Stuttgart & Region

Testlauf an Schulen in Stuttgart: Können Luftreinigungsgeräte das Infektionsrisiko senken?

Kopie von Masken Kaufmännische Schule
Symbolbild. © Benjamin Büttner

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie geht die Stadt Stuttgart neue Wege: Die Landeshauptstadt will das Infektionsrisiko an Schulen senken und dafür ab Dezember in ausgewählten Klassenzimmern den Einsatz von Luftreinigungsgeräten testen. 

Ein wissenschaftlich begleiteter Feldversuch

Laut einer Pressemitteilung vom Donnerstagmittag hat das Schulverwaltungsamt innerhalb kürzester Zeit den Zustand der Fenster in 12.500 Schulräumen untersucht. Auf Basis dieser Daten wurden zehn Räume an neun Schulen unterschiedlicher Schularten ausgewählt, in denen Luftreinigungsgeräte zum Einsatz kommen sollen. Laut der Stadt handelt sich um einen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch.

Zusammen mit der Universität Stuttgart soll die Wirksamkeit der Filter untersucht werden, auch Faktoren wie Geräuschentwicklung, Stromverbrauch und mögliche von den Geräten ausgehende Gefährdungen bei Betrieb und Wartung spielen eine Rolle. 

Stoßlüften hat weiter oberste Priorität

„Wenn sich neue, sinnvolle Wege zum Schutz in Schulen eröffnen, wollen wir diese – wenn möglich – gehen“, findet Isabel Fezer, die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung. Fezer betont, man tue alles, „um den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Es wäre aber falsch zu glauben, Luftreinigungsgeräte könnten alle anderen Maßnahmen ersetzen oder in der Breite der Schulen zum Einsatz kommen.“ 

Der Leiter des Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt, will nicht, dass die Luftreinigungsgeräte ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln: „Um der Ausbreitung von Viren vorzubeugen, hat an den Schulen nach wie vor das Stoßlüften oberste Priorität. Luftreinigungsgeräte können eine sinnvolle Ergänzung sein. Ein Ersatz für die regelmäßige Frischluftzufuhr sind sie nicht.“

Stadt erhofft sich auch Aufschluss über Investitionskosten

In den zehn ausgewählten Schulräumen wird ab Dezember unter Realbedingungen der Einsatz von Luftreinigungsgeräten verschiedener Hersteller getestet. So soll auch herausgefunden werden, welche Hersteller und Gerätemodelle sich zum Einsatz in welchen Räumen eignen.

Mobile Luftreinigungsgeräte sind geeignet, die Luftqualität durch Herausfiltern von Staub, Pollen und sonstigen Partikeln zu verbessern. Sie führen jedoch keine frische Luft von außen zu. Abhängig von den Ergebnissen entscheidet die Stadt über einen weitergehenden Einsatz von Luftreinigungsgeräten und eine damit verbundene Ausschreibung zur Beschaffung. Die Stadt erhofft sich auch Aufschluss über die damit verbundenen Investitionskosten.