Stuttgart & Region

Schmutziges Geschäft mit geklauter Designerware

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Symbolbild. © Christine Tantschinez

Ludwigsburg. Die Polizei Ludwigsburg konnte einer im Großraum Stuttgart agierende Diebes- und Hehlerband das kriminelle Handwerk legen. Die Bande hatte sich auf den Diebstahl und Weiterverkauf von hochwertiger Designerkleidung und Markenhaushaltsgeräte spezialisiert, wie die Polizei am Dienstag bekannt gab. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen vier mutmaßliche Hauptakteure in dem organisierten Handel Anklage zum Landgericht erhoben.

Auslöser der Ermittlungen war ein im März 2017 eingegangener vertraulicher Hinweis auf zwei Verdächtige und deren schwunghaften Handel mit angeblich gestohlener Markenware. Beinahe zeitgleich kontrollierten Polizeibeamte in Wendlingen am Neckar einen Lkw-Fahrer. Wie sich herausstellte, hatte er von den hochwertigen Artikeln, die für den Verkauf in einem Outlet-Center vorgesehen waren, einen Teil abgezweigt und im Führerhaus seines Fahrzeugs deponiert.

Drei Männer, eine Frau und hundertausende von Euro

Im Verlauf der folgenden, mitunter verdeckt geführten Ermittlungen, kristallisierten sich drei Männer und eine Frau als Drahtzieher heraus. Im weiteren Umfeld ermittelte die Kriminalpolizei bislang knapp 50 Personen, von denen der überwiegende Teil die Hehlerware für den eigenen Gebrauch angekauft hat. Im Oktober wurden bei mehreren Durchsuchungsaktionen bei verschiedenen Verdächtigen mutmaßlich gestohlene Designerkleidung und entwendeten Haushaltsgeräte im Wert von mehreren hunderttausend Euro gefunden. Daneben beschlagnahmten die Ermittler zahlreiche Datenträger und Mobiltelefone, die in der Folge ausgewertet wurden.

Professionelle Verkaufsfläche im Dachgeschoss

Noch im Oktober und November 2017 nahm die Kriminalpolizei einen rumänischen und einen griechischen Lkw-Fahrer sowie zwei 28 und 36 Jahre alte türkische Brüder vorläufig fest. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart erließ der Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart Haftbefehl gegen die Tatverdächtigen und wies sie in Justizvollzugsanstalten ein. Den Ermittlungen zufolge hatten die Lkw-Fahrer ihre Liefertouren dazu genutzt, um Teile ihrer Ladung abzuzweigen und damit die Brüder zu beliefern. Diese wiederrum organisierten zusammen mit der 26-jährigen Ehefrau des jüngeren Bruders den Verkauf der Ware an verschiedene Abnehmer. Dazu bauten sie im Haus von Verwandten das Dachgeschoss zu einer fast schon professionell wirkenden Verkaufsfläche aus, um die gestohlenen Produkte den potentiellen Käufern zu präsentieren.

Haftbefehl gegen "Hauptkunden"

Auch gegen zwei Hauptabnehmer aus Rumänien, einem 42-Jährigen und einem 33-Jährigen, wurden Haftbefehle beantragt. Während sich der 42-Jährige inzwischen ebenfalls in Untersuchungshaft befindet, befindet sich der 33-Jährige noch auf der Flucht.