VfB Stuttgart

Systemumstellung bringt den VfB zurück in die Spur

Fußball Bundesliga VfL Wolfsburg vs. VfB Stuttgart_0
VfB-Stürmer Mario Gomez erzielte gegen die alten Wolfsburger Kollegen sein erstes Saisontor im Trikot des VfB Stuttgart. © Danny Galm

Wolfsburg.
Der VfB Stuttgart hat unter dem neuen Trainer Tayfun Korkut  den zweiten Auswärtspunkt der Saison geholt. Beim 1:1 (1:0) in Wolfsburg erzielte ausgerechnet Ex-VfL-Stürmer Mario Gomez den Ausgleich (60.) – sein erstes Saisontor für die Schwaben. Divock Origi hatte den VfL im ersten Durchgang in Führung geschossen (24.)

Wie es zum Remis zwischen dem VfB Stuttgart und dem VfL Wolfsburg kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Auch der neue Cheftrainer Tayfun Korkut schickte die Mannschaft zunächst in einem 4-2-3-1-System auf den Platz, veränderte seine Startelf aber im Vergleich zur Niederlage gegen Schalke auf fünf Positionen. So agierte Kapitän Christian Gentner zusammen mit Anastasios Donis und Erik Thommy (erster Einsatz für den VfB) im offensiven Mittelfeld.

Vor der Viererkette (Insua, Pavard, Baumgartl, Beck) begannen Dennis Aogo und Santiago Ascacibar auf der Doppelsechs und Mario Gomez startete bei seiner Rückkehr nach Wolfsburg als einzige Spitze.

Spielidee und Taktik

Die älteste VfB-Startelf in dieser Saison (im Schnitt 26,18 Jahre) spielte gegen den Ball in einem 4-4-2-System. Ascacibar und Aogo sollten das spielerische Herzstück der Wölfe um Arnold und Didavi zustellen und nicht zur Entfaltung kommen lassen. Die Viererkette stand relativ hoch und immer wieder versuchten die Schwaben durch aggressives Angriffspressing, den VfL schon in der eigenen Hälfte unter Druck zu setzen.

Im Offensivspiel wollte der VfB mit einem variablen Flügelspiel über Thommy (links) und Donis (rechts) zum Erfolg kommen. Kapitän Gentner spielte erstmals in dieser Saison als hängende Spitze hinter Mario Gomez.

Spielverlauf kompakt

  • 10. Minute: Der VfB hat die erste Chance der Partie. Ecke Thommy, Kopfball Gomez – knapp am Pfosten vorbei.
  • 22. Minute: Wolfsburgs erster Torschuss. Maximilian Arnold fasst sich ein Herz und zieht ab. Zieler muss nicht eingreifen, der Ball geht deutlich am linken Pfosten vorbei.
  • 24. Minute: Beck verliert kurz hinter der Mittellinie die Kugel an Malli, Origi schnappt sich das Spielgerät und zirkelt den Ball aus 20 Metern präzise ins linke untere Eck – 1:0 für den VfL.
  • 27. Minute: Der VfB wackelt jetzt bedrohlich. Guilavogui schickt Didavi, doch Zieler ist blitzschnell raus aus seinem Tor und kann klären.
  • 29. Minute: Und wieder rettet Zieler. Beck klärt einen Eckball genau vor die Füße von Daniel Didavi, der ehemalige Stuttgarter zieht volley ab, findet aber im VfB-Keeper seinen Meister.
  • 46. Minute: Zieler schickt den eingewechselten Ginczek mit einem langen Abschlag auf die Reise, der wird noch abgedrängt und scheitert aus spitzem Winkel an VfL-Keeper Casteels.
  • 58. Minute: Die nächste Chance für den VfB, der aber aus dem Durcheinander nach Thommys Ecke keinen Profit schlagen kann.
  • 60. Minute: Die Schwaben gleichen aus! Nach einer Ecke zieht Dennis Aogo volley ab und Mario Gomez hebt im Fünfer den Schlappen hin – 1:1.
  • 78. Minute: Die große Chance für den VfB, hier noch als Sieger vom Platz zu gehen, aber Ginczek jagt den Ball aus fünf Metern deutlich am Tor vorbei. Gomez hatte messerscharf vors Wolfsburger Tor geflankt.
  • 79. Minute: Thommy zieht aus 25 Metern ab und scheitert mit seinem zu unplatzierten Versuch an Wolfsburgs Schlussmann Casteels.
  • 80. Minute: Auf der Gegenseite kommt Guilavogui aus zentraler Position zum Abschluss und scheitert an Zieler.

