TVB Stuttgart

Handball-Bundesliga verschärft Hygienekonzept: Was das für Vereine wie den TVB bedeutet

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Bange Blicke auch beim TVB Stuttgart (von links Fynn Nicolaus, Trainer Jürgen Schweikardt und Co-Trainer Karsten Schäfer, hinten Betreuer Klaus Schebek): Reichen die verschärften Hygienemaßnahmen aus, um die Saison ordnungsgemäß zu beenden? © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Saison in der ersten Handball-Bundesliga endet am 27. Juni. Das hoffen jedenfalls die Verantwortlichen der HBL (Handball-Bundesliga). Es könnte jedoch eng werden: Nach Corona-Fällen befinden sich komplette Mannschaften in Quarantäne, es gibt nicht mehr viel Spielraum, die Nachholspiele unterzubringen. Deshalb plant die HBL nun eine Verschärfung der Hygienemaßnahmen. Es soll noch mehr PCR-Tests geben, zudem sollen die Dokumentationspflichten verschärft werden. An diesem Mittwoch werden die Clubchefs in einer Videokonferenz das überarbeitete Konzept aller Voraussicht nach beschließen. Zustimmen wird auch Jürgen Schweikardt, Trainer und Geschäftsführer des TVB Stuttgart. „Wir müssen alles versuchen, Infektionen zu verhindern“, sagt er.

Ergebnis ein Tag vor dem Spiel

„Wir werden die Frequenz der PCR-Testungen noch einmal erhöhen und näher an die Wettkämpfe heranführen“, sagte der HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann vergangene Woche der DPA. Aktuell müssen sich die Bundesligisten zweimal die Woche einem PCR-Test unterziehen, der zweite muss zwei Tage vor einem Spiel erfolgen. Jetzt soll ein dritter Test hinzukommen, dessen Ergebnis am Tag vor der Partie vorliegen muss.

Für die Vereine bedeutet dies einen organisatorischen und finanziellen Mehraufwand. Letzterer wird derzeit noch von den Bundeshilfen abgefangen. Um die PCR-Tests kümmert sich beim TVB der Physiotherapeut. Ein Kurier fährt die Proben ins zentrale Labor nach Neuss. Von dort hoffen die Clubs auf negative Testergebnisse.

Der TVB Stuttgart ist diesbezüglich – im Vergleich mit anderen Teams – glimpflich davongekommen. Zweimal gab’s beim Trainer Jürgen Schweikardt einen positiven Befund, wobei der erste im Sommer wohl ein Fehlalarm gewesen war. Von den Spielern waren Johannes Bitter, Adam Lönn und Jerome Müller betroffen. Nur die Partie gegen die MT Melsungen musste verlegt werden. Andere Mannschaften erwischte es deutlich heftiger. So sind die MT Melsungen, die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel mit je vier Spielen in Verzug. Lediglich die Rhein-Neckar Löwen, der TVB, Minden, Nordhorn und Coburg sind im Plan.

Keinen Spielraum mehr bei den Terminen

Allen voran die Teams, die international im Einsatz sind, müssen zittern. Besonders dicht gedrängt ist der Terminplan im Juni mit sechs Spieltagen. „Wenn da Mannschaften in Quarantäne sein sollten, ist das wohl nicht mehr aufzuholen“, sagt Jürgen Schweikardt. Spielraum über den finalen Spieltag am 27. Juni hinaus gibt es kaum: Die Verträge mit den Spielern enden am 30. Juni, außerdem steht die Qualifikation für die Olympischen Spiele an.

Sollte die Saison tatsächlich nicht zu Ende gespielt werden können, tritt die vor der Saison beschlossene Quotientenregelung in Kraft, die bereits in der vergangenen Spielzeit angewendet worden war. Über dieses Szenario möchte Schweikardt aktuell nicht nachdenken. „Wir müssen jetzt einfach von Woche zu Woche schauen.“ Und darauf achten, „dass es zu keiner Ketteninfektion innerhalb der Mannschaft kommt“. Bisher sei das dem TVB gut gelungen, die Infektionen seien im Umfeld der Spieler zustande gekommen.

Und die könnten nun einmal nicht hundertprozentig verhindert werden. Die HBL setzt diesbezüglich auf verschärfte Dokumentationspflichten. „Zu wissen, in welcher Minute der Spieler mit wem genau zusammen war, kann helfen, Infektionsketten noch besser nachzuvollziehen“, so HBL-Chef Bohmann.

Natürlich sensibilisiere der TVB seine Spieler, vorsichtig zu sein und Kontakte – so weit wie möglich – zu vermeiden, sagt Schweikardt. „Auf der anderen Seite können wir ja nicht verlangen, dass sie sich von ihrer Familie distanzieren. Es sind alles nur Menschen.“ Und ganz ohne Kontakte funktioniere es nun einmal nicht. „Wir können nur versuchen, das Virus durch die Testerei so früh wie möglich abzufangen. Eine Garantie gibt es natürlich nicht.“

Der Handball-Bundesliga stehen also noch stressige elf Wochen bevor. Das Ziel ist dabei eindeutig: „Wir möchten unbedingt die Saison sportlich zu Ende bringen“, sagte Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt, vor dem Spiel am Sonntag gegen den SC DHfK Leipzig. „Allerdings nicht um jeden Preis, die Gesundheit geht vor.“

Die Saison in der ersten Handball-Bundesliga endet am 27. Juni. Das hoffen jedenfalls die Verantwortlichen der HBL (Handball-Bundesliga). Es könnte jedoch eng werden: Nach Corona-Fällen befinden sich komplette Mannschaften in Quarantäne, es gibt nicht mehr viel Spielraum, die Nachholspiele unterzubringen. Deshalb plant die HBL nun eine Verschärfung der Hygienemaßnahmen. Es soll noch mehr PCR-Tests geben, zudem sollen die Dokumentationspflichten verschärft werden. An diesem Mittwoch werden

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