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Notärztin Federle: Dringend mehr mobile Impfteams einsetzen

Lisa Federle
Notärztin Lisa Federle blickt in die Kamera. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Tübingen (dpa/lsw) - Um der vierten Coronawelle schneller Herr zu werden, fordert die Tübinger Notärztin Lisa Federle einen massiven Ausbau mobiler Impfteams. «Die vom Land geplanten 130 reichen in der jetzigen Situation keinesfalls aus», sagte Federle. Notfalls könnten auch die Impfzentren wieder hochgefahren werden. «Dies ist aber so schnell nicht machbar», erklärte Federle.

Da 87 Prozent der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit Ungeimpften belegt seien, forderte Federle weitere Einschränkungen für diese Gruppe. «In allen Betrieben sollte die 2G-Regel eingeführt werden. Außerdem sollten Ungeimpfte verpflichtet werden, jeden zweiten Tag einen PCR-Test zu machen.» Wegen der vorhersehbaren weiter steigenden Infektionszahlen sollte rigoros das 2G-Modell - also der Zutritt nur für Geimpfte und Genesene - bundesweit eingeführt werden. Für Menschen, die mit vulnerablen Gruppen arbeiteten, müsse es dringend eine Impfpflicht geben.

Federle, die mit dem Deutschen Roten Kreuz seit November 2020 in Tübingen kostenlose Testangebote anbietet, plädierte auch dringend dafür, die Gesundheitsämter wieder stärker mit ins Boot zu holen. «Es ist für mich ein Unding, dass man nicht mehr vom Gesundheitsamt benachrichtigt wird, wenn man positiv ist. So fehlt einfach der Nachdruck», sagte Federle. Die Menschen seien schwer verunsichert. Dies merke sie täglich in ihrer Praxis. «Was ich deutlich merke ist auch, dass sich viele Angstpatienten nicht impfen lassen.»

Viele Menschen versuchen derzeit, sich bei mobilen Impfteams gegen Corona impfen zu lassen. Die Kapazitäten reichen aber nach Auskunft von Federle nicht aus. Deshalb sei vor einer Woche in Tübingen ein «Pop-Up-Impfszentrum» eingerichtet worden in der Universitätsapotheke hinter der Frauenklinik.

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