VfB Stuttgart

"Turbo-Gonzalez" will in der Bundesliga durchstarten

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VfB-Trainingslager Tag 7_8
Erik Thommy musste die Einheit am Donnerstagmorgen vorzeitig abbrechen. © ZVW/Danny Galm
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Nicolas Gonzalez (20).
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Das argentinische Trio beim VfB: Santiago Ascacibar, Emiliano Insua und Nicolas Gonzalez.
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Ein Küsschen für den Ball.

Stuttgart. Mit 8,5 Millionen Euro Ablöse war VfB-Neuzugang Nicolas Gonzalez kein Schnäppchen, doch der 20-Jährige hat sein großes Potenzial schon in der Vorbereitung aufblitzen lassen. „Der Junge hat hier in den ersten Woche schon eine sehr gute Visitenkarte abgegeben“, sagt VfB-Manager Michael Reschke. Der Argentinier will in Stuttgart den nächsten Schritt in seiner noch jungen Karriere machen und in der Bundesliga durchstarten.

Schön sei es hier im Schwabenland, erklärte der sympathische Youngster am Donnerstag bei seiner offiziellen Vorstellung im VfB-Clubheim.

„Aber natürlich ist Deutschland eine andere Welt“, sagt Gonzalez, der den großen Schritt über den Atlantik nach Europa gewagt hat und sich jetzt möglichst schnell im Team von Trainer Tayfun Korkut integrieren will. „Ich möchte ein Teamplayer sein und brenne jetzt schon auf den Bundesliga-Start.“

Für 8,5 Millionen Euro Ablöse lotste VfB-Sportvorstand Michael Reschke den talentierten Stürmer in diesem Sommer vom Rio de la Plata an den Neckar. Ausgebildet wurde Gonzalez beim Maradona-Club Argentinos Juniors, der sich eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von zwölf Prozent sicherte.

„Ich hatte auch noch zwei, drei andere Angebote“, sagt der 1,80 Meter große Mittelstürmer, „aber letztendlich hat den Ausschlag gegeben, dass es beim VfB zwei Argentinier und zwei Spanier gibt. Zudem spricht Trainer Tayfun Korkut Spanisch. Das alles hat mich dazu bewogen, mich für Stuttgart zu entscheiden.“

"Großer Bruder" Emiliano Insua

In seinen ersten Wochen im Schwabenland lebte „Turbo-Gonzalez“ gemeinsam mit Landsmann Santiago Ascacibar in einer WG in Esslingen. „Nico war ein guter WG-Nachbar. Wir haben viel unternommen, sind gemeinsam essen gegangen und haben Mate-Tee getrunken. Rundum eine gute Zeit“, sagt Ascacibar, der am Donnerstag seinen Vertrag beim VfB vorzeitig bis 2023 verlängerte.

Ein weiterer wichtiger Ansprechpartner für Gonzalez ist der erfahrene Emiliano Insua (29), der mittlerweile in seine vierte Saison bei den Schwaben geht. „Die Rolle des großen Bruders nehme ich gerne an. Ich muss immer wieder an meine eigene Situation denken“, sagt Insua, der im Alter von 18 Jahren von Boca Juniors zum FC Liverpool nach England wechselte.

Insua kann sich gut in die jungen Spieler hineinversetzen: „Du kommst in ein fremdes Land, Sprache und Kultur sind neu. Das macht die Eingewöhnung nicht einfach. Deswegen bemühe ich mich, die beiden zu integrieren.“ So gibt es immer mal wieder Grillpartys in der „Casa Insua“ in Fellbach.

„Der Ball ist das Schönste, was es gibt“

Auf dem Platz will Gonzalez von Sturmpartner Mario Gomez lernen. „Es ist super, an seiner Seite zu sein und mit ihm zu trainieren“, sagt Gonzalez, „davon profitiere ich enorm.“ Gomez sei eine „super Spieler mit viel Erfahrung, der schon viele Titel gewonnen hat. Für mich eine absolute Win-win-Situation.“

Seine ersten Eindrücke vom Verein und der Mannschaft seien durchweg positiv. „Die Mannschaft ist sehr geeint. Es gibt viel Team-Spirit“, meint Gonzalez, der mit seinen neuen Teamkollegen in der neuen Saison „so weit wie möglich“ kommen möchte. Und vom neuen Trainer gab's auch schon ein Lob: "Man sieht eins: Er ist im Vollgas-Modus, er ist immer an."

Neben seinen drei Toren und zwei Vorlagen in der laufenden Vorbereitung machte Gonzalez bisher vor allem mit einem ganz besonderen Ritual auf sich aufmerksam. Egal ob vor dem Spiel, dem Training oder beim Torjubel: Immer wieder bekommt der Ball ein zartes Küsschen vom 20-Jährigen. „Der Ball ist einfach das Schönste auf der Welt“, sagt Gonzalez mit einem Lächeln, "und außerdem habe ich noch keine Freundin."