Stuttgart & Region

Mehr Messtationen: Hermann offen

Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen)
Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), Verkehrsminister von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/Archiv © dpa

Stuttgart.
Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) steht der Forderung nach mehr Messstellen für Luftschadstoffe in Stuttgart offen gegenüber. "Ich habe nichts dagegen, dass wir mehr Messstationen aufstellen", sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Vize-Regierungschef und Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte der "Heilbronner Stimme" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag) gesagt, er plädiere dafür, die Zahl der Messstellen auf 50 zu erhöhen. Aus seiner Sicht ist dies sinnvoll, "um ein objektiveres Bild über die tatsächliche Lage in der Fläche der Stadt zu bekommen". Bislang gebe es in Stuttgart sieben große Messstationen, die Feinstaub- und Stickoxid-Werte überprüfen.

Hermann sagte, er selbst habe diesen Vorschlag, mehr Stationen aufzustellen, schon vor einiger Zeit gemacht, "damit die Leute auch wirklich den Eindruck haben, wir messen in der ganzen Stadt". Damals sei dieser Vorschlag aber noch auf Widerstand gestoßen. "Da wollte man das nicht, weil man die Sorge hatte, dass durch mehr Messstationen nur rauskommt, dass die Luft schlecht ist und man noch mehr dagegen tun muss." Wen er mit "man" meinte, ließ er offen. Der Minister verteidigte zugleich die derzeitigen Messungen. Die Werte würden anhand von guten Modellrechnungen für die Stadt hochgerechnet.

Die gemessenen Stickoxid-Werte sind die Grundlage für die umstrittenen Fahrverbote, die seit dem Jahresbeginn in Stuttgart für Diesel-Autos der Euronorm 4 und älter gelten. In Stuttgart drohen außerdem Fahrverbote für Diesel-Autos der Euronorm 5. An der Messstelle am Neckartor wurde 2018 ein Wert von 71 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen - die höchste registrierte Belastung in Deutschland.