Getränke Kastner

100 Prozent plastikfreier Getränkekauf

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Nachhaltiger, regionaler Einkauf in Schwaikheim. © Ralph Steinemann Pressefoto

Es kommt nicht oft vor, dass es ein Getränkemarkt in die bundesweiten Schlagzeilen schafft. Hans-Peter Kastner, der bereits einen Markt in Stuttgart betreibt, hat es mit seinem nachhaltigen Plastikfrei-Konzept geschafft: Als erster Getränkehändler deutschlandweit verzichtet er seit 1. August 2019 auf Plastikflaschen. Diese Medien-„Berühmtheit“ hat es nun nach Schwaikheim verschlagen.

Verkauft werden ausschließlich Mehrweg-Glas-Flaschen und Mehrweg-Pet-Flaschen. Eine Ausnahme sind Spirituosen und 0,75-Weinflaschen, da es auf dem Markt nur Einweg-Glas gibt.

Wie kommt der Getränkehändler aus der Großstadt ins beschauliche Schwaikheim? „Die Verbundenheit besteht schon lange, weil meine Frau aus Aspach stammt“, sagt er. Ihm ist es wichtig, den erfolgreich eingeschlagenen „Mehrweg“-Weg auszubauen. Da er die Familie Schwarzer seit langem kennt, bekam er von den Schwierigkeiten der Drinkwelt mit. „Es war selbstverständlich, in Gespräche zu gehen, da wir sowieso nach einem weiteren Standort gesucht haben.“

Sein Ziel: Die bestehenden Arbeitsplätze sichern und das Sortiment so regional wie möglich gestalten. Es war ein Risiko, doch es hat eingeschlagen. „Es ist uns bis jetzt zu 100 Prozent gelungen.“ Viele Stammkunden sind erfreut, viele gut bekannte Gesichter aus der Drinkwelt wiederzusehen, die ihnen die gewohnt guten Serviceleistungen bieten, zu denen auch Lieferservice und die Annahme von Hermes-Paketen zählen.

Sämtliche Mitarbeiter inklusive dem ehemaligen Inhaber wurden übernommen. Auf umso mehr Neues stoßen die Kunden aber im Sortiment, das auf 100 Prozent Einweg-Pet-frei umgestellt und von Einwegdosen befreit ist. „Nachhaltigkeit und Mehrweg voran“ heißt es für die Lieferanten: Um regionales Mehrweg anzubieten achtet Kastner auf die Herkunft der Produkte: 1.500 verschiedene Getränke, davon zu 70 Prozent in Baden-Württemberg abgefüllt, zu 20 Prozent im süddeutschen Raum, rund zehn Prozent haben weitere Transportwege. Das sichert regionale Arbeitsplätze.

Alleine die Bier-Auswahl umfasst weit über 300 Sorten. Mit dem Kauf erhält der Kunde nicht nur ein schmackhaftes Bier, sondern unterstützt auch eine der zahlreichen kleinen, oft familiär geführten Brauereien aus der nahen Umgebung.

Während sich immer mehr Großbrauereien zu Riesenkonzernen zusammenfusionieren, wird an der „Basis“ mit Herzblut für eine hervorragende Qualität gearbeitet. Das passt zu Kastner, der ebenfalls mit Herzblut hinter der regionalen und lokalen Sache steht. „In Zeiten, in denen es immer weniger Fachhändler gibt, möchte ich den Zugang schaffen fürs Einkaufen im Flecken.“ Dass auch wir Kunden auf kurzen Wege nachhaltiger zum Einkaufen gehen wird immer wichtiger für die Zukunft.