Spekulatius statt Spotlight

Der „Die Schokoladenvilla“ Autorin Maria Nikolai geht es ums Zusammensein - und auch um Schokolade

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Bei ihren Lesungen gibt sich Maria Nikolai nahbar und ist auch an einem persönlichen Austausch mit ihren Leserinnen und Lesern interessiert. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Bestsellerautorin Maria Nikolai signiert gerne die Bücher ihrer Leserinnen und Leser. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Bestsellerautorin Maria Nikolai signiert gerne die Bücher ihrer Leserinnen und Leser. © Ralph Steinemann Pressefoto

Eine Tasse duftenden Kaffee genießen. Selbst gebackene Lebkuchen und feine Schokoladenpralinen verschenken. Mit einem guten Buch vor dem Kamin sitzen, während es draußen stürmt und (vielleicht sogar) schneit. Genüsse zur Weihnachtszeit sind vielfältig – seien sie kulinarischer oder geistiger Natur. Vor allem aber ist Genussempfinden individuell. Für Bestsellerautorin Maria Nikolai zählen musikalische Stunden, ein Feiertag im großen Familienkreis sowie eine besondere Weihnachtsgeschichte zu ihren ganz persönlichen weihnachtlichen Genussmomenten.

Ihren Leserinnen und Lesern bietet Maria Nikolai mit der Trilogie „Die Schokoladenvilla“ kulinarische Genüsse – zumindest in der Fantasie – sowie Lesefreude (nicht nur) zur Weihnachtszeit. Dazu gibt es noch etwas Romantik, denn das Genre, dem sie sich aktuell widmet, lässt sich als „historische Romane mit romantischer Note“ beschreiben. Die geschichtlichen Fakten sind sorgfältig recherchiert, Maria Nikolai verlässt sich dabei neben ihrer eigenen Recherche auf Expertinnen und Experten, besucht Museen und entsprechende Wirkungsstätten. „Der historische Anteil in meinen Büchern ist ein bedeutender und in etwa so umfangreich wie der Anteil, den das Verbrechen in einem Kriminalroman einnimmt.“

„Ich habe den schönsten Beruf der Welt“

In der Adventszeit treffen wir die Autorin vor einer anstehenden Lesung in einem Café – einer Umgebung, die ihr oft als zweiter Arbeitsplatz dient. Vor allem der Recherche widmet sich Maria Nikolai gerne fernab des eigenen Schreibtischs. „Schreiben ist eine einsame Tätigkeit – deshalb ist es für mich und meinen Schreibprozess wichtig, regelmäßig auch außerhalb meiner eigenen vier Wände zu arbeiten, sonst wird es mir irgendwann zu ruhig“, sagt Maria Nikolai. Sie begrüßt uns herzlich, freut sich auf die anstehende Lesung ihres Buchs „Töchter der Hoffnung“ – Band 1 ihrer neuen Trilogie – und auf die Interaktion mit den Gästen, denn den Kontakt zu ihren Leserinnen und Lesern pflegt Maria Nikolai gerne und umfassend.

Natürlich ist es für jede aufmerksame Journalistin unmöglich, in ein Gespräch mit einer Bestsellerautorin zu starten, ohne den Moment zu thematisieren, nach dem sich jeder Schreibende sehnt: den Moment, in dem auf dem eigenen Buch der „Spiegel Bestseller-Sticker“ klebt. Bei Maria Nikolai und

der „Schokoladenvilla“ lässt sich der Erfolg mit mittlerweile mehr als 500.000 verkauften Exemplaren sowie einer Übersetzung der Trilogie in aktuell sechs Sprachen beziffern. „Das war schon ein sehr, sehr schönes Gefühl damals, als ich den Anruf erhielt: Du bist auf der Bestsellerliste. Am Anfang konnte ich es gar nicht glauben.“ Seitdem ist das Schreiben für sie zum Beruf geworden – zum schönsten Beruf der Welt, wie sie selbst sagt.

Schokoladenbrot, „O holy night“ und ein besonderes Familientreffen

An den Weihnachtstagen aber lässt sie die Tastatur ruhen und widmet sich anderen Herzensangelegenheiten. „Weihnachten bedeutet für mich, familiäre Traditionen zu pflegen, meine Liebsten um mich zu haben, kuschelige Stunden mit Kerzen, Decken und einer Tasse Tee zu verbringen und einfach zur Ruhe zu kommen“, lässt Maria Nikolai in ihre persönliche Weihnachtszeit blicken. Bereits in der Vorweihnachtszeit backt sie zusammen mit ihrer Tochter Plätzchen – und Schokoladenbrot. „Das Rezept habe ich vor einigen Jahren von einer ehemaligen Kollegin bekommen, und seitdem hat dieses Brot einen festen Platz auf meiner vorweihnachtlichen Backliste. Es geht so in Richtung von Brownies und wird final mit einer Zartbitterkuvertüre überzogen – einfach ein Traum.“ Auch ein Weihnachtsbaum darf im Hause Nikolai nicht fehlen, geschmückt mit roten Kugeln, Schleifen und Strohsternen. „Den schmücken wir meist schon am zweiten Adventswochenende, damit wir länger etwas davon haben. Dazu stelle ich in jedem Jahr die selbst getöpferte Krippe meiner Eltern auf, die sie mir vor einigen Jahren geschenkt haben. Wenn die steht, beginnt bei uns die Weihnachtszeit.“

Den Heiligabend verbringt sie gerne im kleineren Familienkreis. „Da entstehen bei uns in jedem Jahr unterschiedliche Konstellationen, die aber immer sehr gemütlich und stressfrei sind. Meine Kinder haben jeweils bereits feste Partner, so dass wir an Heiligabend immer recht flexibel sind, wer wo den Abend verbringt. Der erste Feiertag ist meistens sehr ruhig, manchmal setze ich mich auch für einige Stunden an den Schreibtisch, bevor unser Highlight am zweiten Feiertag beginnt – das traditionelle Familientreffen in großer Runde. Da kommen alle zusammen, meine Eltern, Kinder, meine Geschwister, Nichten und Neffen – das ist für mich der bedeutendste Weihnachtstag.“ Im Mittelpunkt steht das Zusammensein gepaart mit viel Musik. „Wir sind alle sehr musikalisch, so singen und musizieren wir gemeinsam mit Klavier, Gitarre und einem mehrstimmigen Familienchor. Immer auf der Playlist steht ‚O holy night’ – mein liebstes Weihnachtslied.“ Und auch wenn Maria Nikolai selbst sehr wenig liest in der Weihnachtszeit, ist für sie eine Geschichte nicht wegzudenken: „Der Stern von Bethlehem“ wird zur besinnlichen Stunde in großer Familienrunde gelesen, während jeder seine eigenen Gedanken und Erinnerungen mit in diesen Moment trägt. „Für mich ist dieses Buch eine Erinnerung an meine Kindheit, seitdem begleitet es mich jährlich zur Weihnachtszeit.“ Und nach den Feiertagen? „Am Morgen nach dem zweiten Feiertag begebe ich mich direkt an meinen Schreibtisch – zwar mit etwas Wehmut, dass Weihnachten vorüber ist, aber vor allem mit Freude, mich nun wieder in die Welt meiner Ideen und meiner Protagonisten zu begeben und mich einem meiner höchsten Genüsse – dem Schreibgenuss – mit ganzem Herzen zu widmen.“