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Social-Media-Stars Lena und Lisa spielen Lockvögel

Verstehen Sie Spass?
Die Social-Media-Zwillinge Lena und Lisa halfen als Lockvögel, die Friseurin Marisa Fierro hinters Licht zu führen. © SWR

Waiblingen. Fast zum Verzweifeln gebracht hat ein Verwirrspiel à la Doppeltes Lottchen die Mitarbeiter der Friseursalon-Kette „Frisur Pur“. Dahinter steckten die Macher der Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß?“. Die Social-Media-Stars Lena und Lisa spielten dabei die Lockvögel. Zu sehen ist die Sendung am Samstag, 14. April, in der ARD.

Ganz schön verwirrt waren wohl die Mitarbeiter des Friseursalons „Frisur Pur“, als sie nach jeweils kurzer Unterbrechung zu ihren Kunden zurückkamen: Wo vorher noch ein Vollbart wucherte, war auf einmal die Hälfte unsauber abrasiert, die vorher natürlichen Haare schillerten plötzlich blau und anstelle einer kunstvollen Hochsteckfrisur herrschte pures Chaos auf dem Kopf. Waren sie verrückt geworden?

Nein. Denn sie befanden sich mittendrin in Dreharbeiten für die Fernsehshow „Verstehen Sie Spaß?“ – und ihre Kunden waren natürlich Lockvögel. Zwillingspärchen, um genau zu sein. So konnten die Macher der Show sie in Windeseile unbemerkt austauschen, während der Chef des Salons, Tony Geronikolakis, seine Mitarbeiter unter einem Vorwand ablenkte. Außer ihm persönlich waren nur zwei weitere Mitarbeiter eingeweiht: seine Frau Nathalie und der Teamkoordinator. „Wir mussten ja dichthalten, sonst wäre der Spaß aufgeflogen“, berichtet Geronikolakis.

Manchmal brauchte es auch einen Vorwand, um die Mitarbeiter überhaupt erst in den Kornwestheimer Salon zu locken, wo gedreht wurde. So zum Beispiel im Fall der Friseurin Marisa Fierro, die normalerweise in der „Frisur Pur“-Filiale in Waiblingen arbeitet. Für sie spielten die aus den sozialen Medien bekannten Zwillinge Lisa und Lena die Lockvögel. Mit 8,6 Millionen Followern auf Instagram, 2,5 Millionen auf Snapchat und 15,6 Millionen auf Musical.ly gehören sie zu den erfolgreichsten Social- Media-Stars Deutschlands.

„Ein Promi will eine Hochsteckfrisur, du musst schnell kommen“

Um Fierro nach Kornwestheim zu locken, entwarf ihr Chef folgendes Szenario: Sein Salon war komplett ausgebucht, die Mitarbeiter hatten alle Hände voll zu tun. Kurzfristig hatte sich aber eine Prominente (eins der beiden Zwillingsmädchen) angemeldet, die eine Hochsteckfrisur für einen wichtigen Pressetermin brauchte. Fierro musste also kommen und aushelfen. „Das ist bei uns eigentlich auch nicht ungewöhnlich, wir helfen immer mal wieder aus“, berichtet die Friseurin.

Im Salon angekommen gaukelte ihr Chef ihr dann Zeitdruck vor, sie sollte sich sofort an die Arbeit machen. Die Kundin erwies sich als schwierig: „Ständig passte ihr irgendetwas nicht“, so Fierro. Als sie dann endlich mit der Frisur zufrieden gewesen sei, habe sie einen Spiegel holen wollen – und als sie zurückkam, staunte sie nicht schlecht. „Auf einmal sah die Frisur total zerrupft aus“, sagt sie. Was Fierro nicht wusste: Lisa und Lena hatten in der Zwischenzeit die Plätze getauscht. Sie machte sich also erneut ans Werk und wollte von vorne beginnen.

"Ich habe angefangen an mir selbst zu zweifeln"

Die Kundin blieb weiterhin zickig und Fierros Nervosität stieg. „Ich habe doch angefangen, an mir selbst zu zweifeln“, gibt die Friseurin zu. Dann entdeckte sie einen rosa Haargummi, der sie stutzen ließ: Den hatte sie nicht verwendet. „Ich habe in dem Moment gedacht, mein Chef will mir eine Geduldsprobe stellen“, berichtet Fierro. Mit versteckten Kameras habe sie niemals gerechnet. Irgendwann aber sei sie doch misstrauisch geworden und habe sich genauer im Salon umgesehen. Als das Ganze dann aufflog, war sie dementsprechend erleichtert.

Der Chef des Salons beobachtete alles, musste aber natürlich Normalität und Strenge vorgaukeln. „Es war schon sehr lustig zu sehen, wie der Mensch automatisch versucht, jede Situation rational zu erfassen, so unglaublich sie auch sein mag“, erzählt Geronikolaklis. Da nicht laut loszulachen, das sei das Schwierigste an der Sache gewesen.

Kameras in Pflanzen und hinter Spiegeln

Eine rationale Erklärung gab es in dem Fall natürlich auch – nur war die so gut versteckt, dass niemand sie entdeckte. Das Fernsehteam hatte die Kameras in Pflanzenkübeln und hinter Spiegelfolien platziert und so gut getarnt, dass selbst der Chef sich nach eigener Aussage schwertat, sie auszumachen. „Und das, obwohl ich ja wusste, wo sie waren.“

Übelgenommen haben seine Mitarbeiter ihm den Spaß übrigens nicht. Hinterher hätten alle gemeinsam darüber lachen können, wie er berichtet. Auch Marisa Fierro findet die Sache im Nachhinein lustig, auch wenn sie generell eher kamerascheu sei, erzählt sie. „Für mich war aber auch von Anfang an klar, dass niemand bloßgestellt werden darf. Sonst hätte ich nicht mitgemacht“, betont Geronikolakis.


Wo ist's zu sehen

Wer mitverfolgen möchte, wie Lena und Lisa die Mitarbeiter des Friseursalons „Frisur Pur“ hinters Licht führen, hat am Samstag, 14. April, um 20.15 Uhr Gelegenheit dazu.

Dann wird die Folge von „Verstehen Sie Spaß?“ in der ARD ausgestrahlt.