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Stuttgarter OB Frank Nopper: Opernsanierung nicht ins Unendliche ziehen

Oper Stuttgart
Der Littmannbau, auch Opernhaus, spiegelt sich im Eckensee. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archiv © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Bei der milliardenschweren Sanierung der Stuttgarter Oper drückt Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) aufs Tempo. «Wir sollten das Thema nicht wie einen Kaugummi ins Unendliche ziehen», sagte er der «Stuttgarter Zeitung» (Mittwoch). «Ich habe den Eindruck, dass das Thema Oper ausdiskutiert ist. Es ist im Wesentlichen alles geschwätzt, was geschwätzt werden muss.» Er erwarte eine Entscheidung zur Sanierung noch im laufenden Jahr. Den zuletzt verschobenen Grundsatzbeschluss wolle er nach Möglichkeit noch vor der Sommerpause im Gemeinderat herbeiführen.

Der neue Stuttgarter OB wollte am Mittwoch erstmals an einer Verwaltungsratssitzung der Württembergischen Staatstheater unter Vorsitz von Kunstministerin Theresia Bauer (Grüne) teilnehmen.

Land und Stadt hatten vor mehr als einem Jahr und somit noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie eine erste detaillierte Kostenschätzung präsentiert. Nach diesen Plänen könnte die nötige Sanierung des Hauses mehr als eine Milliarde Euro kosten. Entscheiden müssen letztlich Gemeinderat und Landtag. Denn die Kosten für die Sanierung des größten Dreispartenhauses der Welt müssten sich Stadt und Land als Träger jeweils zur Hälfte teilen.

Die Bauarbeiten sollen dann nach bisheriger Planung fünf bis sieben Jahre dauern und nicht vor 2025 beginnen, allerdings verzögert sich der Start wahrscheinlich wegen der Corona-Pandemie und der jüngsten OB-Wahl. Zentraler Streitpunkt des Projekts ist die sogenannte Kreuzbühne. Mit ihr sollen schnellere und einfachere Bühnenbildwechsel möglich werden. Kritiker betonen aber, für den Einbau müsse die Fassade des Opernhauses aufgerissen und verschoben werden. Dadurch gerate das historische Gesamtkonstrukt aus den Fugen.

In dem rund 100 Jahre alten Opernhaus wird außerdem mehr Platz zum Beispiel für Proberäume benötigt, das Dach aus dem Jahr 1911 ist marode und die Gastronomie nicht mehr zeitgemäß. Nach mehreren Debattenrunden hatte sich zuletzt auch das Bürgerforum zur Sanierung der Staatsoper klar für den umstrittenen Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes ausgesprochen.

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