Stuttgart & Region

Nachwuchs bei den Flamingos in der Stuttgarter Wilhelma

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Bei den Rosaflamingos erkennen die Eltern im "Kindergarten" ihren eigenen Nachwuchs an der Stimme des Kükens. Hier ist Elternteil mit einem Küken zu sehen, das 2020 in der Wilhelma in Stuttgart geschlüpft ist. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

Nachwuchs bei den Flamingos in der Stuttgarter Wilhelma: In den vergangenen Wochen sind laut einer Mitteilung vom Freitag sechs Küken geschlüpft. „Da einige Bruthügel noch besetzt sind, steht bei der gut 50-köpfigen Kolonie im Zoologisch-Botanischen Garten weiterer Nachwuchs zu erwarten“, teilte der Zoo am Freitag (21.08.) mit.

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Graue Dunen, gerader Schnabel, dunkle Beine: Anfangs ähnelt ein Küken den erwachsenen Rosaflamingos wenig. Hier ist ein Elternteil mit einem Küken zu sehen, das 2020 in der Wilhelma in Stuttgart geschlüpft ist. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter


Die Jungvögel sind kurz nach dem Schlüpfen kaum auseinanderzuhalten. Die Eltern erkennen ihren Nachwuchs an der Stimme. Da die Baby-Flamingos rasch wachsen, ist an der Größe abzulesen, wer von ihnen zuerst geschlüpft ist. Was allerdings nicht so flott von statten geht, ist die typische Färbung des Gefieders bei den Rosaflamingos. „Die ersten Wochen ist ihr flauschiges Dunenkleid weißlich-grau“, heißt in der Wilhelma-Mitteilung, „wenn später die Deckfedern wachsen, sind diese zunächst hell- und dunkelgrau. Die markante Rosa-Pastelltönung folgt erst durch die Nahrung.“

Warum haben Flamingos eigentlich rosafarbene Federn?

Rosaflamingos verköstigen sich mit sehr kleinen Lebewesen, wie Kleinkrebsen und Insektenlarven. Die filtern sie kopfüber mit ihrem Schnabel aus dem Wasser. Bei der Verdauung zieht ihr Körper rote Farbstoffe (Carotinoide) heraus und lagert sie in Haut und Federn ein. Wie stark sich die Vögel dabei färben, ist genetisch bedingt. Kubaflamingos zum Beispiel, die es früher auch einmal in der Wilhelma gab, zeigen sich letztlich von Kopf bis Fuß lachsfarben. Die benötigten Pigmente lassen sich auch als natürlicher Farbstoff dem Futter beimischen.

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Flamingo-Elternpaare betreuen ihre Einzelküken in einem gemeinsamen „Kindergarten“. Hier sind drei der 2020 in der Wilhelma geschlüpften Küken zu sehen. Der Größenvorteil des wenige Wochen älteren Jungvogels hinten im Bild ist enorm. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter


Nach der Brut über knapp einen Monat kommen die Jungvögel zunächst mit einem kurzen und relativ geraden Schnabel auf die Welt, der erst mit der Zeit die typische Säbelform annimmt. Auch ist die Lamellenstruktur am Schnabelrand noch nicht so ausgeprägt, dass sie im Zusammenspiel mit der Zunge als Filter zu verwenden wäre.

Stattdessen füttern die Eltern sie mit der einer Art „Kropfmilch“. Mutter wie Vater würgen dazu ein – dank hohem Fett- und Eiweißgehalt äußerst nahrhaftes – Sekret aus Vormagen und Speiseröhre hoch und träufeln es ihrem Küken in den Schnabel, um das Kleine schnell hochzupäppeln.

Verbreitungsgebiet

  • Rosaflamingos haben ein großes Verbreitungsgebiet in Südeuropa, Asien und Afrika.
  • Dort leben sie in großen Kolonien an relativ wenigen – nämlich nur grob – 30 Standorten.
  • Ihr Vorkommen gilt nicht als bedroht.
  • Sollte jedoch eine der Kolonien verloren gehen, beträfe das sofort einen erheblichen Anteil der Population.