TVB Stuttgart

27:26 - Zweiter Sieg des TVB Stuttgart in spektakulärem Spiel

TVB Stuttgart - Bergischer HC
Der Jubel der 3425 Fans und der TVB-Spieler in der Porsche-Arena kannte keine Grenzen nach einem unglaublichen Spiel. Mittendrin in der Spielertraube lässt sich der Siegtorschütze Adam Lönn feiern. © Bildermacher-Sport Jens Koerner

Es ist ein unglaubliches Handballspiel gewesen vor 3432 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena am Sonntagnachmittag. Die Fakten: Der TVB Stuttgart hat mit dem 27:26 (12:17) gegen den Bergischen HC seinen zweiten Sieg in Folge geholt. Die Randnotizen: Zwei Auszeiten des TVB sorgten für ein unvergleichliches Chaos auf und neben dem Spielfeld. Die Torhüter Silvio Heinevetter und Christopher Rudeck hielten spektakulär. Der TVB-Neuzugang Ivan Sliskovic feierte ein ebenso überraschendes wie starkes Comeback. Ach ja: Heinevetter musste nach einem Wurf an den Kehlkopf, mit ein paar Minuten Verzögerung, behandelt werden.

Besonders aufregend war die Schlusssequenz des ereignisreichen Nachmittags. Der in dieser Spielzeit eingeführte Auszeit-Buzzer, der mit der Spielzeit gekoppelt ist, machte Ärger. Die Spielzeit stoppt automatisch, sobald der rote Knopf betätigt wird. Diese Neuerung, statt der Grünen Karte, soll die Arbeit des Zeitnehmers und des Sekretärs erleichtern. Sofern die Technik funktioniert.

Buzzer sorgt für Ärger

Am Sonntag jedenfalls gab's größere Probleme, die den Spielausgang höchstwahrscheinlich beeinflussten. Der eigentlich besonnene Gästetrainer Jamal Naji musste bei der Pressekonferenz nach dem Spiel dreimal schlucken bei seiner Spielanalyse. „Zum Schluss hatten wir die Chance auf die Führung“, sagte er. „Danach hat ja jeder die Geschichte selbst miterlebt.“

Nicht wirklich, zu groß nämlich waren das minutenlange Durcheinander und die Menschentraube. 26:26 stand's jedenfalls 38 Sekunden vor dem Ende, der TVB war in Ballbesitz. Egon Hanusz suchte das Eins-gegen-eins, die nicht überzeugenden Schiedsrichter Julian Köppl und Denis Regner pfiffen zum wiederholten mal ein Stürmerfoul gegen den Ungarn. Der Bergische HC war also am Zug und hatte die Chance auf den Siegtreffer – oder doch nicht?

Ivan Sliskovic ist Gold wert

Der TVB-Trainer Michael Schweikardt monierte, er habe den Auszeit-Buzzer vor dem Pfiff gedrückt – und so wurde nach langem Hin und Her auch entschieden. Der Interimscoach ging volles Risiko und brachte den siebten Feldspieler. 15 Sekunden hatte der TVB Zeit, Adam Lönn in Position zu bringen – und quasi mit der Schlusssirene donnerte der Schwede den Ball zum 27:26 in den Winkel. Am Ende war's ein glücklicher Sieg, den sich die Stuttgarter mit großem Kämpferherzen jedoch irgendwie auch verdient hatten.

Lange hatte es danach nicht ausgesehen. Der TVB führte zwar nach zehn Minuten mit 4:2, bekam dann aber große Probleme. Zum einen scheiterte er gleich reihenweise am Gästekeeper Christopher Rudeck, der es in den ersten 30 Minuten auf die Weltklasse-Quote von 45 Prozent brachte. Zudem agierte der Bergische HC, angeführt vom starken Tomas Babak, im Angriff äußerst abgebrüht und machte kaum Fehler. Mit einem 8:1-Lauf holten sich die Gäste binnen elf Minuten die 9:5-Führung. Der Ex-Bittenfelder Djibril M'Bengue, der fast nur in der Abwehr zum Einsatz kam, stellte per Freiwurf auf 15:9 (24.).

