Der Brettspiel-Check

„Great Western Trail – Zweite Edition“ bietet beste Unterhaltung

Brettspiele sind gerade in der kalten Jahreszeit ein beliebter Zeitvertreib. Doch welche sind wirklich unterhaltsam? Unser Brettspiel-Checker stellt Ihnen aktuelle Neuheiten vor – persönlich getestet und für gut befunden!

Yeehaw, Cowboy!

Schnell die Pferde satteln, den Cowboyhut aufsetzen und los geht’s mit der Rinderherde nach Kansas City: Das komplexe Strategiespiel „Great Western Trail – Zweite Edition“ bietet beste Unterhaltung für Brettspielkenner und alle, die es noch werden wollen. 

Darum geht’s:

Willkommen im Amerika des 19. Jahrhunderts: Wagemutige Viehzüchter treiben ihre wertvollen Rinderherden von Texas nach Kansas City, um sie dort gewinnbringend zu verkaufen und mit dem Zug in eine Stadt entlang der Eisenbahnstrecke zu liefern. Auf ihrem Weg entlang des Rinderpfads durch den Wilden Westen können sie an Gebäuden haltmachen, um nützliche Aktionen auszuführen, sehen sich unterwegs aber auch mit wegelagernden Banditen und anderen Gefahren konfrontiert. Umso wichtiger ist es, die hart verdienten Dollars gewinnbringend zu investieren – in den Bau von verschiedenen Gebäuden, den Kauf von wertvolleren Rindern auf dem Markt, den Ausbau der Eisenbahnstrecke mit Bahnhöfen oder das Anwerben von hilfreichem Personal.

So wird’s gespielt:

„Great Western Trail“ vereint mehrere Spielmechaniken, die alle eng miteinander verzahnt sind. Zum einen hat jeder Spieler ein Deck mit Rinderkarten, von dem man seine Handkarten zieht und dessen Zusammenstellung man durch den Kauf von neuen Rinderkarten verändern kann. Auf dem großen Spielplan bewegt jeder seinen Viehtreiber von Ort zu Ort, um zahlreiche verschiedene Aktionen auszuführen. Dazu gehört unter anderem der Bau von neuen Gebäuden entlang des Trails, durch die fortan mehr Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wer in Kansas City ankommt, verkauft die Rinderkarten auf seiner Hand, um Einkommen zu erhalten. Anschließend startet man wieder vom Beginn des Rinderpfads, den man so während einer Partie etwa fünf bis sieben Mal durchläuft – und zwar unabhängig vom Vorankommen der Mitspieler. Gewonnen hat, wer am Ende in verschiedenen Wertungskategorien insgesamt die meisten Siegpunkte ergattern konnte.  

Das gefällt mir besonders:

Gleich vornweg: „Great Western Trail“ ist ein komplexes Strategiespiel, für das man über eine gewisse Erfahrung mit Brettspielen verfügen sollte. 20 Seiten Regeln wollen gelesen und verinnerlicht werden, die erste Partie kann dann locker drei Stunden dauern. Doch es lohnt sich: Die vielfältigen Aktionsmöglichkeiten und der sich ständig verändernde Spielplan lassen ganz unterschiedliche Strategien zu. Setze ich auf eine Herde mit besonders vielen wertvollen Rindern? Oder konzentriere ich mich lieber auf den Gebäudebau? Seine Entscheidungen muss man dabei stets an die aktuellen Gegebenheiten anpassen, was spannend und motivierend zugleich ist. Für die nun erschienene zweite Edition wurde das erstmals 2016 veröffentlichte Spiel grafisch überarbeitet und mit zusätzlichem sowie hochwertigerem Spielmaterial ausgestattet, wodurch das ohnehin schon grandiose Spiel nochmals ein ganzes Stück besser geworden ist.

von Jan-Philipp Schütze

Great Western Trail – Zweite Edition

  • Spielerzahl: 1 bis 4 Spieler
  • Spieldauer: 75 bis 150 Minuten
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Autor: Alexander Pfister
  • Verlag: Eggertspiele/Asmodee