VfB Stuttgart

Timo Baumgartl macht den nächsten Schritt

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Timo Baumgartl verpasste lediglich das Bundesliga-Auftaktmatch in Berlin aufgrund einer leichten Gehirnerschütterung, stand ansonsten aber in allen zwölf Ligaspielen über die volle Distanz auf dem Rasen. © Danny Galm

Stuttgart.
VfB-Trainer Hannes Wolf stammt aus dem Ruhrpott, genauer gesagt aus Bochum. Sein fußballerisches Handwerk lernte er in Dortmund und seit über einem Jahr ist er nun beim VfB Stuttgart in der Verantwortung – und so langsam färbt auch die schwäbische Mentalität auf den 36-Jährigen ab.

Hannes Wolf ist "grundsätzlich sehr zufrieden"

Angesprochen auf die positive Entwicklung der Stuttgarter Defensive, antwortete Wolf am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Bremen in bester schwäbischer „Ned gschumpfa isch globt gnug“-Manier: „Es ist jetzt eigentlich nicht die Zeit, uns zu loben. Wir sind Zwölfter und es kann schnell wieder in die andere Richtung gehen.“

Die Bruddler unter den VfB-Fans zeigen sich zufrieden mit Wolfs Lernfähigkeit – die Integration läuft hervorragend.

Doch Hannes Wolf ist lange genug im Geschäft und weiß, dass ein kleines Lob noch keinem Spieler geschadet hat. Mit der Abwehrreihe um die drei Innenverteidiger Holger Badstuber, Timo Baumgartl und Benjamin Pavard zeigt sich der Trainer „grundsätzlich sehr zufrieden.“

Timo fasst immer mehr Vertrauen zu seinem Spiel“

Pavard habe sich „insgesamt beeindruckend entwickelt“, Badstuber bringe sich „super ein“ und Baumgartl habe „nochmal einen Step gemacht und findet immer mehr Vertrauen zu seinem Spiel.“ Dennoch merkte Wolf auch kritisch an: „In den letzten Spielen haben wir zwei vermeidbare Elfmeter bekommen.“

Ein Sonderlob gab es für den 21-jährigen Timo Baumgartl. Der Blondschopf aus Böblingen verpasste lediglich das Bundesliga-Auftaktmatch in Berlin aufgrund einer leichten Gehirnerschütterung, stand ansonsten aber in allen zwölf Ligaspielen über die volle Distanz auf dem Rasen. Aus dem kleinen "Baumi" ist längst ein standfester "Baum" geworden, welcher der VfB-Abwehr Halt gibt.

Baumgartl und Pavard profitieren von Badstuber

Hannes Wolf vertraut dem U-21-Nationalspieler und macht dessen Ernsthaftigkeit verantwortlich für die positive Entwicklung: „Timo hat noch einmal eine Schippe draufgelegt. Er ist auf einem richtig guten Weg. Von seiner Art ist er ein sehr lockerer Typ, hat aber auch den An-Knopf für Ernsthaftigkeit. Das kriegt er im Moment einfach sehr gut gemischt.“

Der junge Baumgartl profitiert zusätzlich von seinem erfahrenen Nebenmann Holger Badstuber. Der 28-Jährige ist auf und neben dem Platz ein absoluter Vollprofi und von seiner Erfahrung aus 31 Länderspielen und 137 Einsätzen in der Bundesliga profitieren sowohl Baumgartl als auch Pavard.

Kaminski meldet sich zurück

Nach der Genesung von Marcin Kaminski eröffnen sich Trainer Hannes Wolf nun für die Partie in Bremen weitere Optionen. Der Pole, der vor seinem doppelten Bänderriss im Sprunggelenk in der Innenverteidigung gesetzt war, wird sich aber zunächst hinten anstellen müssen.

Die Dreierreihe Baumgartl-Badtsuber-Pavard ist eingespielt und verleiht der Mannschaft Stabilität. Einen triftigen Grund für eine Umstellung gibt es aktuell nicht.

Im Weser-Stadion wartet auf die saisonübergreifend seit 14 Bundesliga-Auswärtsspielen sieglosen Stuttgarter eine schwere Aufgabe. Und Neu-Schwabe Hannes Wolf weiß: "Des Wiesle isch no ned gmäht."