TVB Stuttgart

22:28-Pleite gegen Hamburg: Nächster deprimierender Auftritt des TVB

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Viel zu oft scheiterten Egon Hanusz und der TVB Stuttgart am Hamburger Torhüter Jogi Bitter. Der Ex-Bittenfelder war einer der Garanten des verdienten Gästesieges in der Porsche-Arena. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat sein letztes Heimspiel in diesem Jahr gegen den HSV Hamburg mit 22:28 (10:11) verloren. Vor 4341 Fans in der Porsche-Arena knüpfte das Team von Trainer Michael Schweikardt nahtlos an die schwache Leistung aus dem Hannover-Spiel an. Es war ein durchweg deprimierender Auftritt. In dieser Form dürfte der TVB im Abstiegskampf große Probleme bekommen.

Eigentlich, hatte der Sky-Experte Stefan Kretzschmar vor der Partie zum Besten gegeben, sei der Kader des TVB zu stark, um in der Tabelle ganz nach hinten zu rutschen. Die jüngsten Auftritte der Bittenfelder indes dürften den Verantwortlichen die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Vielleicht auch Silvio Heinevetter. Der Keeper des TVB hatte im Vorfeld von „zwei richtungsweisenden“ Spielen vor der WM-Pause gegen Hamburg und Erlangen gesprochen. Eine Chance bleibt dem Team noch, um das Jahr halbwegs ordentlich zu Ende zu bringen. Nach der über weite Strecken hilflosen Darbietung gegen die Hamburger ist das allerdings schwer vorstellbar.

Blaupause zum Hannover-Spiel

Die ersten Minuten des TVB waren eine Blaupause zum Spiel in Hannover: Er tat sich im Positionsangriff wahnsinnig schwer. Viel zu eng und durchsichtig waren die Aktionen angelegt. Die unvorbereiteten und unplatzierten Würfe aus dem Rückraum parierte Jogi Bitter locker – und der Ex-Bittenfelder bekam seinen perfekten Start serviert. „Ich stand schon unter Druck“, sagte der 40-Jährige kurz nach dem Spiel. „Ich wollte hier etwas zeigen.“

Das tat er: Mit 13 Paraden gewann Bitter das mit Spannung erwartete Torhüterduell gegen Heinevetter – wobei „Heine“ in den ersten 30 Minuten auch nicht schlecht hielt. Alles in allem war di Torhüterleistung nicht alleine entscheidend.

Nach einem erneut unkonzentrierten Beginn lag der TVB in der siebten Minute mit 1:4 hinten. Auch, weil die Defensive noch schläfrig agierte. Es dauerte zehn Minuten, ehe Jerome Müller beim 2:4 das erste Feldtor gelang. Der Linkshänder erwischte, wie Adam Lönn auf der anderen Rückraumseite, keinen guten Tag.

HSVH steckt Rote Karte weg

Mit ein paar Ballgewinnen und Kontertoren drehte das Heimteam die Partie mit einem 4:0-Lauf zum 5:4 (13.). Nach einer Viertelstunde (6:6) traf der Hamburger Niklas Weller Max Häfner unglücklich mit dem Ellbogen am Hals und sah dafür die Rote Karte. Für die Gäste war das der zweite wichtige Spieler, der ihnen fehlte. Der Linksaußen Casper Mortensen war erst gar nicht in den Süden mitgereist, da er Vater geworden war. Die Hamburger kompensierten den Verlust ihres Abwehrchefs und Kreisläufers Weller. Der Däne Andreas Magaard füllte dies Lücke glänzend aus und war mit sechs Toren der beste Feldtorschütze im Spiel. Mitte der ersten 30 Minuten verpassten es die Bittenfelder, etwas Sicherheit in ihr Spiel zu bekommen. Mit drei technischen Fehlern, zwei in Überzahl, bauten sie den Gegner auf. Das Positionsspiel blieb schwerfällig und ideenlos. Die Hamburger hatten wenig Problem, die durchsichtigen Angriffe zu verteidigen. Es machte sich bisweilen geballte Ratlosigkeit breit. Weil die Defensive des TVB ordentlich stand, war beim 10:11-Halbzeitrückstand noch alles drin.

Die Hoffnung, dem Spiel eine Wende zu geben, schwand indes rasch. Der HSVH fand immer wieder die Lücken über den Kreis und war die spielerisch bessere Mannschaft. Beim TVB blieb die Fehlerquote hoch. Beim 14:20-Rückstand nach 40 Minuten wer die Vorentscheidung gefallen. Nach einer Auszeit ersetzte Miljan Vujovic Silvio Heinevetter, der zu Beginn der zweiten 30 Minuten kein Faktor mehr war. Zudem stellte Schweikardt die Abwehr auf 4:2 um.

Diese Maßnahme fruchtete aber erst nach dem 15:22 (48.). Die Gäste ließen sich für ein paar Minuten aus dem Rhythmus bringen – aber eben nur kurz. Nachdem Max Häfner auf 19:22 verkürzt hatte (52.), blieb dem TVB Stuttgart noch genügend Zeit, die Partie zu drehen. Theoretisch. Die Fehlerquote des TVB blieb allerdings zu hoch und die Wurfauswahl zu schwach. Nach Maagards Treffer zum 25:20 aus Sicht der Gäste stand der Sieger fest, der HSVH schaukelte das Spiel lässig und verdient mit 28:22 nach Hause.

Die einzig positive Nachricht an diesem trostlosen Abend war, dass die beiden Teams auf den Abstiegsrängen ebenfalls leer ausgingen und der TVB die vier Punkte Polster behält.

TVB Stuttgart: Heinevetter, Vujovic (1), Häfner (2), Serrano (1) Fernandez (5/3), Hanusz (2), Lönn (2), Röthlisberger, Süsser (1), Nicolaus (3), Forstbauer (1), Zieker, Müller (2), Pfattheicher (2), Pfattheicher (2), Sliskovic.

HSV Hamburg: Bitter, Budalic; Schimmelbauer, Magaard (6), Tissier (1), Lassen (1), Weller (1), Axmann (4), Andersen (8/4), Bergemann (1), Theilinger (1), Valiullin (1), Baijens (4), Hartwig.

Der Handball-Erstligist TVB Stuttgart hat sein letztes Heimspiel in diesem Jahr gegen den HSV Hamburg mit 22:28 (10:11) verloren. Vor 4341 Fans in der Porsche-Arena knüpfte das Team von Trainer Michael Schweikardt nahtlos an die schwache Leistung aus dem Hannover-Spiel an. Es war ein durchweg deprimierender Auftritt. In dieser Form dürfte der TVB im Abstiegskampf große Probleme bekommen.

Eigentlich, hatte der Sky-Experte Stefan Kretzschmar vor der Partie zum Besten gegeben, sei der

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