Stuttgart & Region

Nachwuchs und viele Geburtstage bei den Robben

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Mutter Evi und Sohn Fiete haben beide am 3. Juni Geburtstag: mit 17 Jahren Abstand. © Alexander Roth
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Der junge Seelöwe Fiete wurde am 3. Juni geboren. Nach einigen Wochen im Rückzugsgehege ist er für die Besucher der Wilhelma jetzt regelmäßig auf der Außenanlage zu sehen. © Alexander Roth
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Mutter Evi und Sohn Fiete haben beide am 3. Juni Geburtstag: mit 17 Jahren Abstand. © Alexander Roth
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Mutter Evi und Sohn Fiete haben beide am 3. Juni Geburtstag: mit 17 Jahren Abstand. © Alexander Roth

Für ihre Familienplanung brauchen Kalifornische Seelöwen keinen Mondkalender. Mit einer erstaunlichen Regelmäßigkeit gebären sie sämtliche Jungtiere jeweils im Juni.

Das gilt für ihren jüngsten Nachwuchs in der Wilhelma wie für alle Seelöwen im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart. Am 3. Juni kam der kleine Fiete auf die Welt: exakt am gleichen Tag wie seine Mutter Evi 17 Jahre zuvor im Zoo Wuppertal. Die ersten Wochen hat der Neugeborene – noch unsicher auf den Flossen – im Rückzugsgehege hinter den Kulissen verbracht. Jetzt wagt er sich regelmäßig nach draußen und spielt mit seiner Halbschwester Samantha, die gerade Geburtstag hatte und – natürlich im Juni – ein Jahr alt geworden ist. Sie ist die Tochter von Mercedes, die 2002 im Zoo Krefeld geboren wurde.

Mutter Evi kümmert sich naturgemäß kaum um den Sohn. Wie alle Artgenossinnen nutzt sie den Tag zum Schwimmen, Fressen und Ausruhen, um Kraft zu tanken für das Stillen des Säuglings. „Weil Fiete ein Einzelkind ist, lernt er die Tipps und Tricks von Samantha“, berichtet Tierpfleger Stefan Deibert. „Sie geht in ihrer Rolle als große Schwester voll auf. Samantha zeigt ihm, an welcher Stelle ein kleiner Seelöwe am leichtesten aus dem Becken kommt. Sie führt ihm die Schwimminsel vor und was man mit den verschiedenen Spielsachen, die im Wasser treiben, anstellen kann.“

Paarungseskapaden schlagen wortwörtlich hohe Wellen

Vater von beiden Jungtieren ist der Bulle Unesco. Der Haremschef stellt den jungen Müttern kurz nach der Geburt schon wieder nach. Und so schlagen derzeit, wie jeden Sommer im Juli, die Wogen im Wasserbecken doppelt hoch: durch die tobenden Jungtiere und die Paarungseskapaden der Elterntiere. Wenn es einmal zu ruppig zugeht, teilen die Tierpfleger das Becken auf, damit Unesco zum Beispiel Bella mit ihren 26 Jahren nicht zu sehr auf den Leib rückt. Denn ein Seelöwen-Mann kann bis zu 300 Kilo schwer werden, während die Weibchen meist nicht mehr als 70 Kilo wiegen. Auch die zweite alte Dame, Suzan, wurde im Juni 26 Jahre alt, ein für Seelöwen stolzes Alter. Sie hatte jedoch die Gebrechen einer Seniorin und musste wegen eines altersbedingten Nierenversagens eingeschläfert werden. So hat sich der Kreis des Generationenwechsels im für die Robben bewegtesten Monat des Jahres geschlossen.

Für Fiete heißt es jetzt, schnell zu wachsen und zu lernen. Als Säuglinge verdoppeln die Jungtiere dank der fettreichen Milch ihrer Mütter das Geburtsgewicht von etwa sieben Kilogramm schon im ersten Monat. Mit sechs bis acht Monaten werden sie von ihren Müttern entwöhnt und müssen sich selbstständig ernähren. Dann gilt das Augenmerk der Mütter schon der nächsten Generation, die in ihnen heranwächst. Deshalb ist es nach gut einem Jahr für den Nachwuchs an der Zeit, weiterzuziehen. Die Wilhelma vermittelt ihn dann an andere Zoos oder Einrichtungen. Für Samantha hat die Zuchtbuch-Koordinatorin der europäischen Zoos empfohlen, dass sie nach Rom kommen soll, sobald der Zoo in der italienischen Hauptstadt seine neue Anlage für die Robben fertiggestellt hat.