TVB Stuttgart

25:24 - TVB Stuttgart schnappt sich in hitzigem Derby die Punkte

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Der Jubel kannte keine Grenzen mehr beim TVB nach dem Derby-Sieg in Göppingen. In einem nervenaufreibenden Spiel hatte der TVB beim 25:24 am Ende das nötige Glück auf seiner Seite. © Jürgen Weber

Genauso muss ein Derby in der ersten Handball-Bundesliga sein: Emotionsgeladen, hochspannend, umkämpft. Das bessere Ende hatte am Donnerstag der TVB Stuttgart im Nachbarschaftsduell bei FA Göppingen . Zwölf Sekunden vor dem Ende erzielte Patrick Zieker vor 4100 Zuschauern in der EWS-Arena den entscheidenden Treffer zum 25:24-Sieg (10:12). Beim letzten Wurf von Gilberto Duarte war der TVB-Keeper Silvio Heinevetter auf dem Posten. Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison schraubte der neue Bittenfelder Trainer Michael Schweikardt seine Bilanz auf 8:2 Punkte.

Was war das für ein Krimi unterm Hohenstaufen zwischen zwei Teams, die alles auf die Platte brachten, was in ihnen steckte. Letztlich hatte der TVB das Quäntchen Glück auf seiner Seite. „Ich denke, ein Unentschieden wäre auch verdient gewesen“, sagte der Siegtorschütze Patrick Zieker kurz nach Spielschluss. „Aber natürlich nehmen wir beiden Punkte gerne mit.“

Mayerhoffer hadert mit den Schiedsrichtern

Logischerweise weniger glücklich war der Göppinger Trainer. „Ich kann meiner Mannschaft überhaupt nichts vorwerfen“, sagte Hartmut Mayerhoffer. Weniger einverstanden dagegen war er mit den Schiedsrichtern. In der Tat hatten Thomas Kern und Thorsten Kuschel nicht ihren besten Tag erwischt. „Ich fand’s relativ unausgewogen“, sagte Mayerhoffer und outete sich damit doch als nicht ganz so guter Verlierer.

Über 60 Minuten hinweg war’s ein enges Nachbarschaftsduell. Die Drei-Tore-Führung für Göppingen beim 14:11 war die höchste in einem Spiel, das geprägt war von hitzigen, bisweilen auch harten Duellen. Beide Abwehrreihen deckten sehr gut, auch die Keeper Silvio Heinevetter (14 Paraden) und Daniel Rebmann (16) erwischten einen Glanztag.

Der TVB machte zunächst dort weiter, wo er gegen den ASV Hamm-Westfalen aufgehört hatte – allerdings nur in der Defensive. Die arbeitete wieder sehr gut zusammen, die nervösen Göppinger hatten Schwierigkeiten, in ordentliche Abschlusspositionen zu kommen. Und dann war da ja noch Silvio Heinevetter im Kasten des TVB, der oft mit irgendeinem Körperteil am Ball war. 5:3 führte der TVB nach zehn Minuten, ehe allerdings das alte Leiden zutage trat: Viel zu viele Würfe verfehlten das Göppinger Tor – oder aber der überragende Schlussmann Daniel Rebmann war zur Stelle. So kam das Heimteam wieder ins Spiel, wobei auch dessen Fehlerquote hoch blieb.

Ziekers Wurf ins Glück

So stand’s im torarmen Derby nach 23 Minuten 8:8, der TVB hatte sich bis dahin sechs Fehlwürfe geleistet und zwei Siebenmeter verworfen. Der starke Tobias Ellebaek brachte beim 9:8 sein Team nach langer Zeit wieder in Führung. Zur Pause war der Vorjahresfünfte mit 12:10 im Vorteil – kein Wunder indes bei einer Bittenfelder Wurfquote von 40 Prozent.

Der zweite Spielabschnitt nahm zunächst einen ähnlichen Verlauf: Beide Mannschaften taten sich ungemein schwer im Positionsangriff und kamen selten ins Tempospiel. Nach dem 11:14-Rückstand (37.) nutzte der TVB eine doppelte Überzahl zum Ausgleich. Es war angerichtet für die heiße Schlussphase – und die Nerven der Fans wurden bisweilen überstrapaziert.

Göppingen legte bis zum 17:16 wieder vor, dann drehten die Gäste das Spiel beim 18:17 durch den starken Sascha Pfattheicher. Der Rechtsaußen erzielte auch das 21:21 (53.). Der TVB ließ sich weder von den Pfiffen der Göppinger Zuschauer noch von neuerlichen Rückständen aus der Ruhe bringen. In der Schlussphase gingen zwei Spieler voran, die nur mühsam in die Partie gekommen waren: Jerome Müller und Adam Lönn. Beim 24:23 durch Ellebaek zwei Minuten vor dem Ende hatte Göppingen die besseren Karten – und musste sich doch geschlagen geben. Lönn glich energisch aus, Heinevetter hielt gegen Ellebaek. Und nach einer Auszeit fand Zieker aus schwierigem Winkel tatsächlich die Lücke im kurzen Ecke zum 25:24. Anschießend gab’s kein Halten mehr, schließlich sind Derbysiege doppelt schön. „Jetzt wird erstmal gefeiert“, sagte Zieker. „Und zwar mit Bier.“

FA Göppingen: Rebmann, Sego; Kneule (4), Duarte (1), Lindenchrone, Sarac (3), Ellebaek (5), Blagotinsek, Schiller (4/1), Goller, Hermann (2), Kozina (2), Malus, Schmid (3).

TVB Stuttgart: Heinevetter, Lehmann; Häfner (2), Serrano, Hanusz, Schöttle (1), Lönn (6), Röthlisberger, Lucas, Nicolaus (1), Forstbauer (1), Zieker (2), Müller (3), Pfattheicher (7/1), Sliskovic (2).

Genauso muss ein Derby in der ersten Handball-Bundesliga sein: Emotionsgeladen, hochspannend, umkämpft. Das bessere Ende hatte am Donnerstag der TVB Stuttgart im Nachbarschaftsduell bei FA Göppingen . Zwölf Sekunden vor dem Ende erzielte Patrick Zieker vor 4100 Zuschauern in der EWS-Arena den entscheidenden Treffer zum 25:24-Sieg (10:12). Beim letzten Wurf von Gilberto Duarte war der TVB-Keeper Silvio Heinevetter auf dem Posten. Mit dem ersten Auswärtssieg der Saison schraubte der neue

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