffen werden. Drei Belüftungsanlagen sollen den See in kritischen Phasen mit Luftsauerstoff versorgen.