TVB Stuttgart

Bleibt der TVB Stuttgart auch im sechsten Heimspiel ungeschlagen?

Loenn
Adam Lönn (Mitte), hier gegen die Flensburger Johannes Golla (links) und Magnus Rød, ist hart im Nehmen: Beim Spiel in Wetzlar kugelte sich der TVB-Spieler den kleinen Finger aus, was ihn aber nicht am Weiterspielen hinderte. © Kirschner

Wenn der Fünfte der ersten Handball-Bundesliga an diesem Donnerstag (19 Uhr) in der gespenstisch leeren Porsche-Arena den 17. der Tabelle erwartet, liegt die Favoritenrolle beim Heimteam – allerdings nur bei einer oberflächlichen Betrachtung. Der TVB Stuttgart muss gegen den TSV GWD Minden aus mehreren Gründen ziemlich auf der Hut sein.

Zunächst einmal dürfte klar sein, dass die Mindener bestens auf den TVB vorbereitet sein werden. Schließlich haben sie einen Stuttgart-Kenner in ihren Reihen: Christian Zeitz, der den Stuttgartern in der vergangenen Saison so viel Freude bereitet hatte, heuerte vor dieser Spielzeit beim TSV GWD Minden an. Bei dem hatte sich der rechte Rückraumspieler Christoph Reißky schwer verletzt, es bestand also dringend Bedarf. So steht Zeitz auch noch mit 40 Jahren auf der Platte. Und auch wenn sich der Weltmeister aktuell hinter dem norwegischen Nationalspieler Christoffer Rambo anstellen muss: Er ist immer noch für die eine oder andere Überraschung gut.

Noch kein Heimsieg gegen Minden

Die Mindener haben zwar acht Punkte weniger auf dem Konto als der TVB, sie sind jedoch auch drei Spiele im Verzug – und durchaus im Plan. Beim Top-Team MT Melsungen holte die Mannschaft von Trainer Frank Carstens überraschend einen Punkt (24:24), gegen die Füchse Berlin setzte sie sich mit 31:26 durch. Zudem zählen die Mindener nicht eben zu den Lieblingsgegnern des TVB: Von sieben Vergleichen gewann er zwei, in eigener Halle reichte es in drei Spielen nur zu einem Zähler.

Es wird also höchste Zeit für den ersten Heimsieg. Eine andere Statistik sollte den TVB zuversichtlich stimmen: In den fünf Heimpartien in dieser Saison gab er lediglich gegen Lemgo – unglücklich – einen Punkt ab. Will der TVB auch zur WM-Pause im Januar noch in der vorderen Tabellenhälfte stehen, sollte er Minden schlagen. Schließlich warten mit den Füchsen Berlin, dem THW Kiel und der MT Melsungen noch Top-Teams auf die Stuttgarter.

Wiedersehen mit Zeitz

„Wir schauen jetzt nur auf Minden“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Es ist ein Heimspiel, das wir unbedingt gewinnen wollen.“ Auch wenn sein Team mit 13:9 Punkten sehr gut dastehe, gehe es nach wie vor um den Ligaverbleib. „Wir brauchen gegen Minden mindestens eine Leistung wie gegen Leipzig oder Lemgo.“

Beim 25:30 in Wetzlar im jüngsten Spiel präsentierten sich die Stuttgarter ein gutes Stück unter Form. Abgesehen von der miserablen Chancenauswertung habe seine Mannschaft auch in der Abwehr Schwächen gezeigt, in der zweiten Halbzeit zu viele Zweikämpfe verloren und keinen Zugriff bekommen. „Das müssen wir besser machen“, sagt Schweikardt. Mit Doruk Pehlivan und Christoffer Rambo habe Minden gute Schützen aus dem Rückraum.

Pehlivan ist, ebenso wie der Ex-Nationaltorhüter Carsten Lichtlein, Kreisläufer Joshua Thiele (Hannover) und Zeitz, neu im Kader. Verschmerzen muss Minden die Abgänge von Marius Michalczik (Berlin) und Magnus Gullerud (Magdeburg). Außer auf Reißky muss der TSV derzeit noch auf einen weiteren wichtigen Spieler verzichten: Der Jung-Nationalspieler und Spielmacher Juri Knorr ist nach einer schweren Corona-Erkrankung immer noch nicht einsatzfähig.

Schweikardts Rückkehr unsicher

Das Virus nervt auch den TVB. In Wetzlar fehlte Jürgen Schweikardt, dessen Quarantäne an diesem Donnerstag endet. Ob der Trainer allerdings am Abend in der Porsche-Arena sein Team coachen wird, ist eher unwahrscheinlich. Das Hygienekonzept der Handball-Bundesliga verlangt einen negativen Corona-Test. Am Mittwoch lag der noch nicht vor. „Wenn der Trainer nicht dabei ist, wirft einen das schon ein bisschen aus dem Rhythmus und bringt Unruhe rein“, sagt Schweikardt. „Es ist ja klar, dass mein Co-Trainer Karsten Schäfer in den Details nicht so drin ist. Aber damit müssen wir jetzt eben umgehen.“

Auf jeden Fall nicht aufs Spielfeld zurückkehren wird Rudolf Faluvégi nach seiner kleinen Operation am Fuß. Nicht gefährdet dagegen ist der Einsatz von Max Häfner und Adam Lönn, die in Wetzlar angeschlagen kurz auf die Bank mussten. Häfner hat einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen. Lönn kugelte sich den kleinen Finger der linken Hand aus, der jedoch an Ort und Stelle wieder in seine ursprüngliche Position gebracht wurde.

Wenn der Fünfte der ersten Handball-Bundesliga an diesem Donnerstag (19 Uhr) in der gespenstisch leeren Porsche-Arena den 17. der Tabelle erwartet, liegt die Favoritenrolle beim Heimteam – allerdings nur bei einer oberflächlichen Betrachtung. Der TVB Stuttgart muss gegen den TSV GWD Minden aus mehreren Gründen ziemlich auf der Hut sein.

Zunächst einmal dürfte klar sein, dass die Mindener bestens auf den TVB vorbereitet sein werden. Schließlich haben sie einen Stuttgart-Kenner in ihren

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