TVB Stuttgart

Ohne Chance in Wetzlar: TVB mit zu vielen Schwachpunkten

GER HBL Saison 2022/2023 FÜCHSE Berlin vs TVB Stuttgart, 10.09.22, Max-Schmeling-Halle, Berlin,
Silvio Heinevetter hielt zwar nicht so stark wie zuletzt. Am Keeper lag's aber nicht, dass der TVB Stuttgart beim 24:32 in Wetzlar keine Siegchance hatte.Jetzt ist Pause bis zum Pokalspiel in Hannover am 20. Oktober. © Heiko Voigt (@fotolaechler)

Nach zwei Siegen in Folge wachsen die Bäume für den Interimstrainer Michael Schweikardt und den TVB Stuttgart nicht in den Himmel. Vor 2411 Zuschauern hat der TVB bei der in allen Belangen überlegenen HSG Wetzlar verdientermaßen mit 24:32 (11:15) verloren und dabei nie eine Siegchance gehabt. Während die HSG ausgeglichen besetzt und von allen Positionen gefährlich war, blieben bei Stuttgart einige Spieler unter Normalform.

Von einem Rückfall zu sprechen, ist vermutlich ein bisschen übertrieben. Allerdings fiel der TVB phasenweise wieder in die alten Muster zurück, die für die 0:10 Punkte zum Saisonstart verantwortlich waren. Hatten sich gegen Lemgo und den Bergischen HC die technischen Fehler in Grenzen gehalten, waren’s am Donnerstag in der Buderus-Arena wieder deutlich zu viele.

Die HSG Wetzlar startete so, wie es der TVB erwartet hatte: Emil Mellegard störte in der 5:1-Deckung an der Spitze – und der schwedische Linksaußen machte das hervorragend. Der TVB hatte enorme Probleme, die Mitspieler zu orten und spielte dem Gegner allzu häufig den Ball in die Hände. Sieben technische Fehler kamen so in den ersten 30 Minuten zusammen, dazu acht Fehlwürfe gegen den starken Wetzlarer Nationalkeeper Till Klimpke.

Der TVB findet keine Lösungen gegen HSG-Abwehr

Es wollte einfach kein Spielfluss aufkommen beim TVB gegen die geschickt verteidigenden Wetzlarer. Auch das zwischenzeitlich Sieben gegen Sechs brachte nicht den gewünschten Erfolg. Die Defensive stand im Positionsangriff ordentlich, etliche Treffer kassierte der TVB über Gegenstöße nach Ballverlusten. Beim 4:7 (13.) lag der TVB Stuttgart erstmals mit drei Toren im Rückstand.

Hatten die Gäste zunächst den wurfgewaltigen Rückraum um Lenny Rubin und Vladan Lipovina gut im Griff, bekamen sie gegen Ende der ersten Spielabschnitts auch hier häufig einen Schritt zu spät. Silvio Heinevetter war da meist machtlos. Wetzlar hielt den TVB mit zwei bis vier Toren auf Distanz, Rubin stellte mit seinem vierten Treffer den 15:11-Halbzeitstand her. Sowohl die Wurfquote (71/52 Prozent) als auch die Quote der erfolgreich abgeschlossenen Angriffe (63/46 Prozent) sprachen klar für das Team von Trainer Benjamin Matschke. Überhaupt nicht ins Spiel kamen beim TVB die rechten Rückraumspieler Jan Forstbauer und Jerome Müller, dagegen machte der Linksaußen Daniel Fernandez ein gutes Spiel.

Im zweiten Spielabschnitt änderte sich nicht viel – außer, dass der TVB auch gegen die flinke 6:0-Abwehr der HSG seine Schwierigkeiten hatte. Wetzlar ließ den Ball laufen und kreierte von sämtlichen Positionen gute Torchancen. Ein gutes Spiel machte der Ex-Nationalspieler Erik Schmidt am Kreis – und einer lief besonders heiß: Den ehemaligen Balinger Vladan Lipovina bekam die TVB-Deckung überhaupt nicht mehr in den Griff. Von neun Versuchen donnerte der Montenegriner achtmal den Ball ins Stuttgarter Gehäuse. Von vergleichbarer Torgefahr waren die Gäste weit entfernt. Die Fehlerquote blieb konstant hoch, nach 38 Minuten lag der TVB beim 14:21 fast schon aussichtslos im Hintertreffen.

Nach mehreren Heinevetter-Paraden hatte das Team von Michael Schweikardt plötzlich doch noch die Chance, zurückzukommen ins Spiel. Beim 24:20 (48.) leistete es sich jedoch einen Fehlwurf, einen Fehlpass und eine unnötige Zeitstrafe. Die HSG Wetzlar zog wieder davon, beim 27:21 (53.) stand der Sieger fest. Am Ende verlor der TVB Stuttgart deutlich mit 24:32.

Nun geht's für den TVB in die Länderspielpause. Langweilig indes dürfte es nicht werden: Die Verantwortlichen möchten die Zeit nutzen und den Nachfolger von Trainer Roi Sánchez präsentieren. Die Chancen, dass dem Interimstrainer weiter das Vertrauen – zumindest für den Rest der Saison – geschenkt wird, dürften trotz der Niederlage in Wetzlar so schlecht nicht stehen.

HSG Wetzlar: Klimpke, Suljakovic; Nyfjäll, Lipovina (8), Schmidt (7), Nikolic, Becher, Weissgerber (1/1), Schelker, Fredriksen (1), Wagner (1), Okpara, Mellegard (5), Cepic, Rubin (5), Novak (4/1).

TVB Stuttgart: Heinevetter, Vujovic; Häfner, Serrano (3/1), Fernandez (5), Hanusz (2), Schöttle, Lönn (3), Röthlisberger, Nicolaus, Zieker, Müller (1), Pfattheicher (1), Bergendahl (4), Sliskovic (3), Forstbauer (2).

Nach zwei Siegen in Folge wachsen die Bäume für den Interimstrainer Michael Schweikardt und den TVB Stuttgart nicht in den Himmel. Vor 2411 Zuschauern hat der TVB bei der in allen Belangen überlegenen HSG Wetzlar verdientermaßen mit 24:32 (11:15) verloren und dabei nie eine Siegchance gehabt. Während die HSG ausgeglichen besetzt und von allen Positionen gefährlich war, blieben bei Stuttgart einige Spieler unter Normalform.

Von einem Rückfall zu sprechen, ist vermutlich ein bisschen

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