Stuttgart & Region

Polizei verhaftet Polizei-Trickbetrüger

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Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Ludwigsburg. Seit Februar bringen Trickbetrüger, die sich als Polizeibeamte ausgeben, im süddeutschen Raum ältere Menschen um ihr Vermögen. Jetzt sind zwei der angeblichen Polizeibeamten der richtigen Polizei ins Netz gegangen. 

Am Donnerstagmorgen durchsuchten Polizei und Spezialeinsatzkommandos Wohnungen in Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und Heiligenhaus (alle in Nordrhein-Westfalen) und nahmen zwei Tatverdächtige fest. Die 21 und 23 Jahre alten Männer stehen im Verdacht, seit Februar diesen Jahres in mehreren Fällen im süddeutschen Raum und in der Schweiz telefonisch Kontakt zu älteren Menschen aufgenommen und sie als angebliche Polizeibeamte zur Herausgabe von Geld und Sachwerten in Höhe von mehreren Zehntausend Euro gebracht zu haben.

Die Ermittlungen dazu liefen bereits seit Monaten, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Ludwigsburg dazu mit. Zusätzlich hat der 21-jährige Tatverdächtige offenbar noch einem Mann aus Heiligenhaus zwei Schusswaffen zum Kauf angeboten. In den Wohnungen der Verdächtigen fanden sich Schreckschuss- und Softair-Waffen, jedoch keine scharfe Schusswaffe. Die Ermittler stellten auch Unterlagen und Speichermedien sicher, die noch ausgewertet werden müssen.

Gegen die beiden 21 und 23 Jahre alten Tatverdächtigen hatte das Amtsgericht Ludwigsburg auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits im Vorfeld Haftbefehl erlassen. Gegen den 23-Jährigen wurde der Haftbefehl am Donnerstag in Vollzug gesetzt. Der 21-Jährige soll am Freitag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.

In Leutenbach wurde im März eine 76-jährige Seniorin um Bargeld und Schmuck gebracht. Ob die Täter auch mit diesem Fall in Verbindung stehen ist noch nicht klar. Generell warnt die Polizei weiterhin davor, am Telefon auf Geldforderungen zu reagieren. 

Tipps der Polizei

Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten und ruft Sie auch nicht unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Sprechen Sie am Telefon nie über persönliche und finanzielle Verhältnisse. Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Auflegen sollten Sie, wenn: 

  • Sie nicht sicher sind, wer anruft.
  • Sie der Anrufer nach persönlichen Daten und Ihren finanziellen Verhältnissen fragt, z.B. ob Sie Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus haben.
  • Sie der Anrufer auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben, bzw. Geld zu überweisen, insbesondere ins Ausland.
  • Sie der Anrufer unter Druck setzt.
  • Der Anrufer Sie dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen, z.B. zu einem Boten, der Ihr Geld und Ihre Wertsachen mitnehmen soll.

Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauten über den Anruf. Sprechen Sie als Angehöriger mit älteren Verwandten über diese Betrugsmasche. Sollten Sie Opfer eines solchen Betruges geworden sein, dann wenden Sie sich sofort an die örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.