Stuttgart & Region

So will Stuttgart die Wohnungsnot lindern

Miete Vertrag Schlüssel Symbol Wohnen Kaufen Immobilie_0
Symbolbild. © Christine Tantschinez

Stuttgart. Seit dem 1. Juli ist das neue Förderprogramm "Wohnungsakquise für Wohnungslose und einkommensschwache Haushalte" der Stadt Stuttgart in Kraft. Vermieter können jetzt von der Stadt einen Garantiervertrag für zehn Jahre erhalten, die damit eine Bürgschaft für Kaltmiete und Nebenkosten übernimmt. 

Gerade einkommensschwache Menschen und Familie haben es auf dem sehr angespannten Wohnungsmarkt in Stuttgart nicht gerade leicht. Die neue Richtlinie soll private Vermieter dazu bringen, ihre Wohnungen an ehemals Wohnungslose oder Menschen mit geringem Einkommen zu vermieten, die das Sozialamt vermittelt. Neben der garantierten Miete können die Vermieter dann zusätzlich Instandhaltungszuschüsse von bis zu 10.000 Euro beantragen. 

Voraussetzung für die Förderung ist der Abschluss eines sogenannten Garantievertrags mit dem Sozialamt, teilt die Stadt Stuttgart mit. Wer einen solchen Garantievertrag abschließt, erhält vom Sozialamt neben der Mietausfallgarantie einen direkten Ansprechpartner beim Amt, der sich um die Abwicklung des Mietverhältnisses kümmert.

Das Sozialamt wählt dann nicht nur den Mieter aus und vermittelt, sondern steht während der Vermietung bei allen Fragen oder eventuellen Konflikten zur Verfügung Den Vermietern soll somit der Arbeitsaufwand abgenommen werden, den ein laufendes Mietverhältnis mit sich bringen kann. Im Gegenzug sichert der Vermieter zu, dass die Miete innerhalb der Mietobergrenzen des Sozialamts und des Jobcenters liegt und ausschließlich an Personen vermietet wird, die das Sozialamt vermittelt.

In anderen deutschen Städten sei dieses Modell mit großem Erfolg umgesetzt worden, teilt die Stadt mit.  Karlsruhe habe mit einem vergleichbaren Förderprogramm seit dem Jahr 2005 bereits insgesamt 732 zusätzliche Wohnungen für ehemals wohnungslose Menschen akquiriert.

Die Richtlinie wurde vom Gemeinderat  in seiner Sitzung vom 9. Mai 2019 beschlossen.