Spielentscheider

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten verdiente sich der VfB Stuttgart seinen zweiten Auswärtspunkt in dieser Saison. Der Aufsteiger begann die Partie konzentriert und engagiert. Die Schwaben hatten eine gute Struktur und Ordnung gegen den Ball, doch nach dem vermeidbaren Gegentor (24.) fiel das VfB-Kartenhaus beinahe in sich zusammen.  

Korkuts Systemumstellung auf ein 4-4-2 mit der Doppelspitze Ginczek/Gomez brachte den VfB dann wieder zurück in die Spur. In der Folge spielten die Stuttgarter mutiger in Richtung VfL-Tor und kamen zum verdienten Ausgleich.

Doch auch unter dem neuen Trainer offenbarte der VfB einige alte Probleme: Die Roten lassen nach wie vor zu viele Torchancen zu, ihnen fehlt häufig der Zug zum Tor und im Aufbauspiel leistet sich der Aufsteiger zu viele Fehlpässe.

Auf den Punkt gebracht

Torschütze Mario Gomez gab die gute zweite Halbzeit nach dem Abpfiff im Sky-Interview als Blaupause für die nächsten Wochen aus: „So wie in der zweiten Halbzeit müssen wir die Partien künftig von Beginn an angehen. Dann gewinnen wir auch die Spiele.“

Nach der turbulenten Woche konnte Sportvorstand Michael Reschke mit dem Ergebnis gut leben: „Bis zum Rückstand haben wir ein gutes Spiel geliefert, danach haben wir ein bisschen gewackelt. In den zweiten 45 Minuten haben wir uns dann aber gesteigert einen hochverdienten Punkt geholt.“

Auch Trainer Tayfun Korkut war mit seinem Einstand zufrieden und sagte: „Mit der Leistung aus der zweiten Halbzeit können wir sehr zufrieden sein. Die müssen wir jetzt als Schub mit in die nächsten Wochen nehmen.“

Ausblick

Für den VfB Stuttgart geht es am 22. Spieltag mit einem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach weiter. Anpfiff in der Mercedes-Benz Arena ist am Sonntag (11. Februar) um 15.30 Uhr.

Der VfL Wolfsburg spielt unter der Woche im DFB-Pokal-Viertelfinale beim FC Schalke 04 (Mittwoch, 20.45 Uhr), ehe in der Bundesliga am Sonntag um 18 Uhr das Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen auf dem Plan steht.

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 1:1 (1:0)

Wolfsburg: Casteels - Verhaegh, Bruma, Knoche, Tisserand - Guilavogui, Arnold – Steffen (67. Mehmedi), Didavi (81. Brekalo), Malli - Origi

Bank: Grün (Tor), Furtado, Gerhardt, Osimhen, Jung

Trainer: Martin Schmidt

Stuttgart: Zieler – Beck, Pavard, Baumgartl, Insua – Aogo (87. Mangala), Ascacibar - Thommy, Gentner, Donis (46. Ginczek) -  Gomez

Bank: Meyer (Tor), Akolo, Burnic, Özcan, Kaminski

Trainer: Tayfun Korkut

Tore: 1:0 Origi (24.), 1:1 Gomez (60.)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Zuschauer: 24.378