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"Perfide Masche" in Stuttgart: Betrüger erbeuten über 100.000 Euro bei Senioren

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Symbolbild. © Christine Tantschinez

Betrüger haben am vergangenen Freitag (21.08.) ein Senioren-Ehepaar um ihr Erspartes gebracht. Die Polizei Stuttgart warnt vor der "perfiden Masche" - und gibt Tipps, wie man sich und ältere Menschen davor schützen kann.

Wie die Polizei mitteilt, hatten die 84-jährige Frau und der 90-jährige Mann am Freitag gegen 8.30 Uhr zunächst einen Anruf erhalten. Die Frau am Telefon gab sich als Enkelin der Senioren aus und gab vor, für einen Imobilienkauf Geld zu benötigen. Der 90-Jährige erkannte den Betrug und beendete das Gespräch. Nur kurze Zeit später erhielt er einen erneuten Anruf. Der Anrufer gab sich als Polizist aus und erklärte, er wisse, dass das Ehepaar im Visier von Betrügern sei. Er bat um Unterstützung, die ihm der 90-Jährige zusicherte. Er folgte den Anweisungen des Anrufers und verstaute Goldmünzen, Goldbarren, Schmuck und Bargeld in einem Koffer. Diesen deponierte er in der Herrentoilette eines Restaurants in der Stuttgarter Innenstadt.

Als dem Ehepaar am Nachmittag Zweifel kamen, wählte der 90-Jährige den Notruf. Der Schwindel flog auf. Die Täter hatten den Koffer jedoch bereits abgeholt.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor der Betrugsmasche, die sich aus dem sogenannten "Enkeltrick" und der Betrugsmasche "Falscher Polizeibeamter" zusammensetzt. Sie gibt folgende Hinweise:

  • Seien Sie sich bewusst, dass es sich bei dieser Art von Anrufen ausnahmslos um Betrügereien handelt. Das Ziel ist es, an Ihr Geld und Ihre Wertsachen zu kommen.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter dem Polizeinotruf 110 an. Wenn diese Nummer auf dem Display erscheint, handelt es sich um eine technische Manipulation. Die 110 dient einzig und allein Ihnen, um schnell und unkompliziert mit der echten Polizei in Kontakt zu treten.
  • Die echte Polizei wird Sie niemals auffordern, Geld zu überweisen, einem Beamten Geld an der Haustür zu übergeben oder Geld an einem anderen Ort zu deponieren. Die Polizei will Ihr Geld oder Ihre Wertsachen nicht. Am sichersten sind Ihre Wertsachen, wenn Sie sich auf der Bank befinden.
  • Lassen Sie sich keineswegs, egal zu welcher Uhrzeit, unter Druck setzen und lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein. Ziehen Sie bei Bedenken Verwandte, Vertrauenspersonen oder die echte Polizei in Ihre Entscheidungen mit ein. Legen Sie hierfür den Telefonhörer auf und wählen Sie mit der 110 den Polizeinotruf. Drücken Sie nicht die Rückruftaste, ansonsten landen Sie wieder bei den Betrügern.