Stuttgart & Region

Neuer Weißkopfsaki in der Wilhelma: Mit dem elfjährigen Milow kehrt Frieden in Südamerika-WG ein

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Der neue Weißkopfsaki der Wilhelma in Stuttgart, "Milow", ist ein sanftmütiger Geselle, der Möhren und Nüsse mag. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter

In der Stuttgarter Wilhelma ist ein neuer Bewohner eingezogen: Milow, ein elfjähriger Weißkopfsaki, ist der neue Chef in der Südamerika-WG. Nachdem der Ex-Chef Diego an den Karlsruher Zoo abgegeben wurde, war der Führungsposten im Amazonienhaus vakant - und wurde duch Milow optimal beetzt. 

Zuvor war es immer wieder einmal rauer zugegangen: Diego hatte sich mit den Goldkopflöwenaffen angelegt. Der elfjährige Milow wird nur übergriffig, wenn er den Faultieren die Kartoffeln als Lieblingsspeise stibitzt. Aber die lassen das meist geduldig über sich ergehen.

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Das Gehege in der Wilhelma in Stuttgart teilen sich die Weißkopfsakis (rechts) unter anderem mit Goldkopflöwenaffen. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter


Nach der Umbesetzung leben im Amazonienhaus des Zoologisch-Botanischen Gartens in der „Südamerika-WG“ die verschiedensten Arten neuerdings friedlich zusammen: Weißkopfsakis, Faultiere, Goldkopflöwenäffchen und Waldschildkröten. Zumindest so friedlich, wie es in der Tierwelt zugehen kann: Wenn es um die sonnigsten Plätze und die leckersten Bissen geht, wird durchaus schon einmal geschimpft und gedroht, aber nicht gebissen.

Die Affen bekommen fünf Mahlzeiten am Tag. Vor allem Gemüse, wie Karotten, Fenchel oder Sellerie, und nur etwas Obst, um die Zähne vor dem Fruchtzucker zu schonen. Papaya und Trauben nehmen sie gerne und lieben dazu ein paar Walnüsse. Eiweiß für die ausgewogene Ernährung erhalten sie über Grillen und Heuschrecken.

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Bei Weißkopfsakis, hier in der Wilhelma in Stuttgart, trägt nur das Männchen (links) das typisch weiße Fell am Kopf. Das Weibchen hat lediglich weiße Linien von den Augen bis zum Mundwinkel. © Wilhelma Stuttgart / Harald Knitter


Einen knappen halben Meter messen die Sakis, der buschige Schwanz ist noch einmal so lang. Ihr Gewicht beträgt anderthalb bis zwei Kilo. Die Männchen sind leicht zu erkennen: Nur sie tragen zu ihrem vorwiegend schwarzen Fell das typisch markante weiße Gesicht. Weibchen haben dagegen ein schwarzgraues Haarkleid mit bräunlichem Bauch und nur zwei weißen Linien am Kopf von den Augen bis zum Mund.

In der Natur leben die Weißkopfsakis in den Regen- und Gebirgswäldern im Nordosten Südamerikas, zum Beispiel in Venezuela, Guayana und Teilen Brasiliens. Dort bewohnen sie die Kronen der Bäume, zwischen denen sie mit mächtigen Sprüngen wechseln. Mit einem Satz können die Sakis an die zehn Meter überbrücken.