04:00 - Abramzik Markt

Ich kann zum Wohl der Kunden die Ware vor dem Kauf sehen

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Frühaufsteher Johann Schneider, Julia Abramzik, Katja Abramzik, Sybille Breymayer und Frühaufsteher Klaus Abramzik. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Frühaufsteher Johann Schneider, Julia Abramzik, Katja Abramzik, Sybille Breymayer und Frühaufsteher Klaus Abramzik. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der gute alte Einkaufszettel muss mit

Um 4 Uhr wach? Julia und Katja Abramzik verziehen lächelnd die Miene: „Um diese Zeit ist nur unser Vater ansprechbar“, sagen sie. „Ich fahre zum Einkaufen“, bejaht Klaus Abramzik. In den frühen Morgenstunden ist er mit handgeschriebenem Einkaufszettel auf dem Weg zum Großmarkt in Stuttgart, um das frische Obst und Gemüse von regionalen Erzeugern auszuwählen.

Andere schlafen um die Uhrzeit ungestört weiter, im Abramzik-Markt ist alles dunkel und die Straßen sind noch leer. Da sind Klaus Abramzik und sein Fahrer Johann Schneider schon mitten im Leben. „Wir haben nie Stau auf dem Weg zur Arbeit“, nennt er lachend einen Vorteil des Frühaufstehens. Auf dem Großmarkt sind sie dann nicht mehr alleine: Von ihrem Stamm-Parkplatz führt der Weg durch ein Gewusel aus rangierenden Lkw und Transportern zuerst in die Gemüsehalle, wo rege und gesprächig die Tagesgeschäfte geschlossen werden. Ist das Gemüse geordert, steigt Klaus Abramzik auf sein dort abgestelltes Fahrrad und klappert die Obststände ab. Zu Fuß wäre er verloren auf dem weitläufigen Gelände.

Nichts geht ohne ein Stück Pappe, das er in der Hosentasche dabeihat. „Mein Einkaufszettel, eine Angewohnheit, die ich von meinem Vater übernommen habe.“ Der gute alte Einkaufszettel hat bei ihm etwas größere Dimensionen als der einer Familie: Bis zu 130 Artikel notiert er bei der Inventur am Vorabend darauf. Knapp zwei Stunden Zeit hat er, um die Ware in bester Qualität und maximaler Frische auszuwählen. Preisverhandlungen und das Einkaufen mit allen Sinnen lässt sich der gelernte Kaufmann nicht nehmen. „Deshalb bin ich freier Händler geworden, ich kann zum Wohl der Kunden die Ware vor dem Kauf sehen, probieren und anfassen“, sagt er. Bei der Rückkehr kurz vor halb sieben brennt das Licht im Abramzik-Markt. Die Mitarbeiter stehen parat und räumen die Fracht in die Körbe und Auslagen in der Obst- und Gemüseabteilung. Seit kurzem sind als vierte Sorte auch Bio-Fairtrade-Bananen im Sortiment. Auch in den weiteren Abteilungen wird alles vorbereitet: bei Fisch-Feinkost Stock, in der Metzgerei Kühnle und der Bäckerei Maurer. Längst ist der Abramzik-Markt ein Inbegriff für Regionalität und Qualität. Produkte kleiner Manufakturen und Selbstvermarkter zwischen Rems, Murr und Wieslauf machen einen großen Teil des Sortiments aus. Die Töchter Katja und Julia sind am Betrieb beteiligt und führen die Tradition der „kurzen Wege“ weiter. Was das Frühaufstehen angeht, genießen sie noch „Schonfrist“, weil der Vater den Part ja liebend gern übernimmt.

 

Abramzik Markt

Ritterstraße 5
73650 Winterbach
Telefon: 07181 / 9802800

www.abramzik.de