TVB Stuttgart

Abstiegsgefahr für den TVB Stuttgart: Coach Sánchez kündigt Systemumstellung an

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"Wir müssen unsere Abwehr verbessern und werden unser System umstellen." Mal oben, mal unten: Auch Roi Sánchez (rechts, links der Physiotherapeut Frank Jakschitz und Athletiktrainer Steffen Hepperle) hat noch für keine Konstanz im Spiel des TVB sorgen können. In der Rückrunde muss der TVB kräftig punkten im Abstiegskampf. © Ralph Steinemann Pressefoto

Der Katzenjammer ist groß beim Handball-Erstligisten TVB Stuttgart: Im verflixten siebten Jahr im Oberhaus ist die Abstiegsgefahr größer denn je. Natürlich hat sich Roi Sánchez seine erste Saison als Cheftrainer in Deutschland ganz anders vorgestellt. „Wir haben einige Baustellen“, sagt der Spanier. „Wir werden zur Rückrunde unser System umstellen.“ Der 37-Jährige ist nach wie vor überzeugt von der Qualität seiner Mannschaft. „Wir spielen viel besser als eine Mannschaft, die auf dem drittletzten Tabellenplatz steht.“

Über dem Strich dank besserer Trefferdifferenz

Dabei trennt den TVB lediglich die um 30 Tore bessere Trefferdifferenz gegenüber dem HBW Balingen-Weilstetten von den Abstiegsrängen. Seiner Defensive hat dies der TVB allerdings nicht zu verdanken: Mehr Gegentreffer als die Stuttgarter hat kein anderes Team der Liga kassiert: 570 bedeuten im Schnitt 31,6 pro Spiel. Nur in fünf von 18 Partien blieb der TVB unter 30 Gegentoren. Der Angriff dagegen zählt mit 29 Toren zu den besten fünf. „Wir machen vorne viele guten Sachen, wir spielen attraktiven Tempohandball, da habe ich keine Sorgen“, sagt Sánchez. Dass im einen oder anderen Spiel – zu – viele technische Fehler in der Statistik stehen, hänge eben mit dieser Spielweise zusammen.

Stärker ins Gewicht dagegen fällt die äußert anfällige Defensive. Die Bilanz der – mittlerweile drei – Torhüter ist ausbaufähig: Zwischen 19,7 und 23 Prozent liegt die Quote der gehaltenen Bälle, damit rangiert der TVB ziemlich am Ende der Rangliste. Sánchez will allerdings Tobias Thulin, Primoz Prost und Ivan Pesic nicht die alleinige Verantwortung für die Defensivschwäche geben. „Es ist immer ein Zusammenspiel mit der Abwehr.“

Passt das spanische System noch nicht?

Und die hat in der Hinrunde deutliche Abstimmungsprobleme erkennen lassen. Deshalb ist für Sánchez klar, „dass wir zur Rückrunde unser System umstellen müssen“. Er kenne mittlerweile die Spieler besser. Sprich: Möglicherweise passt das spanische, auf Antizipation basierende Abwehrsystem nicht zum Personal. Oder noch nicht.

Nicht eben für Sicherheit bei den Spielern wie beim Trainer sorgte der schwache Saisonstart mit 0:8 Punkten. Der war allerdings auch der angespannten Personallage geschuldet: Mit Jerome Müller und Viggó Kristjánsson fielen beide Linkshänder im rechten Rückraum verletzungsbedingt aus, Max Häfner und Fynn Nicolaus befinden sich immer noch in der Reha.

Nach dem überraschenden 35:30-Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen, dem wichtigen 27:26 gegen Balingen und der starken Leistung bei der 29:30-Niederlage in Flensburg schien der TVB so langsam in der Saison angekommen zu sein – spätestens jedoch nach 5:1 Punkten in Serie. Dämpfer indes waren die anschließenden Pleiten beim Aufsteiger Lübbecke, gegen Hannover und Lemgo. Zumindest vier Punkte hatte der TVB aus diesen Spielen eingeplant, stattdessen geht’s nun mit fünf Niederlagen in Folge in die EM-Pause.

Sánchez freut sich auf Häfner und Nicolaus

Trotz der mageren Punktausbeute hat Roi Sánchez eine gute Entwicklung bei seinen Spielern gesehen. So hätten beispielsweise Egon Hanusz, Sascha Pfattheicher und Zarko Peshevski eine starke Hinrunde gespielt. Der junge Andri Rúnarsson habe ein paar sehr gute Spiele gemacht. Patrick Zieker sei dabei, in die Führungsrolle zu schlüpfen, die Jogi Bitter hinterlassen habe. „Und Adam Lönn war einer unserer wichtigsten Führungsspieler.“

Sánchez geht optimistisch in die Rückrunde – und freut sich auf die mittelfristige Rückkehr der Langzeitverletzten. Max Häfner, der wieder mit der Mannschaft trainiert, habe ihn positiv überrascht. „Ich kannte ihn ja gar nicht richtig, er wird uns massiv helfen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass Fynn Nicolaus zurückkommen wird.“

Für Roi Sánchez geht’s nun erst mal für zwei Wochen mit der jungen Familie in die Heimat. Ein wenig Entspannung ist angesagt – wobei der akribische Trainer sicher auch in Spanien mit den Gedanken bei der Arbeit sein wird. „Wir haben eine geile Mannschaft“, sagt er. „Ich arbeite sehr gerne mit ihr zusammen.“

Info

Der TVB startet am Montag, 10. Januar, wieder mit dem Mannschaftstraining. Im ersten Spiel des neuen Jahres gastiert am Donnerstag, 10. Februar (19.05 Uhr), der THW Kiel in der Porsche-Arena.

Der Katzenjammer ist groß beim Handball-Erstligisten TVB Stuttgart: Im verflixten siebten Jahr im Oberhaus ist die Abstiegsgefahr größer denn je. Natürlich hat sich Roi Sánchez seine erste Saison als Cheftrainer in Deutschland ganz anders vorgestellt. „Wir haben einige Baustellen“, sagt der Spanier. „Wir werden zur Rückrunde unser System umstellen.“ Der 37-Jährige ist nach wie vor überzeugt von der Qualität seiner Mannschaft. „Wir spielen viel besser als eine Mannschaft, die auf dem

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