TVB Stuttgart

Fehlt Trainer Schweikardt dem TVB auch bei den Füchsen Berlin?

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Erst in den zweiten 30 Minuten ließ der TVB Stuttgart (von links Jerome Müller, Zarko Pesevski, Co-Trainer und Schweikardt-Vertreter Karsten Schäfer, Samuel Röthlisberger) gegen Minden die Muskeln spielen. In Berlin ist der TVB an diesem Dienstag klarer Außenseiter. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Tabelle lügt nicht! Das ist zum einen ein Satz fürs Phrasenschwein. Zum anderen stimmt er nicht so ganz, wenn in der ersten Handball-Bundesliga an diesem Dienstag (18 Uhr) der Fünfte TVB Stuttgart beim Vierten Füchse Berlin antritt. Die ambitionierten Hauptstädter zählen zweifellos zu den besten fünf Teams der Liga. Der TVB freut sich über die überraschend gute Bilanz von 15:9 Punkten – und steht nach der Auftaktpartie bei den Rhein-Neckar Löwen vor seiner bis dato höchsten Hürde.

Dass der TVB dazu noch höchstwahrscheinlich zum dritten Mal in Folge auf seinen Chef-Trainer verzichten muss, erschwert die Aufgabe. Wobei zunächst einmal die Erleichterung groß ist, dass die Handball-Bundesliga vom harten Lockdown nicht betroffen ist und sie – auch dank ihres ausgeklügelten Hygienekonzepts – den Betrieb fortsetzen darf.

Warten auf negativen Corona-Test

Am vergangenen Donnerstag war Jürgen Schweikardt aus der Corona-Quarantäne entlassen worden. Weil er jedoch noch keinen negativen Test vorweisen konnte, verpasste er das Spiel gegen den TSV GWD Minden. Auch bis zum Montag war Schweikardt nicht komplett virenfrei, damit dürfte für ihn auch die Reise nach Berlin flach fallen. „Das nervt schon etwas“, sagt Schweikardt. „Ich hätte große Lust. Wir hatten einiges auf dem Programm, was wir weiterentwickeln wollten.“

Beispielsweise Ideen, wie das Team weiter stabilisiert werden kann. Schließlich macht konstantes Auftreten den Unterschied aus, wenn es darum geht, sich von einem Abstiegskandidaten zu einem gestandenen Mittelfeldteam zu entwickeln. Bei der 25:30-Niederlage in Wetzlar gab’s deutlich mehr Defizite als in den Partien zuvor. Umso wichtiger war der folgende – schwer erkämpfte – 30:26-Erfolg gegen Minden.

In den ersten 30 Minuten war der TVB ungewohnt zögerlich zu Werke gegangen. Was die Frage aufwirft, ob die Stuttgarter Probleme haben mit der gestiegenen Erwartungshaltung nach den vielen überzeugenden Auftritten und reichlich Lob von den Experten. „Die Mannschaft wirkte schon gehemmt“, sagt Schweikardt, der das Spiel am Fernseher verfolgen musste. Mit zu wenig Dynamik und zu eindimensional habe sie agiert. „Nach und nach hat sie sich aber freigespielt.“ Dank der besseren Abwehrleistung und Gegenstoßtoren, die das Selbstbewusstsein gesteigert hätten.

Wichtige Erkenntnisse für den TVB

Eine wichtige Erkenntnis der Partie war für Schweikardt, dass der TVB auch ein Spiel ohne eine Weltklasseleistung von Jogi Bitter und einen überragenden Viggó Kristjánsson gewinnen könne.

Klar ist aber auch, dass die Stuttgarter mit der Leistung aus dem Minden-Spiel an diesem Dienstag ihrem Gegner nicht gewachsen sein werden. Nach dem durchwachsenen Start und 5:5 Punkten haben sich die Füchse Berlin längst stabilisiert. Sie spielen auf einem Niveau, das sie mit den großen drei – Kiel, Flensburg und Mannheim – mithalten lässt.

Selbst die dreiwöchige Spielpause im November, die Partien gegen Flensburg und Kiel mussten coronabedingt verlegt werden, hat den Vorjahressechsten nicht aus der Bahn geworfen. Seit acht Pflichtspielen ist das Team um den neuen Trainer Jaron Siewert ungeschlagen. Zuletzt deklassierte es die Eulen Ludwigshafen in deren Halle mit 34:23. Nun haben die Füchse angesichts ihres machbaren Restprogramms in diesem Kalenderjahr (Stuttgart, Balingen, Göppingen, Lemgo) die große Chance, zur WM-Pause ihren vierten Platz zu zementieren. Mindestens.

Jürgen Schweikardt ist wenig überrascht vom souveränen Auftreten der Berliner. „Sie sind viel breiter aufgestellt als in den vergangenen Jahren und haben viele unterschiedliche Spieler in ihren Reihen.“

Das Tor hütet Dejan Milosavljev. Mit RK Vardar Skopje gewann der Serbe 2019 die Champions League und wurde in das All Star Team gewählt. In überragender Form präsentiert sich derzeit der dänische Nationalspieler Jacob Holm auf der Spielmacher-Position. Als Backup stehen auf dieser Position gleich zwei deutsche Nationalspieler parat: Zum einen Simon Ernst, der sich nach drei Kreuzbandrissen so langsam wieder herankämpft. Und Marian Michalczik, den die Füchse aus Minden holten.

Wiede: Kompletter Handballer

Flankiert werden die beiden Regisseure von zwei weiteren deutschen Nationalspielern: dem wurfgewaltigen Paul Drux links und Fabian Wiede rechts. „Wiede ist ein kompletter Handballer“, sagt Schweikardt. „Er ist torgefährlich, hat ein sehr gutes Entscheidungsverhalten und kann auch verteidigen.“

Die Chancen auf eine Überraschung dürften eher gering sein für den TVB Stuttgart. „Unser Hauptziel ist es, uns weiter zu stabilisieren“, so Schweikardt. Und dann gilt, was immer gegen Top-Teams gilt: „Wir schauen, was die Berliner zulassen.“

Für Rudolf Faluvégi (Wunde am Fuß) kommt der Einsatz noch zu früh. Ansonsten hat der Co-Trainer und wahrscheinliche Schweikardt-Vertreter Karsten Schäfer alle Spieler zur Verfügung.

Die Tabelle lügt nicht! Das ist zum einen ein Satz fürs Phrasenschwein. Zum anderen stimmt er nicht so ganz, wenn in der ersten Handball-Bundesliga an diesem Dienstag (18 Uhr) der Fünfte TVB Stuttgart beim Vierten Füchse Berlin antritt. Die ambitionierten Hauptstädter zählen zweifellos zu den besten fünf Teams der Liga. Der TVB freut sich über die überraschend gute Bilanz von 15:9 Punkten – und steht nach der Auftaktpartie bei den Rhein-Neckar Löwen vor seiner bis dato höchsten

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