Spekulatius statt Spotlight

Mokka-Plätzchen, "Oh Du Fröhliche", persönliche Geschenke... und ganz viel (Weihnachts)Gefühl

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Autorin Hannah Häffner mit ihrem Roman „Nordsee-Nacht“. © Hardy Zürn
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Hannah Häffner schätzt an Weihnachten die gemeinsame Zeit und Ruhe mit ihrer Familie. © Hardy Zürn
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Autorin Hannah Häffner mit ihrem Roman „Nordsee-Nacht“. © SONSTIGES

 „Wie viele Jung-Autoren hatte auch ich bereits lange eine Geschichte im Kopf, habe mir mit dem Schreiben Zeit gelassen“, erinnert sich Hannah Häffner, die gebürtig aus dem Odenwald kommt und heute mit ihrer Familie in Kernen lebt. „Für mich war klar: Ich schreibe es für mich auf, für meine Freunde und Familie. Doch so ganz habe ich es nicht über mich gebracht, es nicht zumindest zu versuchen, mehr daraus zu machen. Dass ich tatsächlich einen Literaturagenten finde und von einem Verlag angenommen werde – das war, und ist immer noch, ein unglaubliches Gefühl für mich.“

Mindestens genauso emotional wie bei den Erinnerungen an den Frühsommer dieses Jahres, dem Erscheinungstermin ihres Romans, ist Hannah Häffner, wenn sie an das bevorstehende Weihnachtsfest denkt. Familie, Plätzchen, Musik – davon darf nichts fehlen. Jedes Jahr verbringt sie das Weihnachtsfest in ihrer Heimat im Odenwald, gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Dabei beginnen die Weihnachtsvorbereitungen und Rituale bereits einige Tage vor dem Heiligabend. „Wir stellen immer gemeinsam die Krippe auf, das ist für mich ein toller und wichtiger Moment. Und seit einigen Jahren ist nun auch mein kleiner Sohn dabei, der ebenfalls schon viel Freude daran hat. Das ist schön zu sehen.“ Gemeinsam den Baum schmücken, Plätzchen backen, mit der Familie zusammensitzen – all das gehört in der Weihnachtszeit für sie dazu. „Plätzchen von Mama, die dürfen auch nicht fehlen. Sie backt immer ganz viele, einige davon nach Familienrezept, wie die Mokka-Ecken, das sind eine meiner liebsten – ohne die ist es einfach kein richtiges Weihnachten.“

„Einfach die gemeinsame Zeit genießen“

Den Heiligabend verbringt Hannah Häffner in jedem Jahr abwechselnd bei ihren Eltern und bei der Familie ihres Mannes. „Unsere beiden Familien wohnen im Odenwald, gar nicht weit voneinander entfernt. Das ist sehr schön, so haben wir immer eine umfassende Familienzeit.“ Wie bei jedem steht in diesem Jahr natürlich ein kleines Fragezeichen an den ansonsten sicheren Weihnachtsplänen, und ein kurzfristiges Umplanen nach aktueller Lage ist möglich. „Daran werden wir uns bei unseren Familienfeiern selbstverständlich orientieren und uns an die Vorgaben halten. So wird es dieses Mal auch leider nichts mit dem Krippenspiel, das wir sonst in jedem Jahr in der Kirche ansehen. Aber da überlegen wir uns eine Lösung für zu Hause. In diesem Jahr muss man eben kreativ sein und etwas zurückstecken – das ist in Ordnung.“

Traditionell geht es auch in Sachen Weihnachtsessen zu: Wenn Hannah Häffner bei ihren Eltern ist, bereitet ihr Vater Königin-Pastetchen an Heiligabend zu. „Das kann Papa einfach am besten.“ Ansonsten begleiten am Weihnachtsabend ebenso wie an den Feiertagen das Zusammensitzen mit der Familie, Spiele und Gespräche die Zeit, die sie sehr genießt. Einen Moment, den sie ganz besonders schätzt, ist der Morgen des ersten Feiertages, wenn der Trubel des Vortages vorbei ist, alle gemeinsam beim Frühstück sitzen, einige noch im Schlafanzug, ihre Geschenke noch einmal bewundern und einfach die Ruhe genießen. „In diesem Moment kann ich so richtig abschalten, zur Ruhe kommen und das Zusammensein genießen - das ist einer meiner Lieblingsmomente an Weihnachten.“

Apropos Geschenke – wird denn in diesem Jahr für jeden ein Roman unter dem Weihnachtsbaum liegen? „Dafür ist es zu spät, wirklich jeder in meiner Familie hat bereits bei Erscheinen mein Buch gekauft oder bekommen. Aber Geschenke haben bei mir schon einen

hohen Stellenwert – und zwar in erster Linie deshalb, weil ich es liebe, anderen eine Freude zu machen und den Moment zu erleben, wenn sie das Geschenk auspacken. Deshalb bin ich auch immer recht früh dran damit, Geschenke zu besorgen, und mache mir rechtzeitig Gedanken, worüber sich meine Lieben richtig freuen würden. Dabei geht es nicht um etwas Großes und Teures, sondern um individuell Wertvolles.“ Und ihr schönstes Weihnachtsgeschenk? „Das ist nicht so einfach zu beantworten, da jedes Geschenk für mich etwas ganz Besonderes ist. Zum Beispiel aber habe ich mich sehr über ein Porträt gefreut, das mich und meinen Mann zeigt. Das hat er bei einem Illustrator in Auftrag gegeben, der uns dann in seinem Stil gezeichnet hat.“

Weihnachtsmusik mit Kindheitserinnerungen

Neben der Zeit mit der Familie, die Hannah Häffner besonders am Herzen liegt, sind Weihnachtslieder für sie nicht wegzudenken. „Ich bin ein großer Weihnachtslieder-Fan. Ich singe sehr gerne und verbinde auch damit immer schöne Erinnerungen an früher. Musik hat mich von klein auf begleitet. An Heiligabend singen wir alle gemeinsam – und manchmal hole ich auch mein Cello heraus und begleite den Gesang. Das ist für mich ein sehr wichtiger Moment in der Weihnachtszeit.“ Und ihr liebstes Weihnachtslied? „O du fröhliche, o du selige – damit verbinde ich die meisten Erinnerungen an meine Kindheit.“

Auch an den Weihnachtsritualen von Hannah Häffner wird deutlich: Gefühle sind für sie sehr bedeutend. Gefühle zu erleben, sie sich bewusst zu machen und an Erinnerungen zu knüpfen. Und genau das zeichnet auch ihren Schreibstil als Autorin aus. „Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern die Atmosphäre beschreiben, das Gefühl an diesem Ort, die Emotionen der Figuren, was in ihnen vorgeht. Ich möchte den Moment nachspürbar machen – denn nur dann geht er wirklich ins Herz.“

Katja Scholz