VfB Stuttgart

Stuttgarter Energieleistung wird nicht belohnt

Fußball Bundesliga Werder Bremen vs. VfB Stuttgart_0
Auch in Bremen kam der VfB Stuttgart nicht zum ersehnte ersten Auswärtssieg der Saison. © Danny Galm

Bremen.
Der VfB Stuttgart bleibt auch nach dem 14. Spieltag weiter ohne Auswärtssieg: In Bremen kassierte die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf am Samstag eine knappe 1:0-Niederlage. Max Kruse erzielte vor 41.500 Zuschauern im Weserstadion das Tor des Tages.

Warum der VfB Stuttgart im Bremer Weserstadion leer ausging, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

VfB-Trainer Hannes Wolf schickte in Bremen dieselbe Startelf wie in der Vorwoche gegen Hannover 96 (1:1) auf den Rasen. Für Stürmer Simon Terodde blieb im Weserstadion (mal wieder) nur der Platz auf der Ersatzbank. Auf der saßen zunächst auch die drei Rückkehrer Chadrac Akolo, Anastasios Donis und Marcin Kaminski. Am Spielsystem (3-4-2-1) nahm Wolf ebenfalls keine Veränderung vor.

Spielidee und Taktik

Den SV Werder Bremen erwartete Taktik-Fuchs Hannes Wolf als spielstarken Gegner mit einem „offensiven Ansatz“ und einem extrem gefährlichen Max Kruse in der Spitze. Die Mannschaft von Florian Kohfeldt stehe für „viel Fußball und Beweglichkeit. Die können richtig kicken“.

Werders spielerischem Ansatz begegnete der Aufsteiger wie schon gegen Dortmund und Hannover mit einem mannorientierten Pressing. Über die schnellen Takuma Asano und Josip Brekalo sollte dann nach Ballgewinn mit Tempo flach und präzise in Richtung Bremer Tor gespielt werden. „Wir wollen kein defensives Spiel machen, sondern selbst aktiv werden“, erklärte der Trainer kurz vor dem Anpfiff.

Spielverlauf kompakt

In einer ausgeglichenen Anfangsphase hatten die Hausherren die erste Chance des Spiels: Bartels verpasste nur knapp per Kopf (8.). Beide Teams gewährten sich im Mittelfeld nur wenig Raum und standen kompakt und konzentriert im Defensivverbund.

Die beste Stuttgarter Gelegenheit ließ Asano nach einem Fehlpass von Bremens Keeper Pavlenka liegen (29.). Kurz vor der Pause traf Pavard nach einer Ecke nur die Latte (40.), ehe Kruse den SV Werder nach einem schnell ausgeführten Freistoß in Führung schoss (45.).

Beide Teams kamen unverändert aus der Pause und Eggestein vergab die erste Bremer Chance im zweiten Durchgang (49.). Glück hatten die Schwaben nur wenig später, als Schiedsrichter Dankert einem Bremer Treffer nach Rücksprache mit dem Videoassistenten die Anerkennung verweigerte (52.).

Auf der Gegenseite rettete Bargfrede auf der Linie gegen Brekalo (64.). Die Partie nun munter und abwechslungsreich. Bremens Delaney setzte einen Freistoß nur haarscharf am Tor vorbei (71.) und scheiterte an VfB-Keeper Zieler (80.). Der VfB warf in der Schlussphase alles nach vorne und hatte durch Badstuber noch zwei gute Gelegenheiten: Zunächst parierte SVW-Keeper Pavlenka den Volleyschuss des 28-Jährigen (84.) und dann setzte der Innenverteidiger einen Kopfball knapp über das Tor (87.).

Spielentscheider

Die Stuttgarter Energieleistung am Osterdeich wurde am Ende nicht belohnt. Letztlich entschied der Treffer von Max Kruse die umkämpfte Partie. Dem Tor vorausgegangen war allerdings eine höchst fragwürdige Freistoß-Entscheidung von Schiedsrichter Dankert.

Unterm Strich fehlte dem VfB Stuttgart gegen kampf- und laufstarke Bremer die Konsequenz und Durchschlagskraft im letzten Drittel. Einsatz, Wille und Moral waren erneut top, doch das Spielglück an diesem Samstag auf Seiten der Bremer.

Eine ärgerliche und unnötige Pleite für die Schwaben. Saisonübergreifend wartet der Aufsteiger nun seit 15 Auswärtsspielen auf einen Sieg. Der letzte Erfolg in der Fremde datiert auf den 6. Februar 2016 - ein 4:2 in Frankfurt.

Auf den Punkt gebracht

Sportvorstand Michael Reschke konnte der Mannschaft kurz nach dem Abpfiff im Sky-Interview keinen Vorwurf machen: „Es war ein sehr starkes Auswärtsspiel. Lediglich die Konsequenz und der letzte Druck vor dem gegnerischen Tor haben uns heute gefehlt.“ Mit Blick auf die Freistoß-Entscheidung kurz vor dem Gegentreffer sprach der 60-Jährige von „einer sehr unglückliche Entscheidung des Schiedsrichters.“ 

Bremens Fin Bartels erklärte die Szene nach dem Spiel mit ehrlichen Worten: "Es war kein Foul. Ich kam aus dem Tritt, aber der Ball wäre so oder so bei mir gewesen."

Sichtlich angefressen war VfB-Kapitän Christian Gentner: „Das passiert uns zu häufig diese Saison. Es ist sehr frustrierend“, schimpfte der 32-Jährige, „eine total unnötige Pleite. Wir setzen uns damit bei den Heimspielen unnötig unter Druck.“ Abwehrspieler Andreas Beck vermisste den „letzten Punch“ und gab noch kämpferisch das Ziel für die restlichen drei Partien aus: „Wir wollen bis zum Winter über die 20-Punkte-Marke kommen.“

Ausblick

Der VfB Stuttgart eröffnet am nächsten Freitag den 15. Spieltag mit einem Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker). Auf den SV Werder Bremen wartet am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr im Dortmunder Signal-Iduna-Park eine große Herausforderung.


SV Werder Bremen - VfB Stuttgart 1:0 (1:0)

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson – Bargfrede (74. Sané) – Eggestein (89. Gondorf), Delaney – Bartels (85. Kainz), Junuzovic - Kruse

Bank: Drobny (Tor), Bauer, Hajrovic, Belfodil

Trainer: Florian Kohfeldt

Stuttgart: Zieler - Pavard, Badstuber, Baumgartl - Beck, Insua (61. Terodde)- Ascacibar, Gentner – Brekalo, Özcan (70. Akolo) – Asano (57. Donis)

Bank: Grahl (Tor), Aogo, Kaminski, Mangala

Trainer: Hannes Wolf

Tore: 1:0 Kruse (45.)

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Zuschauer: 41.500 (ausverkauft)