VfB Stuttgart

Teil IV: Eine neue Hoffnung

Mannschaftstraining VfB Stuttgart Dienstag - 18.10._4
Cheftrainer Hannes Wolf. © Danny Galm

Stuttgart.
Der Verein für Bewegungsspiele Stuttgart hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Vom Abstieg nach 39 Jahren in Deutschlands höchster Spielklasse, über einen radikalen Umbruch im gesamten Verein und einen neuen jungen Hoffnungsträger. In fünf Teilen werfen wir einen Blick zurück auf zwölf Monate voller Hoffnung, Verzweiflung, Aufbruchsstimmung, Zweifel und Zuversicht.


Der große VfB-Jahresrückblick:


Teil IV: Eine neue Hoffnung

Ohne Punktverlust und ohne Gegentor – 1:0 in Kaiserslautern, 2:0 über Braunschweig - übergab Interimstrainer Olaf Janßen am 20. September 2016 den VfB auf dem zweiten Tabellenplatz an den neuen Hoffnungsträger des VfB Stuttgart Hannes Wolf.

„Es ist Hannes Wolf“

Eigentlich wollte der Verein die Verpflichtung des 35-Jährigen mit einer eigenen Pressekonferenz würdigen, doch die Nachricht, dass Sportvorstand Schindelmeiser Hannes Wolf von der Dortmund U19 loseisen konnte, bahnte sich schon während des Spitzenspiels gegen Braunschweig ihren Weg an die Öffentlichkeit.

Als die Traube der Journalisten nach der Partie des VfB gegen Eintracht Braunschweig um Jan Schindelmeiser immer größer wurde, entschied sich der Sportvorstand zur Flucht nach vorne und verkündete, was eigentlich schon keine Überraschung mehr war. „Ich kann bestätigen, dass wir am Mittwoch um 14 Uhr einen neuen Trainer vorstellen werden. Es ist Hannes Wolf.“

„Wir halten ihn für die ideale Besetzung“

Nicht Markus Gisdol, nicht André Breitenreiter, nicht ein anderer erfahrener Recke auf dem Trainerstuhl machte das Rennen um den Chefposten in der Stuttgarter Coachingzone. Sondern Hannes Wolf, gerade einmal 35 Jahre alt, der seit 2009 und bis heute nur Jugendmannschaften von Borussia Dortmund betreut hatte. „Wir halten ihn für die ideale Besetzung – aktuell und für die Zukunft“, so Schindelmeiser.

Anderthalb Wochen zuvor trainierte Wolf in Dortmund-Brackel noch 19-Jährige, das Schwabenland und die zweite Liga waren für ihn so weit weg wie für den VfB die Champions Legaue. Dann aus dem Nichts erste Gespräche, schnelle Verhandlungen – und schwups, war Wolf in Cannstatt.  Zusammen mit seinem langjährigen Co-Trainer Miguel Moreira, einem gebürtigen Dortmunder mit portugiesischen Wurzeln, stürzte sich der neue Stuttgarter Leitwolf ausgerechnet in seiner Geburtsstadt Bochum in das Abenteuer zweite Liga mit dem VfB.

Hitzige Mitgliederversammlung

Einem 1:1 beim VfL Bochum folgte ein fulminanter 4:0-Heimsieg über die SpVgg Greuther Fürth. Die Wogen vor der viel diskutierten Mitgliederversammlung am 9. Oktober waren ein wenig geglättet. Auf der hitzigen Mitgliederversammlung kam die Vereinsführung des VfB dann mit einem blauen Auge davon. Die Mitglieder stimmten gegen einen Antrag, die Abwahl des Aufsichtsrats mit auf die Tagesordnung zu nehmen und wählten anschließend den vor allem bei den Stuttgarter Ultra-Gruppierungen unbeliebten Präsidentschaftskandidaten Wolfgang Dietrich zu ihrem neuen Präsidenten.

Gerade schien sich der VfB wieder in ruhigerem Fahrwasser einzufinden, da setzte es am 9. Spieltag beim Aufsteiger Dynamo Dresden eine schallende 0:5-Pleite. Doch Hannes Wolf und sein Trainerteam zogen aus der Niederlage die richtigen Schlüsse, blieben anschließend sechs Spiele lang ungeschlagen und verpassten durch zwei Niederlagen zum Hinrundenabschluss gegen Hannover und Würzburg nur knapp die Herbstmeisterschaft.