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Polizei warnt vor aktuellem Vorauszahlungsbetrug

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Symbolbild. © Christine Tantschinez

Stuttgart. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg warnt vor einer zunehmenden Betrugsmasche, die vor allem Immobilienverkäufer im Fokus hat. Die Täter agieren zumeist aus dem Ausland mit dem sogenannten Rip Deal oder Vorauszahlungsbetrug. 

Seit Januar 2018 kommt es wieder vermehrt zu Betrugsfällen, bei denen scheinbar Immobilien erworben werden sollen und der Verkäufer dann mit harmlos erscheinenden Zusatzgeschäften übers Ohr gehauen wird. Über Immobilienportale oder Anzeigen in Zeitungen, von Maklern und Banken ermitteln sie die Kontaktdaten von Verkäufern. Oft recherchieren sie auch vor Ort und fragen Nachbarn oder Pächter von Gewerbeimmobilien nach den Eigentümern. 

Lockangebote für die Opfer

Dann treten die vermeintliche Interessenten an die Immobilienverkäufer heran und täuschen ernsthafte Kaufabsichten vor. Für die Vertragsverhandlungen locken sie die Opfer häufig zu einem Treffpunkt in das Foyer eines Hotels. Von dort wird die Trefförtlichkeit aus fadenscheinigem Grund regelmäßig in das benachbarte Ausland verlegt. Als Lockmittel dient eine Kaufpreisvorauszahlung in bar.

Die Täter treten als seriöse, wohlhabende Geschäftsleute auf. In einem Fall wurde für ein Objekt mit einem Verkehrswert von etwa 700.000 Euro knapp eine Million Euro als Kaufpreis geboten. Der Kaufvertrag sollte aber auf einen niedrigeren Preis lauten und die restliche Summe vor Vertragsunterzeichnung in bar übergeben werden.

...aber zuvor einen Gefallen

Im Zusammenhang mit dem "lukrativen" Geschäft bitten die Täter um einen Gefallen, beispielsweise einen Devisentausch im Bereich von mehreren zehntausend Euro. Die Opfer bringen dieses Geld für das Zusatzgeschäft zum Treffpunkt in das Hotel mit. Beim Geldwechselgeschäft - um große Scheine in kleine Stückelung zu tauschen - werden die Opfer dann ausgeraubt, erhalten Falsifikate, Spielgeld oder Papierschnipsel, die mit echten Geldscheinen getarnt sind.

Tipps zum Schutz

Um vor falschen Immobilienkäufern zu schützen, gibt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg folgende Tipps:

  • - Seien Sie misstrauisch, wenn Kaufzusagen ohne Besichtigung der Immobilie erfolgt
  • Das gleiche gilt, wenn unmittelbar ohne Verhandlungen Kaufpreise deutlich über dem Marktwert angeboten werden
  • Geben Sie sich nicht mit einer Mobilfunknummer zufrieden und stellen Sie eine seriöse Erreichbarkeit (Firma, Anschrift, Festnetz) sicher
  • Werten Sie es als eindeutigen Hinweis auf betrügerische Absichten, wenn dem Verkauf ein Devisenumtausch- oder Bargeschäft vorausgehen soll
  • Bedenken Sie, dass Immobilienverkäufe einer notariellen Beurkundung bedürfen
  • Vorauszahlungen in bar über den Tisch bzw. Zusatzgeschäfte mit Geschäftspartnern, die Sie nicht wirklich kennen, bergen ein hohes finanzielles und persönliches Risiko
  • Höchste Alarmstufe besteht, wenn die Geschäftsabwicklung im Ausland stattfindet
  • Geben Sie als Beschäftigte von Banken und Immobilienmaklern keine Kontaktdaten von Kunden an Unbekannte, bzw. nicht verifizierte Personen heraus
  • Anrufer üben im Gespräch geschickt Druck aus, um an die Daten des Verkäufers zu gelangen. Bleiben Sie sachlich aber bestimmt
  • Prägen Sie sich Stimme und sprachliche Besonderheiten des Anrufers oder auffällige Hintergrundgeräusche ein
  • Erstatten Sie Strafanzeige, wenn Sie so kontaktiert werden oder solchen Kontakt hatten