TVB Stuttgart

Der Weg des TV Bittenfeld in die Bundesliga: Famose Saison 2002/2003 endet mit dem Aufstieg

KOL 0209K199 TV Bittenfeld
Der Kader des TV Bittenfeld für die Saison 2002/2003. Hintere Reihe von links: Jürgen Schweikardt, Mario Hoppe, Patrick Rothe, Michael Schweikardt, Adrian Wehner, Jens Baumbach. Mitte von links: Betreuer Freddy Bechtloff, Markus Lang, Kai Gendig, Timo Brudermüller, Sven Heib, Co-Trainer Henning Fröschle, Trainer Günter Schweikardt. Vorne von links: Ahmet Cizmecioglu, Janos Petrikovits, Marc Bürkle, Helge Fröschle, Götz Kemner, Roland Wissmann, Betreuer Thomas Moser. Fotos: Steinemann © Steinemann

Vor 25 Jahren war an Profi-Handball im Rems-Murr-Kreis nicht zu denken gewesen. Nun steht der TV Bittenfeld, der seit der Saison 2015/16 unter dem Namen TVB Stuttgart spielt, vor seiner sechsten Saison in der ersten Bundesliga. In einer Serie erinnern wir an den Aufstieg von der Verbandsliga in die Elite-Liga.

Glückliche Fügung

Für seine vierte Saison in der Oberliga, 2002/2003, nimmt sich der TV Bittenfeld einiges vor. Offiziell lautet das Saisonziel zwar ein Platz im vorderen Tabellendrittel. Mit – mindestens – einem Auge indes schielen die Verantwortlichen auf die nächste Etage, die Baden-Württemberg-Oberliga. „Wir werden nicht aus der Oberliga absteigen“, sagt der Trainer Günter Schweikardt vor der Saison. Wann es in die andere Richtung gehe, sei eine Frage der Zeit. „Irgendwann gibt’s die glückliche Fügung.“

Ein Grund für den Optimismus ist auch eine späte Personalentscheidung: Mitten in der Saisonvorbereitung wird bekannt, dass Jürgen Schweikardt zum TV Bittenfeld zurückkehren wird. Überraschend, schließlich hat der Trainersohn noch einen Vertrag beim Zweitligisten TV Kornwestheim. „Ich habe mich nicht weiterentwickelt und sehe keine Perspektive mehr“, sagt der 22-Jährige.

Jürgen Schweikardt kehrt aus Kornwestheim zurück

In seiner ersten Saison beim TV Kornwestheim hat er starke Konkurrenz auf der Rückraum-Mitte-Position mit Dirk Schrenk und Mike Wolz sowie im linken Rückraum mit Christoph Hinz und Almir Mekic. Die Einsatzzeiten sind entsprechend überschaubar. Zu Schweikardts zweiter Saison verpflichtet Kornwestheim den Essener Erstligaspieler Christian Fina, Schweikardt macht spät von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und kehrt zu seinem Heimatverein zurück.

Jürgen Schweikardts Vater und Trainer freut sich riesig. „Für die Entwicklung unserer jungen Spieler ist so eine Führungsperson ungemein wichtig.“ Zumal mit Henning Fröschle, der Co-Trainer wird, ein Routinier weniger im Kader steht. Erfreulich für die Bittenfelder ist auch, dass Helge Fröschle und Jens Kern doch noch ein Jahr dranhängen.

Kein gelernter Kreisspieler

Der zweite neue Spieler kommt von den SF Schwaikheim. Der ehemalige ungarische Jugendnationalspieler Janos Petrikovits bringt mit 28 Jahren Erfahrung ins junge Bittenfelder Team. Während der TV Bittenfeld auf den Außenpositionen und im Rückraum üppig besetzt ist, krankt’s am Kreis ein wenig. Es fehlt ein gelernter Kreisspieler. Also muss der TVB improvisieren: Sven Heib, Mario Hoppe, Adrian Wehner oder Helge Fröschle sollen diesen Part übernehmen. In der Vorbereitung funktioniert das so schlecht nicht – findet jedenfalls der Co-Trainer Henning Fröschle. „Sie stellen sich gar nicht so dumm an“, sagt er, der es als Fachmann auf dieser Position wissen muss.

Als Aufstiegskandidaten gelten ein ganze Reihe von Mannschaften – unter anderem der TSV Weinsberg mit dem späteren TVB-Coach Thomas König und der TV Neuhausen/Erms, der von Kurt Reusch trainiert wird. Der TVB freut sich auf spannende Spiele. „Liebe Fans, liebe Gäste, genießen Sie Ihren Aufenthalt in der Bittenfelder Gemeindehalle. Wir versuchen, Ihnen guten und interessanten Handballsport in einer angenehmen Atmosphäre zu bieten“, schreiben die Bittenfelder in ihrem Hallenheft.

Vorzeitiger Aufstieg

Angenehm wird’s für die Gegner allerdings selten in Bittenfeld, denn der TVB spielt eine famose Saison, sichert sich vorzeitig die Meisterschaft und den Aufstieg in die Baden-Württemberg-Oberliga. Aus der Ruhe bringen lässt er sich auch nicht, nachdem im Februar – fünf Spiele vor Saisonende – Michael Schweikardts Wechsel zum Erstligisten FA Göppingen zur neuen Saison bekanntwird.

Schon an Weihnachten buhlt der VfL Pfullingen mit dem Trainer Rolf Brack um den 19-Jährigen und will ihn zur Rückrunde verpflichten. Das kommt für Schweikardt, der mitten in der Ausbildung steckt, allerdings nicht infrage.

Erhalten dagegen bleibt dem TV Bittenfeld der ältere der Schweikardt-Söhne. Jürgen Schweikardt, der eine klasse Saison spielt, wird heftig umworben. Der Korber Thomas Kibele, Trainer des Regionalligisten TSB Horkheim, möchte den Rückraumspieler gerne in seinem Team haben. Schweikardt indes sieht eine Zukunft beim TVB. „Ich bin überzeugt davon, dass wir in absehbarer Zeit auch in der Regionalliga spielen werden“, sagt der 23-jährige BWL-Student.

Vor 25 Jahren war an Profi-Handball im Rems-Murr-Kreis nicht zu denken gewesen. Nun steht der TV Bittenfeld, der seit der Saison 2015/16 unter dem Namen TVB Stuttgart spielt, vor seiner sechsten Saison in der ersten Bundesliga. In einer Serie erinnern wir an den Aufstieg von der Verbandsliga in die Elite-Liga.

Glückliche Fügung

Für seine vierte Saison in der Oberliga, 2002/2003, nimmt sich der TV Bittenfeld einiges vor. Offiziell lautet das Saisonziel zwar

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper