TVB Stuttgart

Schock für den TVB vor dem Spiel gegen Erlangen: Jogi Bitter positiv auf Corona getestet, Primoz Prost angeschlagen

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Auch das noch: Der positiv getestete Jogi Bitter (Mitte, rechts Co-Trainer Karsten Schäfer) fehlt dem TVB gegen Erlangen. Primoz Prost (hinten links) ist angeschlagen. Foto: Franziska Gora © Picasa

Das vermaledeite Coronavirus sorgt dafür, dass es dem glänzend in die Saison gestarteten Handball-Erstligisten TVB Stuttgart nicht zu wohl wird: Der zuletzt überragende Torhüter Johannes Bitter ist nach dem Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Estland positiv getestet worden. Ein Nachtest am Dienstag bestätigte das Ergebnis vom Sonntag.

Bitter wird dem TVB damit sowohl an diesem Mittwoch (19 Uhr) in Nürnberg gegen den HC Erlangen als auch am Samstag (20.30 Uhr) in der Porsche-Arena gegen die TSV Hannover-Burgdorf fehlen. Eine gute Nachricht gibt’s immerhin: Die restlichen TVB-Spieler sind am Dienstag negativ getestet worden. Mit Bitter war das Team wegen der Länderspielwoche seit zehn Tagen nicht in Kontakt.

Es ist zu befürchten gewesen: Es wird eine Saison zwischen Hoffen und Bangen für den TVB Stuttgart und die restlichen 19 Erstligisten. Von halbwegs gefüllten Hallen dürfen die Clubs derzeit – und wahrscheinlich in der kompletten Spielzeit – nur träumen. In diesem Monat werden nur Geisterspiele stattfinden, was die Clubs in extreme finanzielle Nöte bringt. Mindestens genauso groß sind die Sorgen, dass sich Spieler mit dem Coronavirus infizieren könnten, die Mannschaft in Quarantäne muss und folglich Spiele verlegt werden müssen.

Zuletzt hat es den SC DHfK Leipzig erwischt: Am Tag nach der 24:30-Niederlage beim TVB Stuttgart wurden mehrere Spieler positiv getestet, nun hat die Mannschaft erst mal zwei Wochen Zwangspause.

Schock am Dienstag: Ausgerechnet Jogi Bitter ist positiv

Die Nachricht aus Leipzig hat die Stuttgarter ein paar Tage zittern lassen, doch nach drei Testreihen gab’s keinen positiven Befund im Team und Betreuerstab. Die Vorbereitung auf das Spiel in Nürnberg an diesem Mittwoch lief also relativ reibungslos – bis zum Dienstag: Da wurde bekannt, dass es sich beim positiv getesteten deutschen Nationalspieler – den Namen hatte der DHB zunächst nicht bekanntgegeben – um Jogi Bitter handelt. Am Montag hatte sich der 38-Jährige in Isolation begeben, ein weiterer Test tags darauf bestätigte das positive Ergebnis vom Samstag. „Jogi hat aber keinerlei Symptome“, sagte der TVB-Trainer und -Geschäftsführer Jürgen Schweikardt am Dienstagnachmittag.

Der eine oder andere Bundesligaverein oder Nationalspieler hatte sich im Vorfeld bereits kritisch zu den Länderspielreisen geäußert. Wenig überrascht vom positiven Corona-Test im Nationalteam zeigte sich der Bundesliga-Chef Frank Bohmann. Es stehe außer Frage, dass Reisen und das Zusammenkommen mit Spielern aus anderen Vereinen sowie die Spiele gegen andere Nationalmannschaften ein erhöhtes Risiko bedeuteten, sagte er am Dienstag der.

Bitters Ausfall trifft den TVB hart, weil sich der Routinier in den ersten sechs Saisonspielen in prächtiger Form gezeigt hat und wesentlich zum Saisonstart mit 9:3 Punkten – inklusive der zwischenzeitlichen Tabellenführung – beigetragen hat. Und wenn’s bei Bitter phasenweise mal nicht ganz so rund lief wie in Balingen oder Magdeburg, war die Neuverpflichtung Primoz Prost verlässlich zur Stelle.

Auf ihn setzen die Stuttgarter nun in Nürnberg. Allerdings ist der slowenische Ex-Nationalkeeper angeschlagen, ein Bluterguss im Gesäß macht ihm zu schaffen. Zweiter Mann hinter Prost wird der beim Zweitligisten SG BBM Bietigheim mit Zweitspielrecht ausgestattete Youngster Nick Lehmann (21) sein.

Kein Vorwurf von Schweikardt

In den vergangenen Spielen war immer wieder der große Respekt der gegnerischen Spieler vor Bitter zu spüren. Auch der Erlanger Trainer Michael Haaß kam bei der Pressekonferenz vor dem Spiel an diesem Mittwoch auf den TVB-Keeper zu sprechen. Er dürfte nun nicht allzu traurig sein, dass sich seine Spieler zumindest mit Bitter nicht beschäftigen müssen.

„Jogis Ausfall ist für uns natürlich sehr ärgerlich, er war unser wichtigster Spieler“, sagt Schweikardt. Einen Vorwurf in Richtung Nationalmannschaft erhebt er allerdings nicht. „Das Virus ist inzwischen so weit verbreitet, da kommt sowas auch unter Einhaltung aller Hygienevorschriften vor.“

Die Erlanger haben zur aktuellen Saison kräftig in den Kader investiert. Fürs Tor verpflichteten sie gleich zwei Neue: Von den Füchsen Berlin kam der 15-fache deutsche Ex-Nationalspieler Martin Ziemer, aus Celje der slowenische Nationaltorhüter Klemen Ferlin. Letzterer hat sich glänzend eingefügt, nach Bitter verzeichnet der 31-Jährige die meisten Paraden nach sechs Spieltagen. Für den Rückraum holten die Franken mit dem deutschen Nationalspielen Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen) und dem 99-fachen schwedischen Internationalen Simon Jeppsson (SG Flensburg-Handewitt) zwei sehr wurfgewaltige Spieler von deutschen Top-Clubs. Klasse besetzt ist der HCE am Kreis mit dem Ex-Kieler Sebastian Firnhaber und dem norwegischen Vizeweltmeister Petter Överby.

Jerome Müller kehrt in den Kader zurück

5:7 Punkte haben die Franken auf dem Konto, was jedoch auch dem happigen Programm geschuldet ist. Zum Auftakt unterlagen sie beim Titelfavoriten THW Kiel mit 30:36 und anschließend beim stark eingeschätzten Bergischen HC mit 25:29. Was Erlangen drauf hat, zeigte es beim 31:21-Sieg gegen die MT Melsungen, beim 20:26 gegen die Rhein-Neckar Löwen hielt der TVB-Gegner lange sehr gut mit. Zuletzt setzte sich der HCE sicher mit 26:20 beim Aufsteiger Tusem Essen durch.

„Wir sind in Nürnberg sicherlich nicht der Favorit“, sagt Schweikardt. „Aber das waren wir in Magdeburg und gegen Leipzig auch nicht.“ Sein Team werde sich nach Kräften wehren. Mithelfen kann wieder Jerome Müller: Der rechte Rückraumspieler ist aus der Corona-Quarantäne zurück. Das heißt, bis auf Bitter steht dem TVB-Trainer der komplette Kader zur Verfügung.

Das vermaledeite Coronavirus sorgt dafür, dass es dem glänzend in die Saison gestarteten Handball-Erstligisten TVB Stuttgart nicht zu wohl wird: Der zuletzt überragende Torhüter Johannes Bitter ist nach dem Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Estland positiv getestet worden. Ein Nachtest am Dienstag bestätigte das Ergebnis vom Sonntag.

Bitter wird dem TVB damit sowohl an diesem Mittwoch (19 Uhr) in Nürnberg gegen den HC Erlangen als auch am Samstag (20.30

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