VfB Stuttgart

Transfers in Corona-Zeiten: Sven Mislintat und die komplizierte Suche nach Verstärkungen

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Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (li.) und Sportdirektor Sven Mislintat.

Sven Mislintat hat eine klare Meinung zum aktuellen Kader des VfB Stuttgart. „Wir haben nicht nur wegen Corona gesagt, dass diese Mannschaft gut genug ist, unseres Erachtens in der ersten Liga zu bleiben“, sagte der der Kaderplaner der Schwaben am Rande der Aufstiegsfeierlichkeiten dem TV-Sender Sky. Die Begründung: „Weil Potenzial da ist, weil trotzdem Erfahrung da ist, weil eine Mittelachse da ist mit ein paar Spielern. Wir werden maximal auf ein paar Positionen Veränderungen haben.“ Die Suche nach Verstärkungen wird für den Stuttgarter Sportdirektor in diesem Sommer allerdings kompliziert werden.

Zwei Transferfenster in diesem Jahr

Bis zum 5. Oktober werden aufgrund der Unwägbarkeiten durch das Coronavirus Spielerwechsel möglich sein. Doch den Markt beherrscht vor allem eine große Unsicherheit. Der Deutsche Fußball-Bund folgte am Montag (29.06.) der Empfehlung der Europäische Fußball-Union und verlängerte die Öffnungszeit. Am 1. Juli darf einen Tag lang gewechselt werden, um vor allem schon zu diesem Datum ausgehandelte Transfers endgültig perfekt zu machen. Nach zwei Wochen Pause öffnet der Markt dann vom 15. Juli bis 5. Oktober. Andere Nationalverbände dürften demnächst ähnliche Regelungen beschließen, Sonderwege sind aber nicht ausgeschlossen.

Direkt am ersten Tag des Sommer-Transferfensters verkündeten die Schwaben ihren ersten Neuzugang: Der vom SC Freiburg ausgeliehene Abwehrspieler Pascal Stenzel wird fest verpflichtet. Für rund eine Millionen Euro Ablöse unterschreibt der 24-Jährige einen Vierjahresvertrag. Millionenschwere Verpflichtungen werden für den Aufsteiger nicht möglich sein. Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Ungewissheiten treffen auch den VfB hart. Zwar erhöhen sich die Fernsehgelder für die neue Spielzeit um rund 20 Millionen Euro, doch die Finanzlage bleibt weiter angespannt. Ein zweiter Investor ist noch nicht in Sicht, ein Großteil der VfB-Mitarbeiter wird wohl bis Ende des Jahres in Kurzarbeit bleiben.

Der Griff ins obere Regal wird es in diesem Sommer wohl nicht werden

Das hat zur Folge, dass auch Sven Mislintat bei den Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen keinen allzu großen finanziellen Spielraum haben wird. Der Griff ins obere Regal wird es in diesem Sommer vermutlich nicht werden. Neben Waldemar Anton (Hannover 96), Tim Leibold (HSV) und Kevin Stöger (Fortuna Düsseldorf) kursieren daher rund um den Wasen eher unbekannte Namen, wie zum Beispiel Taxiarchis Fountas oder Yusuf Demir (beide Rapid Wien) oder Mohamed Sankoh (Stoke City). Hinzu kommt die Gefahr, dass Leistungsträger aus der abgelaufenen Spielzeit von finanzstarken Clubs umworben werden. So steht Stammkeeper Gregor Kobel bei Hertha BSC Berlin auf dem Zettel und für Orel Mangala gibt es mit den drei Clubs aus Istanbul (Fenerbahce, Besiktas und Galatasaray) sowie Nizza, Marseille und Lyon gleich eine ganze Schar an Interessenten. Auch Stürmer Nicolas Gonzalez dürfte sich mit seinen 14 Saisontoren und drei Vorlagen in den Fokus anderer Vereine gespielt haben.

Fest steht: Es wird ein spannender Transfer-Sommer für den Bundesliga-Aufsteiger. Und ein langer noch dazu. „Der Transfermarkt wird erst richtig in Schwung kommen, wenn die anderen großen Ligen zu Ende sind“, sagt Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche, „Ich rechne damit, dass sich alles nach hinten verschiebt.“

Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt?

Unser VfB-Transferticker gibt euch einen Überblick über die fixen Wechsel und die heißesten Gerüchte rund um den VfB Stuttgart. Hier geht's zum Artikel.