VfB Stuttgart

Thommys Traumtor reicht dem VfB nicht

Erik Thommy gegen Hannover 96_0
Erik Thommy hatte den VfB Stuttgart gegen Hannover 96 sehenswert in Führung geschossen. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Eigentlich wollte der VfB Stuttgart am Samstag den entscheidenden letzten Schritt in Richtung Klassenverbleib gehen, doch die Gäste aus Hannover machten der Korkut-Elf in der Nachspielzeit einen Strich durch die Rechnung. 



Nach dem 1:1 (1:0) gegen Hannover 96 rangieren die Schwaben mit 39 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz. Eigentlich sollte das für ein weiteres Jahr in der Bundesliga genügen. Doch rechnerisch kann der Aufsteiger in den verbleibenden vier Ligaspielen immer noch auf den Relegationsplatz abrutschen.

Wie es zum Remis im Duell der beiden Aufsteiger kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse

Formation und Aufstellung

Im Heimspiel gegen Hannover 96 feierte Innenverteidiger Timo Baumgartl nach überstandener Gehirnerschütterung sein Comeback. In der 4-4-2-Grundordnung verteidigte der 22-Jährige zusammen mit Benjamin Pavard im Abwehrzentrum, Holger Badstuber rückte deshalb eine Position nach vorne und ersetzte den gelbgesperrten Santiago Ascacibar auf der Sechs. Flügelflitzer Chadrac Akolo stand kurzfristig aufgrund eines grippalen Infekts nicht im Kader. 

Spielidee und Taktik

Die Schwaben wollten die Partie vom Anpfiff weg kontrollieren und zogen gegen gut gestaffelte 96er ein sicheres Passspiel auf. „Hannover ist eine kampfstarke Mannschaft, die energisch um die zweiten Bälle kämpft“, warnte Linksverteidiger Emiliano Insua vor dem Anpfiff. Auch Trainer Korkut sprach von einem „extrem unangenehmen Gegner.“ 

Im Umschaltspiel fehlten den Hausherren Mut und Tempo, sodass Hannover durch ein gutes Positionsspiel stabil in der Defensive stand. Die Stuttgarter versuchten ihre bulligen Stoßstürmer immer wieder mit langen Bällen in Szene zu setzen.

Hatte die Breitenreiter-Elf den Ball, ließen sich Erik Thommy und Christian Gentner weit zurückfallen und bildeten zusammen mit Dennis Aogo und Holger Badstuber eine weitere Kette vor der eigentlichen Abwehrreihe. In der Halbzeitpause stellte Tayfun Korkut um und brachte Orel Mangala für den angeschlagenen Andreas Beck, was eine Umstellung auf eine Dreierkette (Pavard, Badstuber, Baumgartl) zur Folge hatte und für etwas mehr Wucht im Offensivspiel sorgte.

Spielentscheider

War an diesem Samstag die fehlende Entschlossenheit des VfB, mit aller Macht auf das zweite Tor zu gehen. So durfte Hannover bis in die Nachspielzeit hoffen - und letztlich spät jubeln. Thommys Traumtor genügte den Schwaben nicht. Zu viele Ungenauigkeiten leistete sich die VfB-Offensive. Und auch in der Defensive war es am Ende eine entscheidende Unachtsamkeit zu viel. 

Mit Badstuber und Aogo starteten beim VfB zwei gelernte Abwehrspieler auf der Doppelsechs. Das hatte zur Folge, dass aus dem Zentrum kein wirklicher Spielfluss entstand. Nach der Umstellung zur Halbzeitpause wurde es etwas besser, doch zwingende Torchancen blieben auch in den zweiten 45 Minuten Mangelware.

Auf den Punkt gebracht

Der glücklose Daniel Ginczek sprach direkt nach dem Schlusspfiff von einer „gefühlten Niederlage.“ Auch Trainer Tayfun Korkut war sichtlich enttäuscht: „Ein bitteres Ende für uns. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht viel zugelassen, haben aber nicht das zweite Tor gemacht. Wir wollten es heute eigentlich zu Ende bringen. Deshalb sind wir jetzt im ersten Moment risig enttäuscht.“ Mit dem Punkt gut leben konnte Hannovers Trainer Andre Breitenreiter: „Ein Treffer in der Nachspielzeit ist immer glücklich, aber wir brauchen uns nicht dafür zu schämen.“

"Wenn man den Sieg so spät hergibt, überwiegt die Enttäuschung", sagte Dennis Aogo. Und auch Torhüter Ron-Robert Zieler konnte seine Enttäuschung nicht verbergen: "Wir haben lange 1:0 geführt und nur wenig zugelassen. Umso ärgerlicher ist es, dass wir den Vorsprung nicht über die Zeit retten konnten."

Ausblick

Der VfB Stuttgart darf auch am kommenden Samstag noch einmal in der heimischen Arena antreten. Zu Gast ist der SV Werder Bremen. Anpfiff ist um 15.30 Uhr. Für Hannover 96 steht am nächsten Spieltag ein schweres Heimspiel auf dem Programm. Um halb vier empfangen die Niedersachsen den FC Bayern München in der HDI-Arena.


VfB Stuttgart - Hannover 96 1:1 (0:0)

Stuttgart: Zieler - Beck (46. Mangala), Baumgartl, Pavard, Insua - Badstuber, Aogo - Gentner, Thommy (74. Özcan) - Ginczek, Gomez

Ersatzbank: Grahl (Tor), Donis, Burnic, Bruun Larsen, Kaminski

Trainer: Tayfun Korkut

Hannover: Tschauner - Korb (85. Maier), Sané, Hübers, Albornoz - Schwegler, Fossum (78. Sarenren Bazee)  - Bebou, Klaus (65. Karaman) - Harnik, Füllkrug

Ersatzbank: Esser (Tor), Elez, Bakalorz, Ostrzolek

Trainer: Andre Breitenreiter

Tore: 1:0 Thommy (53.), 1:1 Füllkrug (90.+2)

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 57.131