Der andere Blick auf Weihnachten

Ein Geschenk zum Auspacken und ein Strahlen im Gesicht

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Etwas Schönes zum Auspacken an Heiligabend für jedes Kind – dafür engagieren sich die Mitarbeiterinnen des Projektes „Weihnachtswunschbaum“. © siehe Bildtext

Für Danijela Rost und Andrea Kirchner startet nun die heiße Phase des Jahres. Ab November bis hinein in die Adventszeit ist die aktive Zeit, in der sie in den Geschäften der Region unterwegs sind, Geschenke einkaufen, bei Sponsoren abholen und verpacken. „Diese Zeit des Jahres ist die schönste, denn der Höhepunkt – das eigentliche Geschenkeausteilen – steht nun kurz bevor. Dafür arbeiten wir ein Dreivierteljahr lang“, sagt Danijela Rost, die seit zwei Jahren im Projekt „Weihnachtswunschbaum“ engagiert ist.

Dieses organisiert der Kinderschutzbund bereits seit dem Jahr 2012. „Das haben unsere Vorgängerinnen ins Leben gerufen und es ist uns ein Herzensanliegen, dass dieses Projekt bestehen bleibt und wir in jedem Jahr zu Weihnachten Kindern und Jugendlichen, die keine üppigen Gabentische erwarten können, eine Freude machen können“, sagt Magdalena Hecker-Rost, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Schorndorf/Waiblingen und Projektleiterin des „Weihnachtswunschbaumes“. „Meine beiden Kolleginnen setzen sich mit viel Liebe und Engagement dafür ein.“ Sie akquirieren in jedem Jahr Sponsoren, egal ob Vereine, Unternehmen oder Privatpersonen, die ein Geschenk oder auch mehrere für die Kinder spenden. Dabei arbeitet der Kinderschutzbund mit sozialen Einrichtungen zusammen, die nah an den Familien sind und bei der Auswahl helfen, welche Kinder in dem Projekt richtig aufgehoben sind.

Bücher, Puppen, eine Winter-jacke oder Socken „handmade“ - die Wunschlisten sind vielfältig

„Die Kinder dürfen eine Wunschliste oder einen speziellen Herzenswunsch abgeben. Wir nehmen diese(n) dann auf und besorgen das Geschenk, teils übernehmen das die Privatpersonen oder Unternehmen aber auch selbst und geben es dann verpackt und geschenkfertig bei uns ab – da gibt es viele Möglichkeiten. Natürlich alles unter Einhaltung des Datenschutzes – wir arbeiten mit Synonymen für die Kinder“, erklärt Andrea Kirchner. „Hauptsache, zu Weihnachten hat jedes Kind ein Geschenk zum Auspacken und ein Strahlen im Gesicht.“ Die einzige Bedingung: Das Geschenk sollte einen Wert von 25 Euro nicht überschreiten. Teil der Aktion sind vor allem regionale Unternehmen und Menschen aus der Umgebung. Und die Mitarbeiterinnen legen ebenso großen Wert darauf, die Geschenke möglichst in regionalen Läden zu erwerben. Und sind etwa Socken dabei, können diese Wünsche direkt „handmade“ erfüllt werden – denn einige engagierte Damen spenden dem Projekt in jedem Jahr Handgestricktes.

Der Weihnachtswunschbaum im Schorndorfer Rathaus fiel der Corona-Situation zum Opfer – trotzdem Wunscherfüller werden

Alles lief gut. Die Mitarbeiterinnen haben in diesem Jahr früh angefangen, hatten genug Zeit, Spender zu akquirieren, und die Idee, einen Weihnachtsbaum im Rathausfoyer aufzustellen, an dem einige der Wünsche hängen sollten. So hätte jeder Bürger sich einen Wunsch abpflücken und mit einem Geschenk erfüllen können. Das Rathaus wird nun im Dezember geschlossen sein, damit ist leider auch diese Aktion passé. „Darüber sind wir sehr traurig. Wir hatten bereits im Vorfeld mehr als 50 positive Antworten von engagierten Menschen erhalten, die mitmachen wollten.“ Auch der Stand auf dem Schorndorfer Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr natürlich keinen Platz.

Wer trotzdem Wunscherfüller sein möchte, kann stattdessen gerne den reinen Wert als Geldspende überweisen – die Kolleginnen des Projektes werden diese dann in einen Wunsch umsetzen.

KreisverbandSchorndorf/Waiblingen e.V.
IBAN DE36 6025 0010 0005 0537 91
BIC SOLADES1WBN

„Ein herzliches Dankeschön an unsere Sponsoren“

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wünsche regelmäßig gestiegen. Das ist einerseits ein positives Signal, denn es zeigt: Das Projekt wird angenommen und erfreut viele Kinder in der Region. „Andererseits stimmt es uns natürlich nachdenklich, denn es bedeutet auch, dass die Kinderarmut im Land ansteigt. „Dabei erweitern wir jedes Jahr unsere Kooperationen. In diesem Jahr ist zum Beispiel die mit der Tafel in Waiblingen hinzugekommen, die ebenfalls Wünsche von Kindern aufgenommen hat. Allen Sponsoren möchten wir gerne auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön aussprechen. Ohne die engagierten Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger wäre der Weihnachtswunschbaum nicht möglich.“

Und nach Weihnachten? Dann kommt der Teil, an dem auch Danijela Rost und Andrea Kirchner beschenkt werden – nämlich mit Briefen und Botschaften, in denen sich die Kinder und Einrichtungen für die Geschenke bedanken und ihnen versichern, dass sie am Heiligabend eines ganz sicher hatten: ein Strahlen im Gesicht.

Katja Scholz