Stuttgart & Region

Polizeieinsätze in Stuttgart: AfD-Kundgebung, Anti-Rassismus-Demo und Angriff auf Kamerateam

Stuttgart Mitte: AfD Kundgebung von Protesten begleitet
Die Kundgebung der AfD am Sonntag (28.6.2020) in der Stuttgarter Innenstadt wurde begleitet von viel Polizeiaufgebot und Gegendemonstrationen. © 7aktuell.de | Andreas Werner

Die Polizei hatte auch am Sonntag einen einsatzreichen Tag in Stuttgart. Diesmal sorgten nicht Randalierer, sondern einige Kundgebungen und ein renitenter 52-Jähriger für Einsätze.

AfD-Kundgebung und Gegendemonstration

Ab 13 Uhr versammelten sich laut Polizeiangaben Teilnehmer einer Kundgebung der AfD zum Thema "Zurück zum Rechtsstaat - Gegen Plünderungen und für die Solidarität der Polizei". Die, die man da schützen wollte, mussten aber offenbar in erster Linie die Kundgebung schützen: Die Polizei zeigte mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, Reitern und Wasserwerfern starke Präsenz. Die Kundgebung der AfD hatte prompt eine Gegendemonstration zur Folge: Diese sammelte sich bereits gegen 12.30 Uhr auf dem Marktplatz unter dem Motto  "Rassismus der AfD stoppen".

Nach Kundgebungsende formierten nach Polizeibericht ehemalige Demoteilnehmer gegen 13.40 Uhr einen unangemeldeten Aufzug, sie zogen über den Marktplatz, die Königstraße bis zu der Planie und protestieren dort lautstark. Mehreren Teilnehmern auf dem Weg zur AfD-Kundgebung wurde der Weg versperrt. Die Polizei musste eingreifen und eine Teilnahme an der Kundgebung gewährleisten.

Die Demonstration selbst verlief nach Polizeiangaben weitestgehend störungsfrei. Ab 16 Uhr formierten sich Teile der linken Gegendemonstranten vom Karlsplatz durch die Innenstadt zu einem Folgeaufzug. Bislang sind nach Angaben der Polizei keine Verletzten oder erhebliche Ausschreitungen bekannt. Vereinzelt kam es wohl zu Auseinandersetzungen zwischen Polizeibeamten und mutmaßlich linken Gegendemonstranten. 

Kamerateam angegriffen

Abseits des Demogeschehens wurde gegen 13.15 Uhr ein Kamerateam im Bereich der unteren Königsstraße von einem 52 Jahre alten Mann angegriffen. Nach Einschätzung der Polizei steht der Übergriff in keinem Zusammenhang zu den Kundgebungen. Das Kamerateam berichtete in der Königstraße live über die Krawallnacht vor einer Woche, als der Verdächtige selbst durch das Bild lief und danach gegen das Kamerastativ trat.

Weder Kameramann noch Reporter wurden verletzt. Beamte nahmen den Mann nach einer kurzen Fahndung am Arnulf-Klett-Platz vorläufig fest. Derzeit wird geprüft, ob eine Straftat vorliegt. Der 52-Jährige gab an, nicht gefilmt werden zu wollen. Er wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf freien Fuß gesetzt.