TVB Stuttgart

Bürkle gegen Schweikardt: Für 60 Minuten ruht die Freundschaft

Buerkle
An diesem Samstag ist es wieder so weit: Von Langeweile geprägt gewesen sind die Derbys zwischen der HBW Balingen-Weilstetten und dem TVB nie. Die Trainer und Freunde Jens Bürkle (Foto) und Jürgen Schweikardt erwarten auch am dritten Spieltag ein ausgeglichenes Duell. © Jens Körner

Ist einer, der vor zehn Jahren das Trikot des TV Bittenfeld getragen hat, immer noch ein Bittenfelder? Zumindest hat Jens Bürkle, Trainer der HBW Balingen-Weilstetten, noch beste Verbindungen zu seinem Ex-Club. Mit dessen Trainer Jürgen Schweikardt pflegt der 39-Jährige seit der Jugendzeit eine ziemlich gute Freundschaft. An diesem Samstag (20.30 Uhr) indes treten die beiden – wieder einmal – zum Duell an: In der Balinger Sparkassen-Arena geht’s um nicht ganz unwichtige Bundesligapunkte.

Balingen startete mit zwei Niederlagen in die Saison: 23:25 zu Hause gegen die MT Melsungen und 23:28 bei FA Göppingen. Dabei überzeugte das Team in 90 der insgesamt 120 Minuten. „Das hilft uns aber nichts“, sagt Jens Bürkle. „Gegen Melsungen haben wir 60 Minuten sehr gut gespielt und hatten es selbst in der Hand. Das muss man gegen so einen Gegner erst mal schaffen.“ Die Melsunger zählen auch in dieser Saison zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten.

Bürkle sorgt für frische Brise auf der Alb

Am Dienstag führten die Balinger in Göppingen zur Halbzeit mit 15:13, gerieten nach dem 16:13 aber ins Hintertreffen. „Bis zum 18:20-Rückstand war alles noch in Ordnung, dann haben wir unsere Linie verloren“, so Bürkle. „Wir haben aber gut gekämpft.“

Die große Leidenschaft ist schon immer die Trumpfkarte der Balinger gewesen und hat dem Team in den vergangenen Jahren den einen oder anderen überraschenden Punkt gegen die Top-Teams der Liga beschert. Bürkle sorgte zudem für eine frische Brise auf der Schwäbischen Alb: In der Vorbereitung gefielen die Balinger auch mit hohem Tempo, intelligentem und variablem Spiel. Angetrieben wird das Team dabei von den enthusiastischen Fans in der „Hölle Süd“. 2500 Zuschauer quetschen sich in der Regel in die enge Sparkassen-Arena, gegen Melsungen waren coronabedingt nur 500 zugelassen. Die Hölle war eher ein Höllchen – sehr zum Bedauern des Trainers. „Ich habe schon direkt nach dem Spiel gesagt, mit einer vollen Halle hätten wir das Spiel bei der 21:19-Führung zehn Minuten vor dem Ende nicht mehr verloren.“

Einen dauerhaften Nachteil über die Saison hinweg für die kleinen Teams sieht Bürkle allerdings nicht, sollte die Runde mit wenigen Zuschauern zu Ende gespielt werden. „Ich denke, das gleicht sich aus. Vielleicht hat man so eher mal die Möglichkeit, auch auswärts zu punkten.“

Stolz auf die Jugendarbeit

Das muss der Tabellensechzehnte der vergangenen Saison auch, wenn er vier Konkurrenten hinter sich lassen und den Abstieg vermeiden will. Ohne seinen Denker und Lenker und Stabilisator Martin Strobel, da waren sich die Experten vor der Saison einig, dürfte das schwerer denn je werden. Jens Bürkle stört sich nicht daran, dass sein Team mehr oder weniger auf den Ex-Nationalspieler reduziert wird, der seine Karriere beendet hat. „Die Medien suchen eben einen Aufhänger“, sagt Bürkle. Es dürfe nicht vergessen werden, dass Strobel im Aufstiegsjahr – nach seiner Verletzung bei der Heim-WM – in der Rückrunde gefehlt habe und in der vergangenen Saison große Teile der Hinrunde. „Wir haben aber Leute, die ihn ersetzen können. Trotzdem gibt es natürlich immer wieder Momente im Spiel, in dem wir Martin gut brauchen könnten.“

Strobel prägte, zusammen mit seinem Bruder und dem heutigen HBW-Geschäftsführer Wolfgang Strobel, über Jahre hinweg den Verein. Schon immer setzen die Balinger dabei auf Identifikation und Jugendarbeit. So kommt rund die Hälfte des aktuellen Erstliga-Kaders aus den eigenen Reihen. „Das gibt’s in dieser Menge ansonsten nicht in Deutschland“, sagt Bürkle. „Und das macht uns ungemein stolz.“

Bürkle traut dem TVB den Sprung ins Mittelfeld zu

Dieses Konzept wolle der Verein „inhaltlich beibehalten, wir haben eine tolle Plattform“. Auf der anderen Seite könnte Balingen sein Team punktuell entsprechend verstärken, wenn mehr Geld zur Verfügung stünde. „Das Budget ist nun einmal ein entscheidender Faktor, um in der Tabelle ein Stück nach oben zu klettern.“

Dem Mittelfeld annähern möchte sich auch der kommende Gegner der Balinger. „Ich glaube, Stuttgart schafft das“, so Bürkle. „Die Frage ist nur, wann es gelingen wird.“ Die notwendige Infrastruktur hierfür sei jedenfalls vorhanden – und der Kader vielversprechend. „Die beiden neuen Halbrechten finde ich super, und im Tor ist der TVB auch besser besetzt als in der vergangenen Saison.“

Bürkle erwartet am Samstag ein offenes Derby – und hätte nichts dagegen, wenn es ähnlich liefe wie vor knapp vier Wochen beim BGV-Cup: Mit 27:26 setzten sich die Gallier durch. „Wir hatten den TVB lange im Griff und haben gut gespielt.“

Ist einer, der vor zehn Jahren das Trikot des TV Bittenfeld getragen hat, immer noch ein Bittenfelder? Zumindest hat Jens Bürkle, Trainer der HBW Balingen-Weilstetten, noch beste Verbindungen zu seinem Ex-Club. Mit dessen Trainer Jürgen Schweikardt pflegt der 39-Jährige seit der Jugendzeit eine ziemlich gute Freundschaft. An diesem Samstag (20.30 Uhr) indes treten die beiden – wieder einmal – zum Duell an: In der Balinger Sparkassen-Arena geht’s um nicht ganz unwichtige

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