TVB Stuttgart

Heißes Derby: TVB Stuttgart will in der Tabelle vor FA Göppingen bleiben

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Zwei Spielzeiten trug der Stuttgarter Neuzugang Ivan Sliskovic (Mitte, links daneben Max Häfner) das Trikot von FA Göppingen. Der TVB-Trainer spielte sieben Jahre für die Göppinger. Im Derby möchten die beiden die Punkte aus der EWS-Arena mitnehmen. © Ralph Steinemann Pressefoto

6:2 Punkte unter dem neuen Trainer Michael Schweikardt, nach Pluspunkten Rang elf in der Tabelle und damit vor dem württembergischen Rivalen FA Göppingen: Es hat schon schlechter ausgesehen für den Handball-Erstligisten TVB Stuttgart. Im Derby an diesem Donnerstag (19.05 Uhr) in der sicherlich prall gefüllten EWS-Arena ist der Vorjahresfünfte und Euro-League-Teilnehmer dennoch favorisiert. Vor einem besonderen Spiel stehen drei Protagonisten: Ivan Sliskovic und der Trainer Michael Schweikardt (TVB) treffen ebenso auf ihren Ex-Club wie David Schmidt (FAG).

52 Prozent aller Würfe, die im Spiel des TVB Stuttgart gegen den ASV Hamm-Westfalen auf den Stuttgarter Kasten kamen, parierte der TVB-Keeper Silvio Heinevetter. Das ist selbst für den 38-Jährigen, der schon ein paar Spiele auf dem Buckel hat, ein überragender Wert. Der Torhüter hatte also einen maßgeblichen Anteil am jüngsten 29:20-Sieg des TVB gegen den Aufsteiger.

Lange her: Im März 2019 weniger Gegentreffer

Es wäre freilich zu kurz gedacht, „Heine“ als alleinigen Helden zu feiern. „Die Abwehr hat über 60 Minuten hinweg sehr engagiert gearbeitet“, sagt der TVB-Trainer Michael Schweikardt. Besonders gefallen hat ihm, dass seine Defensive kaum einfache Würfe der gefährlichen Hammer Rückraumschützen zugelassen habe. Weniger als 20 Gegentreffer kassierten die Bittenfelder zuletzt am 17. März 2019 beim 28:19-Sieg in Bietigheim.

In der Offensive wünscht sich der Coach ein breiter angelegtes Spiel, um die Außenspieler noch mehr einzubinden. „Trotzdem sehe ich auch hier eine Entwicklung, die Tore waren auf viele Spieler verteilt.“ Einen großen Schritt gemacht hat Jerome Müller, der nach mehreren Verletzungen nur mühsam in die Saison gekommen war und gegen Hamm ein sehr gutes Spiel machte.

Kein Spiel mehr von Bergendahl in 2022?

Wie auch Oscar Bergendahl, für den die Partie allerdings noch vor der Halbzeit zu Ende war. Sein Mitspieler Samuel Röthlisberger fiel bei einem Zweikampf mit dem Hammer Kreisläufer Stefan Bauer unglücklich auf den Schweden, der sich einen Innenbandriss im Knie zuzog. „Wir müssen sehen, wie der Heilungsprozess verläuft“, so Schweikardt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Bergendahl in diesem Kalenderjahr nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

Zufrieden ist Schweikardt mit seiner persönlichen Trainerbilanz mit drei Siegen aus vier Punktspielen. „Es ist so weit in Ordnung“, sagt er. „Aber gut sind wir noch nicht. Wir müssen schauen, dass wir weiter Gas geben.“ Das müssen die Bittenfelder an diesem Donnerstag im Derby, in dem es wie immer heiß hergehen wird. „Da brauchen wir mindestens die Abwehrleistung wie gegen Hamm.“

Wiedersehen mit David Schmidt

FA Göppingen scheint nach einem etwas holprigen Start so langsam in Fahrt zu kommen. Zuletzt hielt die Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer bei der 23:27-Niederlage in Flensburg gut mit, in der European League am Dienstag besiegte sie das ungarische Team Fejer B.A.L. Veszprem mit 46:30. Schweikardt machte sich vor Ort ein finales Bild. „Das war eine klare Geschichte, allerdings dürfte Veszprem wohl kein Bundesliganiveau haben.“

Allzu viele Kräfte haben die Göppinger wohl nicht gelassen vor dem Derby zwei Tage später. Der leicht angeschlagene Josip Sarac wurde geschont – wobei Mayerhoffer im Rückraum auch ohne den Kroaten und ohne den Langzeitverletzten Sebastian Heymann ausreichend gute Spieler zur Verfügung hat mit Tobias Ellebaek, Jaka Malus, Jon Lindenchrone und dem Ex-TVB-Spieler David Schmidt, der in seinem neuen Team immer besser zurechtkam. Noch in einer Mannschaft gespielt hat Michael Schweikardt mit dem Göppinger Dauerbrenner und Kopf der Mannschaft, Tim Kneule, der ein extrem starker Eins-gegen-eins-Spieler ist.

„Göppingen hat einen großen und guten Kader“, sagt der TVB-Coach. Die Körperlichkeit im Abwehr-Zentrum suche seinesgleichen. Erst kurz vor dem Saisonstart verpflichtete Göppingen den 2,02 Meter großen und 117 Kilogramm schweren Kreisläufer und Abwehrspezialisten Blas Blagotinsek. Er gesellt sich zu Krezimir Kozina (1,96 m/100 kg) und dem Neuzugang Gilberto Duarte (1,96 m/107 kg).

Außer Bergendahl fehlt dem TVB weiterhin Daniel Fernandez (Blinddarm-Operation). Luca Mauch, dritter Linkshänder im Rückraum, knickte im Training um und wird drei Wochen lang keine Alternative sein. Zum ersten Mal mit dabei ist der junge Fabian Lucas aus dem Oberligateam. „Angesichts des Kaders ist Göppingen der Favorit“, sagt Schweikardt. „Wir wissen, dass es schwer wird, aber wir haben den Glauben, dass wir etwas mitnehmen können.“

Damit die TVB-Fans vor Ort etwas zu feiern haben werden.

6:2 Punkte unter dem neuen Trainer Michael Schweikardt, nach Pluspunkten Rang elf in der Tabelle und damit vor dem württembergischen Rivalen FA Göppingen: Es hat schon schlechter ausgesehen für den Handball-Erstligisten TVB Stuttgart. Im Derby an diesem Donnerstag (19.05 Uhr) in der sicherlich prall gefüllten EWS-Arena ist der Vorjahresfünfte und Euro-League-Teilnehmer dennoch favorisiert. Vor einem besonderen Spiel stehen drei Protagonisten: Ivan Sliskovic und der Trainer Michael

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