TVB Stuttgart

28:32 - TVB hält gegen den Meister Magdeburg lange dagegen

Daniel Fernandez und hinten Max Häfner TVB 1898 Stuttgart gegen Tim Hornke SC Magdeburg.
Daniel Fernandez (beim Wurf) entwischte den Magdeburgern öfter, hier kommt Tim Hornke (rechts) zu spät (Mitte Jorge Serrano). Trotz der sechs Tore des Spaniers reichte es für den TVB nicht zu einer Überraschung. © Ralph Steinemann Pressefoto

Bis sieben Minuten vor Spielschluss, beim 26:28, hat der Handball-Erstligist TVB Stuttgart gegen den SC Magdeburg von der Überraschung träumen dürfen. Dann machte der Deutsche Meister vor 4233 Fans in der Porsche-Arena ernst und brachte die Punkte beim 32:28 abgezockt nach Hause. Allzu traurig indes muss das Team von Trainer Michael Schweikardt nicht sein: Es gab in dieser Saison nicht viele Teams, die den Magdeburgern ähnlich energisch die Stirn boten.

Waren’s die üblichen Warnhinweise des Meistertrainers vor einem Spiel oder hatte Bennet Wiegert tatsächlich eine Vorahnung? „Das wird eine verdammt schwere Aufgabe“, sagte der SCM-Coach vor der Partie. „Wenn du nicht bereit bist, kannst du in der Bundesliga gegen jede Mannschaft verlieren.“ Bereit war seine Mannschaft – aber auch der TVB Stuttgart, der den Vereinsweltmeister kräftig ins Schwitzen brachte. Als es beim beunruhigenden 26:25 aus Sicht des Favoriten richtig heiß zu werden schien, schickte Wiegert seinen Joker erstmals aufs Feld: Michael Damgaard zog mit seiner ersten Aktion eine Zeitstrafe gegen den TVB und entschied die Partie mit einem Doppelpack.

Es fehlen ein paar Prozent

Am Ende fehlten dem TVB ein paar Prozent – vor allem in den ersten 30 Minuten wäre mehr drin gewesen als der – respektable – 12:15-Rückstand. Das Heimteam ließ die Steilvorlagen von Silvio Heinevetter ziemlich fahrlässig ungenützt. Mit acht, größtenteils spektakulären, Paraden stach der Keeper seinen Gegenüber Nikola Portner klar aus. Auch die Abwehr schloss die Räume gegen die starken Eins-gegen-eins-Spieler der Gäste gut.

Das Problem des TVB lag im Angriff: Sieben technische Fehler und ebenso vielen Fehlwürfe leistete er sich – das geht gegen die konterstarken Magdeburger nicht gut. Das Schweikardt-Team hatte sich gut vorbereitet, fand immer wieder Lücken in der zunächst etwas unaufmerksamen Gästedeckung. Mit einen 3:0-Lauf ging der TVB nach elf Minuten erstmals in Führung, nach dem 8:8 (16.) indes agierte er plötzlich unkonzentriert. Zu unpräzise trug er seine Angriffe vor, zu unvorbereitet waren die Abschlüsse. Diese Schwächen nutzte Magdeburg konsequent aus und führte nach 22 Minuten mit 12:8.

Saugstrup nihct zu bremsen

Es stockte im Angriff, selbst aus der zweifachen Überzahl zog der TVB keinen Vorteil. Und schließlich hatte er auch noch mit zwei Schiedsrichterentscheidungen Pech, die zu irregulären Toren der Gäste zum 10:14 führten. Dennoch war beim 12:15-Rückstand zur Pause noch alles drin.

Und tatsächlich stellte der TVB seine Fahrlässigkeiten im Angriff ab. Das Problem war, dass Heinevetter nicht mehr an das Niveau des ersten Spielabschnitts herankam – und dass Magdeburg mit Gisli Krisjansson und dem neunfachen Torschützen Magnus Saugstrup am Kreis zwei Extrakönner in seinen Reihen hatte. Beim TVB drehte der Linksaußen Daniel Fernandez auf, auch Max Häfner zeigte ein starkes Spiel.

Stuttgart kämpfte verbissen, ließ sich nicht abschütteln, auch nicht nach dem 18:22 (40.). Der Deutsche Meister musste alles geben – was auch daran abzulesen war, das Bennet Wiegert seine erste Sechs fast durchweg auf dem Feld ließ. Als Fynn Nicolaus per Konter den 25:26-Anschluss besorgt hatte (49.), witterten die TVB-Fans die Überraschung. Am Ende fehlten den Bittenfeldern das letzte Quäntchen Cleverness und Klasse. Die Magdeburger Spieler beherzigten die Vorgabe ihres Trainers in der Auszeit. „Wir müssen klar und ruhig bleiben, verteidigen wir gut, haben wir keine Probleme“, sagte er – und behielt Recht.

Für den TVB geht’s bereits am Sonntag mit dem nächsten Heimspiel weiter: Um 18 Uhr gastiert der SC DHfK Leipzig.

TVB Stuttgart: Heinevetter, Vujovic; Häfner (5), Serrano (1), Fernandez (6/1), Hanusz, Schöttle, Lönn (2), Röthlisberger (4), Süsser, Nicolaus (1), Forstbauer (4), Zieker, Müller (3), Pfattheicher, Sliskovic (2).

SC Magdeburg: Jensen, Portner; Meister, Chrapkowski, Musche, Kristjansson (3), Petersson (1), Magnusson (5/1), Hornke (4), Weber (2), Mertens (5), Saugstrup (9), O’Sullivan, Bezjak (1), Damgaard (2).

Bis sieben Minuten vor Spielschluss, beim 26:28, hat der Handball-Erstligist TVB Stuttgart gegen den SC Magdeburg von der Überraschung träumen dürfen. Dann machte der Deutsche Meister vor 4233 Fans in der Porsche-Arena ernst und brachte die Punkte beim 32:28 abgezockt nach Hause. Allzu traurig indes muss das Team von Trainer Michael Schweikardt nicht sein: Es gab in dieser Saison nicht viele Teams, die den Magdeburgern ähnlich energisch die Stirn boten.

Waren’s die üblichen

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