Stuttgart & Region

OB-Wahl in Stuttgart: Das nimmt sich der Backnanger Frank Nopper für die zweite Runde vor

Frank Nopper
Der Backnanger Frank Nopper (CDU) will Oberbürgermeister in Stuttgart werden. © campaigners Network

Bloß nicht ausruhen, sondern mit voller Kraft weiter voran, heißt es bei Frank Nopper (CDU). Für den 29. November steht die Neuwahl in der Landeshauptstadt an. Im ersten Durchlauf schaffte es Nopper 31,8 Prozent der Wählerstimmen für sich zu gewinnen und lag damit deutlich vorne. Im Interview verrät er, wie seine weitere Strategie aussieht, was er den Backnangern sagt und ob er sein Häusle im Rems-Murr-Kreis gegen eine Doppelhaushälfte in Stuttgart eintauschen würde.

Wie geht es Ihnen?

Ich bin hocherfreut und glücklich über das sehr gute Ergebnis des ersten Wahlgangs und bin bis auf die Zehenspitzen motiviert für den zweiten Wahlgang.

Wie sieht denn Ihre Strategie für den zweiten Wahlgang aus?

Ich werde bis zum zweiten Wahlgang noch stärker betonen, dass Stuttgarter in diesen schweren Corona-Zeiten einen Krisenmanager mit langjähriger Oberbürgermeistererfahrung braucht, den man ein großes Rathaus zutrauen kann. Dass Stuttgart jemanden braucht, der Stuttgart kennt, kann und liebt. Und ich werde zudem stärker akzentuieren, dass wir heute mehr denn je eine starke Wirtschaft mit sicheren Arbeitsplätzen brauchen. Ich werde nicht zuletzt die Notwendigkeit der Verbindung von Ökologie und Ökonomie, die Versöhnung von Wirtschaft und Umweltschutz noch stärker als bisher herausstreichen.

Was sagen Sie denn hierbei zu Stuttgart 21?

Dazu gibt es zu sagen, dass dieser Zug mit extremhoher Geschwindigkeit fährt und es ist ein Zug, den niemand mehr aufhalten kann und den meines Erachtens nach auch niemand mehr aufhalten sollte. Wir sollten uns jetzt auf die großen Chancen konzentrieren und freuen Stuttgart 21 zu eröffnen. Für den Regionalverkehr, für den Fernverkehr und vor allem auch die großen städtebaulichen Chancen, die auf uns warten im großen Stadtviertel.

Was erwarten Sie für die zweite Wahl von den Mitbewerbern?

Dass es bei einem munteren, aber fairen Wahlkampf wie bisher bleibt.

Wünschen Sie sich dazu zum Beispiel, dass andere Bewerber Ihre Kandidatur zurückziehen und sie dafür bei der Neuwahl unterstützen?

Jeder Kandidat muss das für sich entscheiden. Ich werde mit ganzer Kraft für meine Ideen und Konzepte werben. Ich werde mich auch nicht an irgendwelchen Kaffeesatzlesereien beteiligen über potenzielle Wählerwanderungen, für den Fall, dass welcher Kandidat auch immer zurückziehen sollte. Also ich werde den Wahlkampf weiter für mich führen und werde auch auf keine taktischen Spielereien eingehen.

Man liest, dass die FDP Sie künftig unterstützen will … (Anm. der Redaktion: FDP hat bisher keinen eigenen Kandidaten gestellt)

Das ist doch gut. Das freut mich (lacht).

Für den Fall eines positiven Wahlergebnisses am 29. November: Was wäre für Sie eine Herzensangelegenheit, was Sie als Erstes in Stuttgart anpacken werden - Rathaus und Mitarbeiter kennenzulernen mal ausgenommen?

Als erstes würde ich das angehen wollen, was ein Oberbürgermeister ohne Gemeinderat, ohne Bund und Land angehen kann: Eine Verwaltungsneuorganisation in Richtung einer Beschleunigung und Endbürokratisierung von Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren aller Art. Die Umsetzung der Sanierungs- und Digitalisierungsoffensive an den Stuttgartern Schulen, die Einleitung einer Fachkräfteoffensive zur Schaffung von mehr Kitaplätzen und die Einführung einer monatlichen Bürgersprechstunde im Stuttgarter Rathaus und im Wechsel in einer der Stadtbezirksrathäuser.

Was sagen Sie den Backnangern nach dem 29. November, dem Tag der Neuwahl?

Ich sage den Backnangern schon vor dem zweiten Wahlgang: Backnang ist und bleibt, egal wie die Wahl ausgeht, in meinem Herzen ganz weit vorne.

Werden Sie als OB nach Stuttgart ziehen? Jeder weiß, dass es sehr schwierig ist, in Stuttgart ein sozusagen schönes Eigentum zu finden, das auch bezahlbar ist.

Ich werde auf jeden Fall nach Stuttgart umziehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Oberbürgermeister in seiner Stadt wohnen sollte. Es gibt zwar keine rechtliche, aber aus meiner Sicht eine politische, moralische Residenzpflicht des Oberbürgermeisters.

Würden Sie es dann auch in Kauf nehmen ein freistehendes Haus gegen eine Doppelhaushälfte einzutauschen?

Ja, warum denn nicht. Ich bin da völlig offen (lacht).

Herr Dr. Nopper – vielen Dank für das Gespräch.

Bloß nicht ausruhen, sondern mit voller Kraft weiter voran, heißt es bei Frank Nopper (CDU). Für den 29. November steht die Neuwahl in der Landeshauptstadt an. Im ersten Durchlauf schaffte es Nopper 31,8 Prozent der Wählerstimmen für sich zu gewinnen und lag damit deutlich vorne. Im Interview verrät er, wie seine weitere Strategie aussieht, was er den Backnangern sagt und ob er sein Häusle im Rems-Murr-Kreis gegen eine Doppelhaushälfte in Stuttgart eintauschen

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