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Studie: Mehrheit greift zu Mund-Nase-Maske aus Baumwolle - aber leider zu oft ungewaschen

Frau Maske Mundschutz Corona Symbol
Zwei Frauen tragen Mund-Nase-Masken. © Pixabay

Die Mund-Nase-Maske, was wird sie zur Zeit gehasst und gleichzeitig auch irgendwie geliebt. Während die einen unablässig stöhnen, wie lästig der Schutz doch sei, wenn man sich mal für zehn Minuten für den Einkauf im Supermarkt bedeckt geben muss, tragen andere ihre Maske fast wie ein modisches Accessoire. Aus buntem Stoff, mit Blümchen oder Totenköpfen, der Mund-Nase-Schutz darf alles sein. Nur nicht ungewaschen. Laut einer aktuellen Studie der Hochschule Aalen aber greifen zwar mehr als die Hälfte der Menschen zu sogenannten Community-Masken aus Baumwollstoff. Allerdings allzu oft auch zu Masken, die sie mehr als einmal ungewaschen hintereinander verwenden - und die damit der eigentlichen Hygeniefunktion nicht mehr so dienlich sind. 

Die Maske muss richtig sitzen - und sauber sein

Laut der Studie trägt zwar der überwiegende Anteil der Probanden in der Öffentlichkeit eine Mund-Nasen-Bedeckung (und die sitzt auch richtig auf Mund und Nase). Wiederverwendbare Masken werden jedoch, entgegen den Empfehlungen des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), nur selten direkt nach einmaligem Gebrauch gewaschen. Das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen alleine schützt jedoch nicht vor einer Verbreitung von SARS-CoV-2. Werden aufgrund des Tragens einer „Maske“ andere Hygienemaßnahmen missachtet und wird der Mund-Nasen-Schutz nicht gründlich gereinigt, stellt dieser einen potenziellen Infektionsherd dar.

„In allen drei Teilerhebungen nutzen mehr als die Hälfte der Teilnehmer sogenannte „Community-Masken“ aus Baumwolle. Nur jeder Dritte verwendet Einweg-OP-Masken oder gar FFP2/FFP3-Masken“, sagt Prof. Dr. habil. Patrick Ulrich, wissenschaftlicher Leiter der Studie.

Einweg-Masken: Tragen, bis sie kaputt gehen?

Auch werden gerne Einweg-OP-Masken mehrmals täglich verwendet - was dem Sinn einer "Einweg-Maske" eigentlich so ziemlich widerspricht. Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, diese so lange zu nutzen, bis sie kaputt gehe. Außerdem setzten die Meisten erst die Maske auf, und desinfizierten sich dann erst die Hände. Umgekehrt wäre es durchaus sinnvoller. 

Männer greifen öfter zum Schal statt zur Maske

Tatsächlich konnten wohl auch Geschlechtsunterschiede festgestellt werden: Frauen interessieren sich stärker für das Thema Mund-Nasen-Schutz und scheinen diesbezüglich insgesamt besser sensibilisiert. Weibliche Personen tragen eher Einweg-OP-Masken als Männer, welche öfter Schals statt einer richtigen Mund-Nasen-Bedeckung nutzen. Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass Männer sämtliche Formen von Mund-Nasen-Schutz häufiger wiederverwenden als Frauen.

"Non-Compliance im Bereich Mund-Nasen-Schutz“

In der Studie „Non-Compliance im Bereich Mund-Nasen-Schutz“ vom Aalener Institut für Unternehmensführung wurde  das Verhalten von Personen im öffentlichen Raum untersucht. Dafür wurden in einem Zeitraum von vier Wochen von Ende Mai bis Mitte Juni rund 2.400 Personen in einer Online-Erhebung befragt. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden um persönliche Interviews und Beobachtungen mit insgesamt rund 1.100 Probanden vor diversen Supermärkten und Einkaufszentren im süddeutschen Raum ergänzt. Nun liegen erste Vorabergebnisse zu der Studie vor.