Der Bergische HC war Herr in der Porsche-Arena. Einer jedoch aufseiten des TVB machte Hoffnung: Nach 20 Minute feierte Ivan Sliskovic nach längerer Verletzungspause sein Comeback, hatte gute Aktionen im Angriff und stabilisierte die Defensive. Am 12:17-Halbzeitrückstand konnte allerdings auch der Kroate nichts ändern.

Aus der Pause kam der TVB mit mehr Tempo und Zug zum Tor. Am Spielstand änderte dies zunächst nichts, weil das Heimteam zu viele gute Chancen liegen ließ. Es gab aber, angetrieben vom stark verbesserten Spielmacher Max Häfner, nicht auf. Weil sich Heinevetter gegenüber den ersten 30 Minuten deutlich steigerte und sich in den Köpfe der Gästeangreifer einnistete, schaffte der TVB durch den unermüdlichen Lönn beim 19:20 (43.) den Anschluss und glich durch Häfner zum 22:22 aus (47.).

Plötzlich unterliefen den davor so ballsicheren Gästen auch Fehler. Nach dem Doppelschlag von Sliskovic zum 24:22 und tobte die Halle. Mit einem 9:2-Lauf hatte der TVB die Partie gedreht. Heinevetter parierte einen Wurf von Tim Nothdurft spektakulär mit dem Hals, verlor kurz danach die Orientierung und musste behandelt werden. Nach der Regel musste er die folgenden drei Angriffe der Gäste von der Auswechselbank verfolgen.

Der nächste Aufreger folgte: Schweikardt drückte den Auszeit-Buzzer, der wohl – wie wenig später – nicht funktionierte. So kam der BHC in Ballbesitz und glich aus zum 24:24 (53.). Es passte zur Dramatik des Spiels, dass der für Heinevetter eingewechselte Miljan Vujovic einen freien Wurf von Nothdurft hielt und den Rückstand verhinderte. Drei Fehlversuche leistete sich der TVB danach, schnappte sich dennoch die Punkte. Für den Knockout der Gäste war Lönn verantwortlich.

Weiter geht's für den TVB am Donnerstag, 6. Oktober (19.05 Uhr), bei der HSG Wetzlar. Erneut mit Michel Schweikardt als Verantwortlicher? „Ich gehe davon aus, dass ich da wieder auf der Bank sitzen werde“, sagte er bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Wie es dann weitergehe, könne er nicht sagen.

TVB Stuttgart: Heinevetter, Vujovic; Häfner (3), Serrano, Fernandez, Hanusz, Schöttle, Lönn (6), Röthlisberger, Nicolaus, Forstbauer (2), Zieker (3), Müller (2), Pfattheicher (6/4), Bergendahl (1), Sliskovic (4).

Bergischer HC: Rudeck, Johannesson; Beyer (2), Schönningsen (2), Nothdurft (1), Weck, Gunnarsson (2), Ladefoged (6), Fraatz (2), Babak (3), Arnesson (2), Bergner, Nikolaisen, M'Bengue (2), Stutzke (4).

Es ist ein unglaubliches Handballspiel gewesen vor 3432 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena am Sonntagnachmittag. Die Fakten: Der TVB Stuttgart hat mit dem 27:26 (12:17) gegen den Bergischen HC seinen zweiten Sieg in Folge geholt. Die Randnotizen: Zwei Auszeiten des TVB sorgten für ein unvergleichliches Chaos auf und neben dem Spielfeld. Die Torhüter Silvio Heinevetter und Christopher Rudeck hielten spektakulär. Der TVB-Neuzugang Ivan Sliskovic feierte ein ebenso überraschendes wie starkes

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