Stuttgart & Region

Syrische Schleuser bei Razzien verhaftet

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Symbolbild. © Joachim Mogck

BöblingenIn den frühen Morgenstunden (5.6.2018) hat die Bundespolizei mit 135 Beamten zwei syrische Staatsangehörige im Alter von 33 und 31 Jahren verhaftet und zehn Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht.

Polizeibeamte, darunter auch verschiedene Spezialkräfte der Bundespolizei, haben in Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Ludwigsburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart sieben Objekte in Baden-Württemberg sowie drei Objekte in Nordrhein-Westfalen durchsucht. Bei dem Einsatz wurden zwei Männer im Raum Ludwigsburg verhaftet. Die Bundespolizei hat insgesamt neun Männer im Visier.

Neun Verdächtige

Ermittelt wurden fünf Syrer, ein irakischer Staatsangehöriger, ein Libanese, ein Türke und ein Deutscher im Alter von 29 bis 52 Jahren. Den Tatverdächtigen werden mehrere unterschiedliche Delikte vorgeworfen, die überwiegend im Zusammenhang mit der Einschleusung von ausländischen Staatsangehörigen nach Deutschland stehen.

Vorwürfe gegen die Verhafteten

Einem der beiden Verhafteten, dem 33-jährigen Syrer, wird unter anderem vorgeworfen, mehrere syrische und irakische Staatsangehörige von Griechenland nach Italien oder in die Niederlande und letztendlich nach Deutschland eingeschleust zu haben. Hierfür vermittelte er die ausländischen Staatsangehörigen, die nicht im Besitz von erforderlichen Ausweisdokumenten waren, an Schleuser im Ausland. Teilweise transferierte und verwaltete er Schleusergelder treuhänderisch oder verschaffte den schleusungswilligen Menschen für die Einreise gefälschte Ausweisdokumente oder Echtausweise.

Dem 31-jährigen Verhafteten wird vorgeworfen, durch Vermittlung von gefälschten Ausweisdokumenten entsprechende Schleusungen vorbereitet zu haben, wobei er in mindestens zwei Fällen mit dem 33-Jährigen zusammenarbeitete.

Falsche Dokumente

Die beiden Männer sollen mit dem Ziel gehandelt haben, sich durch die Schleusungen eine auf Dauer angelegte Einnahmequelle zu verschaffen. Zusätzlich wird mehreren Beschuldigten, darunter dem 31-jährigen Verhafteten, vorgeworfen, Bankkredite in betrügerischer Absicht beantragt und erhalten zu haben. Dazu wurden unter anderem Lohnabrechnungen, Aufenthaltsbescheinigungen und Ausweise für die Antragsteller verfälscht oder hergestellt.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Ausgangspunkt des Verfahrens waren verdeckte Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart gegen einen der Verhafteten. Diesem wird neben den Schleusungsdelikten vorgeworfen, Mitglied oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland, der sogenannten "Dschabhat Fath asch-Scham", der früheren "al-Nusra-Front" zu sein.

Die verhafteten Männer wurden dem Haftrichter am Amtsgericht Stuttgart vorgeführt. Die Ermittlungen dauern weiter an.