Stuttgart & Region

Weil der Stadt: Betrunkener Mann wird von S-Bahn erfasst

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Am Mittwoch (2.9.) wurde gegen 20.10 Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Weil der Stadt und Renningen ein 49-jähriger auf Höhe des Schießrainweges von einer S-Bahn an der Schulter touchiert. Der mit 2,1 Promille stark alkoholisierte Mann hatte sich zuvor im Gleisbereich aufgehalten. Der Zug konnte trotz sofort eingeleiteter Schnellbremsung nicht mehr rechtzeitig bremsen. Der Mann brach sich die Schulter und erlitt leichte Verletzungen am Kopf und Abschürfungen am Körper. Er wurde von Rettungskräften erstversorgt und in eine Klinik gebracht. 

Alle in der S-Bahn befindlichen Reisenden verblieben unverletzt und konnten nach Eintreffen eines Ersatzlokführers ihren Reiseweg fortsetzen. Das betroffene Gleis musste für den Zeitraum der Einsatzmaßnahmen komplett gesperrt werden. Dadurch kam es zu Verspätungen und Ausfällen der S-Bahn.  

Die Polizei geht derzeit aufgrund des Atemalkoholtests von 2,1 Promille von Betrunkenheit als Ursache aus.  Der im Landkreis Böblingen wohnhafte Mann muss nun mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffes in den Bahnverkehr rechnen.

Die Bundespolizei warnt vor den Gefahren an Bahnanlagen:

Züge nähern sich fast lautlos und können je nach Windrichtung oft erst sehr spät wahrgenommen werden. Ein Zug, der sich mit 160 Stundenkilometer nähert, benötigt für eine Strecke von 100 Metern gerade einmal 2,2 Sekunden. Züge können Hindernissen nicht ausweichen und selbst bei einer sofort eingeleiteten Schnellbremsung beträgt der Bremsweg mehrere hundert Meter. Ein elektrisch betriebener Zug ist auch bei einer Geschwindigkeit von über 200 Stundenkilometer für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt. Zudem wird die Sogwirkung von vorbei- und ausfahrenden Zügen meist nicht bedacht. Die weiße Linie an Bahnsteigen markiert den Sicherheitsabstand zum Gleis und ist in jedem Fall einzuhalten. Ein Aufenthalt zwischen Bahnsteigkante und der weißen Linie ist verboten. Vielen Personen ist nicht bewusst, dass auch außerhalb des ausgehängten Fahrplanes ein Zugverkehr (z.B. Sonder- oder Güterzüge) stattfindet. Bahngleise dürfen nur an den hierfür bestimmten Stellen, wie z.B. Über- oder Unterführungen, überquert werden.